VfL Pirna-Copitz 07 – Bornaer SV 91 1:2 (1:1)
Pirna-Copitz: Rautenberg – Kasten, Lenkvik, Winkler – Karius – M. Krause, Siebeneichler (ab 63. Dienelt), Auerswald, Schubert – Kleber, Bina – Trainer: Trautmann
Borna: Lachky – Nehring – S. Streitberg, Wunderlich – Linke, Döring – Wagner (ab 79. Streubel), Irrgang, Nickel (ab 75. Werner) – Sobottka, Hausmann – Trainer: Kunath
Schiedsrichter: Kolbe (Burgstädt) – Tore: 1:0 Kleber (27.), 1:1 Sobottka (30.), 1:2 Hausmann (61.) – Gelbe Karten: Schubert (Meckern – 50.), Bina (Meckern – 65.) – Döring (Unsportlichkeit – 90.+2) – Gelb-Rote Karten: Winkler (Pirna-Copitz) wegen wiederholten Foulspiels (81.) – Reservebänke: Albrecht (Tor), Stiel, Salak, Schischkin – Kowalski (Tor), Licht, Paul – Zuschauer: 185 im Willy-Tröger-Stadion zu Pirna
Pirna. Nach dem Punktgewinn bei den Amateuren vom FC Erzgebirge Aue setzt der Bornaer SV die nächste Duftmarke in der Wernesgrüner-Sachsenliga. Diesmal vielleicht aber eine noch größere. Mit einem 2:1-Auswärtserfolg beim VfL Pirna-Copitz gelang den Schützlingen von Trainer Jochen Kunath nicht nur der erste Saisonsieg. Nein, vor allem die Art und Weise wie man die drei Zähler bei einem der Aufstiegsanwärter entführte, zeigt, dass die Wyhrastädter nun entgültig in der Landesliga angekommen sind und dass man sich vor keinem Gegner zu verstecken braucht. „Ein ganz großes Spiel meiner Mannschaft, alle haben sich aufgeopfert und sind an ihre Grenzen gegangen“, lobte BSV-Coach Jochen Kunath seine Elf.
Von Beginn an waren die Bornaer hellwach und machten dem VfL deutlich, dass man nicht kampflos die Punkte abgeben wollte. Bereits nach zwei Minuten spielte Marcus Hausmann bei einer Freistoßsituation gekonnt die Mauer frei, doch der anschließende Schuss von Christian Sobottka strich knapp am Pirnaer Kasten vorbei (2.). Die Gastgeber, die das vorwöchentliche Pokal-Aus gegen Dresden-Laubegast vergessen machen wollten, rannten sich zunächst immer wieder in der dicht gestaffelten Hintermannschaft des BSV fest, so dass Standardsituationen herhalten mussten, um Torgefahr vor dem Bornaer Gehäuse zu erzeugen. Doch Ronny Lachky im BSV-Tor, der diesmal den beruflich verhinderten Frank Schöne ersetzte, zeigte sich bei Freistößen von Lenkvik (10.) und Schubert (22.) auf der Hut. Gekonnt lenkte der Schlussmann auch einen Schuss von Bina an den Außenpfosten, als der tschechische Torjäger des Gastgebers im Vorfeld von einem Stellungsfehler von Sven Streitberg profitierte (24.). Doch insgesamt standen die Wyhrastädter im Defensivbereich sehr gut und setzten durch schnell vorgetragene Konter immer wieder gefährliche Nadelstiche. Umso ärgerlicher dann jedoch die Führung der Gastgeber, welche in seiner Entstehung durchaus vermeidbar schien. An der Mittellinie verschätzte sich Thomas Linke, dann ging es ganz schnell. Siebeneichler auf Krause, der auf Kleber, welcher mit einem Flachschuss aus halbrechter Position Lachky im BSV-Tor keine Chance ließ (27.).
Doch auch von diesem Rückschlag ließen sich die Gäste nicht unterkriegen und antworteten prompt. Einen lang gezogenen Freistoß vom wieder ins Team zurückgekehrten Libero Ingmar Nehring fand Christian Sobottka im Sturmzentrum, welcher sich anschließend gekonnt behauptete und die Kugel an VfL-Schlussmann Rautenberg vorbei ins Netz schob (30.). Doch kurz vor der Pause mussten die wiederum zahlreich mitgereisten BSV-Fans noch einmal den Atem anhalten, als sich Bina gegen seinen Schatten Sven Streitberg durchsetzte, jedoch anschließend knapp das BSV-Tor verfehlte (44.).
Auch im zweiten Durchgang setzte sich die couragierte Spielweise des Aufsteigers fort. Immer wieder gelang es den Wyhrastädtern mit schell vorgetragenen Gegenangriffen, die Schwächen in der Pirnaer Rückwärtsbewegung aufzudecken. Marcus Hausmann bedrohte als Erster den VfL-Kasten, doch sein abgefälschter Fresitoß stellte Rautenberg vor keine größeren Probleme (48.).
Doch wie aus heiterem Himmel kam plötzlich Hektik im Willy-Tröger-Stadion auf. Ausgangspunkt war eine Situation als Lachky in Vorbereitung eines Abschlages der Ball durch Bina stibitzt wurde, und der BSV-Schlussmann im Anschluss daran den tschechischen Angreifer klar zu Boden reißt (51.). Glücklicherweise entschied Schiedsrichter Kolbe (Burgstädt) auf Unsportlichkeit Binas und zeigte nicht auf den Punkt.
Doch von dieser Unruhe ließen sich die Wyhrastädter nicht anstecken und zeigten sich nahezu unbeeindruckt. Irrgang hätte einen Alleingang mit dem Bornaer Führungstreffer abschließen können, doch konnte Abwehrspieler Winkler im letzten Moment den Pirnaer Rückstand verhindern (57.). Auf der Gegenseite setzte Lenkvik einen Freistoß aus zentraler Position knapp über den Bornaer Querbalken (58.). Insgesamt rannten die Gastgeber in der Folgezeit immer planloser und hektischer an, so dass der BSV aus den Ballverlusten der Gastgeber immer wieder gefährliche Konter setzte. Einen davon schloss Marcus Hausmann mit dem Bornaer Führungstreffer ab, als Christian Sobottka zuvor gut querlegte (61.).
Der VfL antwortete mit wütenden Gegenangriffen, doch waren diese leicht ausrechenbar. Immer wieder operierten die Einheimischen fortan mit langen weiten Bällen, welche die Bornaer jedoch vor keine ernsthaften Probleme stellten. Nur einmal entstand kurzzeitig Unordnung in der BSV-Hintermannschaft, doch Kasten jagte das Streitobjekt freistehend über die Latte (72.).
Der erste Sieg in der neuen Spielklasse nahm langsam Strukturen an. Erst recht als Winkler auf Pirnaer Seite aufgrund wiederholten Foulspiels mit Gelb-Rot zum Duschen geschickt wurde (81.). Die Gastgeber packten die Brechstange aus, doch Auerswald, welcher an Lachky scheiterte (87.) und Kleber (aufs Netz – 87.) konnten die VfL-Heimniederlage nicht mehr verhindern. Stattdessen hatten die Gäste in den letzten fünf Minuten riesige Räume und hätten bei einer konsequenteren Chancenverwertung das Ergebnis leicht noch höher gestalten können. So scheiterte der eingewechselte Andreas Streubel nach einem Sobottka-Pass freistehend an Rautenberg (85.). Auch angesprochener Sobottka hätte sein Torkonto noch leicht aufbessern können, doch bugsierte er das Leder nach gutem Zuspiel von Marc Werner aus fünf Metern über den Querbalken (90.+4).