Mittwoch, 27.07.2011 :
SV Beuna ( Kreisoberliga SK ) - SV Braunsbedra 6 : 0
Demütigung für einen Landesligisten
BEUNA/MZ. 7,3 Kilometer, also rund zehn Fahrtminuten mit dem Pkw liegen zwischen der Sportstätte des SV 1916 Beuna und der des SV Braunsbedra. Eine, wenn man den ehemaligen Landkreis Merseburg-Querfurt in seiner Größe betrachtet, kurze Entfernung. Fußballerisch liegen seit Jahren aber Welten zwischen den jeweiligen ersten Herrenmannschaften, den Aushängeschildern der beiden Vereine.
In der Saison 2011 / 2002, als der SV Braunsbedra in der Oberliga spielte, waren es ganze sechs Spielklassen. Mit zwei Mannschaften spielte der SV Beuna da in der 2. Kreisklasse. Der SV Beuna hat sich fußballerisch aber entwickelt. Nicht zuletzt zeigt dies der geschmolzene Klassenunterschied, der in den letzten Jahren zwei, ja höchstens drei Klassen betrug. Aus der Tatsache begründet, dass man sich im Wettkampfbetrieb nie sehr nahe gekommen ist, gab es zwischen beiden Vereinen auch keinerlei Rivalität. Doch das hat sich womöglich schon geändert, wie das Testspiel am Mittwochabend zeigte.
Zumindest haben Partien zwischen den beiden benachbarten Vereinen immer Prestige-Charakter. Es geht um die Ehre. Und das ist für manche nicht weniger wichtig als der Kampf um Punkte. Es war also nicht verwunderlich, dass Braunsbedras Abteilungsleiter Hans-Georg Dreißigacker nach der 0:6-Niederlage seiner Mannschaft richtig angefressen war: "Das war echt ein dickes Ding. Charakterlos hat sich unsere Mannschaft ergeben." Und er legte nach: "In Beuna werden sicherlich noch ganz andere Teams das Nachsehen haben, aber so kampflos wie wir wird sich wohl keine Mannschaft dem Kreisoberligisten zum Fraß vorwerfen. Was wir hier angeboten haben, war nicht mit anzusehen."
Nicht nur spielerisch und von der Einstellung her war der Kreisoberligist Beuna dem Landesligisten überlegen, auch im Alter. Und die "Alten" aus Beuna waren Dreißigacker bestens bekannt: Spieler wie André Schröder (40 Jahre), Mario Rützel (35), Ronny Plewinski (32) oder Yves Herrmann (29) trugen alle schon einmal das Trikot des SV Braunsbedra, und gerade die alten Kempen führten ihren Ex-Klub so richtig vor. "Vor allem Routinier Schröder war überall zu finden und kaum zu stellen", gab es Lob von Dreißigacker. Neben den Treffern von Plewinski und Philipp Kuhnert sowie dem Doppelpack von Felix Kuhnert war der ehemalige Braunsbedraer Rützel dreimal erfolgreich. Besonders er muss an diesem Abend Gefallen an der Demütigung seiner ehemaligen Truppe gehabt haben. "Dass die Partie so ausgegangen ist, war für einige unserer Spieler eine Genugtuung. Das Ergebnis war in der Höhe auch verdient", sagte Beunas Trainer Uwe Germann - einige Beunaer Spieler seien mit dem SV Braunsbedra nicht gerade im Guten auseinander gegangen, so Germann.
Beim Stand von 3:0 wurden in der 51. und 56. Minute die Braunsbedraer Kay Tischler und Ralph Marschhausen mit Gelb-Rot vom Platz geschickt. "Von da an war für uns nichts mehr zu holen", so Dreißigacker. Auch den Verlust von Neuzugang Andy Hesse musste der Abteilungsleiter noch mit ansehen. Hesse fiel nach einem Kopfballduell unglücklich auf den Arm, musste mit dem Krankenwagen verletzt abtransportiert werden - Verdacht auf Hand- und Ellenbogenbruch.
Beunas Trainer Germann spendete den Braunsbedraern Trost: "Sie haben eine junge Mannschaft, müssen sich sicherlich erst noch finden."
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