Als die Spieler des SV Schmölln am Freitagabend den Landratscup samt Scheck über 500 Euro in die Höhe stemmten, konnten sie ihr Glück kaum fassen. Zwar erreichte der Sechstplatzierte der Landesliga Thüringen als Gruppensieger souverän das Halbfinale und schlug dort die Gastgeber vom Naumburger Ballspiel Club von 1920 ungefährdet mit 3:1. Was dann passierte, hatte allerdings kaum einer der 370 Zuschauer im Naumburger Euroville auf der Rechnung. Knapp zwei Drittel des Finales gegen den SV Braunsbedra mussten die Schmöllner durch eine vom Schiedsrichter mit einem Spielausschluss geahndeten Tätlichkeit mit einem Spieler weniger bestreiten. Verbandsligist Braunsbedra konnte aus dem numerischen Vorteil aber keinen Nutzen ziehen, ließ sich sogar zweimal auskontern und ging mit 1:2 als Verlierer vom Parkett. Der Rest war Schmöllner Jubel.
Grund zum Jubeln bestand zunächst auch bei der Heimmannschaft vom NBC. Nachdem Landrat Harri Reiche das Turnier eröffnet hatte, schlugen sie im Auftaktspiel und Duell der lautstärksten Fangemeinden den RSK Freyburg. Danach folgte allerdings nur ein Sieg (4:1 gegen Bad Bibra) und zwei hohe Niederlagen (0:6 gegen Schott Jena und 1:3 gegen den BSC Laucha). Dies reichte zwar, um den 2. Platz in der ausgeglichenen Gruppe A zu erkämpfen, nach verlorenen Neun-Meter-Schießen im kleinen Finale gegen Jena am Ende aber nur zu Platz vier. Die zu oft unkonzentriert wirkende Abwehr und die mangelnde Durchsetzungsfähigkeit der offensiven Böhme und Yusef ließen den Traum der rot-weißen Titelverteidigung platzen.
Allerdings hatte der NBC auch nicht den Mut gescheut, das Gesamtniveau im Vergleich zum Vorjahr deutlich anzuheben. Diesem Anspruch fiel auch die sonst immer vertretene zweite Mannschaft der Domstädter zum Opfer. „Wir haben darauf geachtet, das alle Mannschaften wenigstens Landesklasse-Niveau haben, dies soll sich in den nächsten Jahren sogar noch steigern“, formulierte NBC-Geschäftsführer Mirko Töpfer.
Zufrieden zeigte sich Töpfer außerdem mit der Resonanz der Zuschauer. Die Wandlung zum Nachtturnier habe sich gelohnt. Lob bekamen die Verantwortlichen vom NBC auch für ihre Jugendarbeit, und das von „ganz hoher Stelle“. Sachsen/Anhalts Sportminister Gerry Kley hatte es sich nicht nehmen lassen, das Turnier mitzueröffnen und sprach von einer gelungenen Verbindung vom Leistungs- und Breitensport beim NBC. Neben den Kickern des SV Schmölln gab es im Euroville aber noch mehr Gewinner. Die der Tombola nämlich. Der Hauptpreis, eine Reise nach Strasbourg, ging nach Markwerben.