Hier der offizielle Bericht, geschrieben von Henner mit etlichen Glühwein intus
Kutschfahrt mit Punktgewinn
Winterzeit - Derbyzeit. Das Nachholspiel vom 14.Spieltag stand an und es sollte gegen den vermeintlichen "Angstgegner" aus Ludwigsfelde gehen. Nun bot sich zum einen die Chance der Widergutmachung vergangener Pokalpleiten und zum anderen die damals dem Wetter zum Opfer gefallene Kutschfahrt durchs märkische Land nachzuholen. Pünktlich halb zehn trafen sich die ganz hart Gesottenen, um sich auf die 20 km lange Fahrt auf den von Fury und seinen Freunden gezogenen Wagen zu machen. Da uns unterwegs der Mannschaftsbus überholte, war es natürlich nicht verwunderlich, dass sich bei unserer Ankunft die Blauen schon beim warm machen befanden.
Kaum einen guten Platz besorgt, pfiff der Schiri auch schon an, ungeachtet der noch vielen, vor den Kassen wartenden Babelsberger Fans. Dies schienen aber die beiden Mannschaften gemerkt zu haben und einigten sich darauf, die ersten 10 Minuten mit Mittelfeldgeplänkel zu verbringen. In genau dieser 10. Minute gab es dann die erste Chance, einen Freistoss für den LFC, der aber direkt in die Mauer gesetzt wurde. Der Nachschuss brachte ebenfalls nichts. Minute 16, das gleiche Bild, wieder Freistsoss für die Roten. Von der rechten Seite, hoch in den Strafraum, aber Freund und Feind verpassen. In der 24 Minute dann der SVB: Flanke von der rechten Seite, leider etwas zu hoch, Lau erläuft sich den Ball und flankt nochmals zurück, doch Greve kann diesen Pass nicht verwerten. Dann war der Ersatz-Kapitän Moritz an der Reihe. Seinen wirklich gut geschossenen Freistoss aus ca. 20 m kann der LFC-Keeper aber noch um den Pfosten lenken. Die anschliessende Ecke brachte kein nennenswertes Resultat. In dieser Phase des Spiels häuften sich die Chancen der Gäste vom Babelsberger Park. In der 31. min war es Benyamina der sich mit einem kurzen Solo etwas Platz verschaffte, sein Schuss ging jedoch deutlich links am Kasten vorbei. Nun gab es auch die ein oder andere schöne Kombination zu bewundern. In der 35. min passen sich Kindt und Greve den Ball zu, letzterer passt zu dem am 11-Meter-Punkt wartenden Lau, der aber den Ball leider nicht kontrollieren kann und unglücklich verstolpert. Dann war es aber erstmal vorbei mit der Babelsberger Herrlichkeit und Ludwigsfelde versuchte aufzutrumpfen. Um die 40. Spielminute setzten sie sich zwei mal schön auf der linken Seite durch. Den ersten Angriff per Flanke in den Strafraum kann Warnick aber ebenso souverän klären, wie Jurzik bei zweiten Versuch dem gegnerischen Stürmer, der sich gegen Benthin durch gesetzt hat, den Ball vom Fuss nimmt. In der letzten Aktion vor der Pause holt sich Warnick dann noch die gelbe Karte vom Schiri ab.
Dann ab zum Tee- und Glühweinstand.
Coach Ränke reagierte auf das noch nicht überzeugende Spiel seiner Mannen und ersetzt Lauser und Lau durch Okuyama und Röver. Die ersten Minuten in Halbzeit Zwo waren ein Spiegelbild der Ersten. Wiederum viel Klein-klein im Mittelfeld. Erst nach der offensichtlichen Schwalbe von Fricke im SVB-Strafraum in der 50. min starteten beide Teams wieder ernsthaftere Bemühungen, den Spielstand zu ihren Gunsten zu verändern. Der erste konstruktive Babelsberger Angriff ging dann über Moritz und Röver auf Greve, der in aussichtsreicher Position nur noch per mit gelb bestraften Foul gestoppt werden kann. Dann geht Greve über 30 meter, passt auf Röver, der auf Okuyama weiterleitet. Leider landet dessen Flanke auf dem Kopf eines Ludwigsfelders, der zur Ecke kärt. Diese kommt schön in den Strafraum, den Kopfball Okuyamas kann Ludwigsfelde abwehren und der Nachschuss Schwankes bleibt in irgendwelchen Beinen hängen. Das ganze in der 53. min.
Kurz darauf war es dann endlich soweit. Wieder flankt Okuyama, diesmal wesentlich genauer, nämlich direkt auf den Kopf Rövers, der in Minute 56 aus Nahdistanz unhaltbar vollendet.
Der LFC nach dem Rückstand etwas aktiver, doch die Babelsberger Abwehr zu diesem Zeitpunkt immer Herr der Lage. In der 64. min läuft Benthin einen Steilpass ab und klärt sicher ins aus. Da die Roten nun mehr aus ihrer defensiven Grundstellung heraus kamen, gab es auch mehr Räume für die Babelsberger Angreifer. In der 70. min bot sich eine Doppelchance durch Okuyama und Schwanke, aber beide Schüsse werden geblockt. Zwei Minuten später setzt sich Moritz auf rechts durch, legt butterweich auf Benyamina quer, der auch schön den Ball stoppt, sein Schuss verkommt jedoch zum Schüsschen und der Keeper kann den Ball locker aufnehmen. Im Gegenzug gibt es eine unbrechtigte Ecke für die Hausherren, die zwar geklärt wird, Okuyama begeht im Anschluss ein folgenschweres Foul kurz vor der Strafraumgrenze. Der fällige Freistoss wurde nämlich von Grunert direkt ins rechte Toreck verwandelt. Jurzik sah dabei etwas unglücklich aus, war es doch die von ihm gedeckte Seite des Kastens. Mit diesem 1:1 schienen beide Teams zufrieden zu sein, nur noch drei kleinere Chancen sollte der Berichterstatter bis zum Ende notieren können. Die erste für Nulldrei über Röver und Okuyama, der jedoch in die Arme des Keepers schießt. Das tat ihm ein Ludwigsfelder kurz darauf nach, sein Schuss aus ca. 30 m eine leichte Beute für Jurzik. Kurz vorm Abpfiff passt Röver auf Warnick, der das Spielgerät weit über das Tor bugsiert.
Der Endstand von 1:1 war über den gesamten Spielverlauf betrachtet sicherlich gerechtfertigt, auch wenn Babelsberg etwas überlegen war. Ludwigsfelde war trotz der defensiven Ausrichtung jederzeit mit schnellen Gegenzügen gefährlich. Die Mittelfeldreihen waren sich ebenbürtig, beide Abwehrreihen standen stabil, so dass die Angreifer nicht viele Chancen bekamen.
Den offiziell 898 Zuschauern, davon knapp über die Hälfte Babelsberger, wurde ein gutes Oberligaspiel geboten. Leider nutzt Babelsberg die Scharte von Tebe nur zum Teil und überwintert damit auf dem zweiten Platz.
Jetzt heißt es erst ein mal Regeneration und dann fit werden für die anstrengende Rückrunde. In dieser heißt es, den Abstand zu den Gegenern möglichst ausbauen und wenn möglich noch den Rostocker Amateuren den ersten Platz in der Liga abluchsen.
Auch die Berichteschreiber verabschieden sich in die wohl verdiente und notwendige Winterpause. Wir wünschen allen Lesern geruhsame Weihnachten und einen guten Rutsch ins Jahr 2005.
LFC: Brändike Entrich Förster Patzler Grunert Hass (60.min, Cami) Zöphel Fricke (90.min, Röll) Eidtner Alber Neumann
Babelsberg: Jurzik - Bengs, Kindt, Schwanke, Moritz, Benthin, Lauser (46. min, Okuyama), Greve, Benyamina, Warnick, Lau (46.
min., Röver)
Tore: 1:0 Röver (56. min); 1:1 Grunert (72. min)
Gelbe Karten: Zöphel, Alber, Neumann - Moritz, Warnick
Zuschauer: 898
Gruss Henner (und Oese) aus Kutsche IV