Die Zeit der Käsebrötchen ist vorbei.
http://cgi.ebay.de/ws/eBayISAP…me=STRK%3AMESSE%3AIT&rd=1 :))
Nein, es geht in diesen Thread nicht darum die leeren Kassen des Webmasters zu füllen, sondern die Ereignisse des 1. Mai in Berlin Revue passieren zu lassen.
Bei mir ging es um 11 Uhr los, Aufstehen, Duschen, Essen und die Sachen für den Tag packen. Etwa halb Eins ging es dann Richtung S-Bahn und die brachte mich zum S- und U-Bahnhof Frankfurter Allee. Runter auf den Bahnsteig der U-Bahn und dort auf die Bahn gewartet. Die kam dann auch und fuhr recht langsam ein. Doch sie hielt nicht an und etwas später folgte die Durchsage dass der Bahnhof geschlossen wird. Grund war die Nazi-Demo und die BVG weigerte sich verständlicher Weise solche Typen zu befördern. Leider musste so aber auch ich den Weg zum Zoschke zu Fuß antreten. Dort endlich angekommen, sah ich mit Westpole, Jens und knapp 300 weiteren Zuschauern ein nettes Spielchen, während es nur eine Querstraße weiter es richtig knallte. Während des Spiels tauchte dann auch noch Fradi auf, der eigentlich per SMS abgesagt hatte. Das Spiel endete 2:2. Mit Jens vereinbarten wir uns um 18 Uhr am Görlitzer Bahnhof zu treffen und zogen zu dritt ab.
Nach etwa 500 Metern klingelte das Telefon von Fradi und der am Stadion gerade angekommene Rudower lockte uns mit der Aussicht auf Freibier zurück zum Zoschke. Dort verbrachten wir nun die nächsten Stunden und Fradi bewies wieder einmal seine Kunst der Alleinunterhaltung. Erst Zwang er den Präsidenten und den Geschäftsführer des dort ansässigen Vereins ihm ein Polo-Shirt zu verkaufen und dann klärte er uns über die Frauen in Greifswald auf. Eigentlich nur über eine Frau und die soll nicht nur die Einzige dort sein, sondern auch absolut yeaaah, yeaaah. Danach verzog er sich nach Hause, um sich für die Schlacht am Abend vorzubereiten. Gegen 18.30 Uhr rief uns Jens an und fragte wo wir denn am Görlitzer Bahnhof auf ihn warten würden. Mit einem kurzen „Wir sind gleich da“ vertrösteten wir ihn und brachen nun ebenfalls Richtung Kreuzberg auf. Das erste Problem war dass die Bahnen noch immer nicht fuhren und so mussten wir zu Fuß weiter. Auf dem Weg fand man dann die Überreste etlicher Mülltonen, die Beamten in Grün bewachten einen umgekippten Bauwagen und versperrten uns auch den Weg zum nächsten S-Bahnhof. Also die Frankfurter weiter runter, vorbei an einem Fahrzeug-Besitzer der neben seiner ausgebrannten A-Klasse stand und einigen Kommerz-Läden mit eingeworfenen Fensterscheiben.
Höhe Frankfurter Tor besorgten wir uns Nachschub für unsere trockenen Kehlen (in dem Laden klaute Rudower übrigens ein Salzstreuer und ließ ab da seinen Hang zum Terror mit etlichen Streuattacken heraus) und wollten eigentlich mit der Straßenbahn weiter Richtung Warschauer Straße. Diese fuhr aber auch nicht und so wurde Jens per Telefon mit einem weiteren „Wir sind gleich da“ vertröstet und der Weg zu Fuß fortgesetzt. Nachdem Westpole am Straßenrand einen Opa traf und feststellte dass dessen Pfeife sehr sonderbar roch, mussten wir eine kurze Pause einlegen. Dem Westpolen gelang es jedoch nicht die Zusammensetzung des Krauts zu erfahren und nachdem ich mich selbstverständlich mit einem „Keine Macht den Drogen“ von jeglichen natürlichen und künstlichen Aufputschmitteln distanziert hatte, wurde der Marsch fortgesetzt. Warschauer Straße mussten wir dann feststellen dass auch die U1 nicht fuhr und nachdem Jens mit dem üblichen „Wir sind gleich da“ vertröstet wurde, ging es natürlich zu Fuß weiter.
Als uns der Hunger überkam, hielten wir kurz an einem Straßenimbiss an. Nach dem wir jedoch auf dem Grill schauten und dort ein Fisch sahen der aussah als wenn er vor einigen Stunden noch im benachbarten Landwehrkanal schwamm, war das Problem mit dem Hunger erledigt und zehn Minuten später oder genauer um 20.23 Uhr trafen wir dann am Görlitzer Bahnhof ein. Jens wurde vor dem Linie 1 aufgegabelt und wenig später komplettierte Fradi die Runde wieder. Rudower und Fradi versuchten nun mit ihren Gesangeskünsten die Bands auf der Bühne zu übertönen und Jens förderte dies, indem er die Beiden mit weiterem Alkohol versorgte. Langsam wurde es dunkel und im Schutze der Nacht zogen nun ganz düstern Gesellen auf. Die Köpfe dieser Typen sahen aus wie eine wohlgeformte Kugel und statt Gesichter hatten sie Plexiglasscheiben. Etwa jeder Zehnte von diesen Typen trug einen Feuerlöscher auf dem Rücken und einer jeder Gruppe hatte eine Kamera dabei. Kameras waren übrigens fast mehr unterwegs als potenzielle Randaliere und scheinbar war besonders die Presse heiß auf eine ereignisreiche Nacht. Nachdem diese Typen nun Stellung bezogen und die Kneipiers begannen ihre Tische und Stühle in Sicherheit zu bringen, versuchten Jens und ich die Lage zu peilen, während Fradi, Rudower und Westpole versuchten einen aufregenden Ort zu finden.
Die Drei bewegten sich so in Richtung Oranienstraße, während ich, der für diese Nacht der Erziehungsberechtigte von Jens war, mich mit eben diesem auf die andere Straßenseite zum Hannibal zurückzog. Später verlagerten wir uns zum Imbiss unter dem Bahnhof und während links und rechts die Polizeistaffeln mit ihren Schildern wirkten und Wasserwerfer und gepanzerte Räumfahrzeuge Stellung bezogen, tranken wir einige Bier, stärkten uns mit einer Currywurst und hielten per Handy mit der Front Kontakt. Dadurch erfuhren wir dass in den Verteidigungslinien mit Tränengas und viel Wasser gearbeitet wurde. Eigentlich erfuhren wir dies nicht direkt, das es scheinbar eine Informationssperre gab und so hustete Fradi kräftig ins Telefon und fügte dazwischen ein: „Wir schaffen das“ ein. Bei einer späteren Kontaktaufnahme kam noch ein: „Wir formieren uns gerade“. Oha, die Vorstellung dass sich eine Gruppe Aufständiger mit Hilfe eines Neu-EU-Mitgliedes formierte, wirkte auf uns dann doch bedrohlich. Man erfuhr zudem noch dass sich auch Tennisschläger im Umkreis aufhielt und Rudower schon recht früh den Rückzug angetreten hatte. Irgendwann gegen halb Eins tauchten Fradi und Westpole wieder auf und nachdem noch ein Pflasterstein als Souvenir gesichert wurde, wurde der vermeintliche Sieg gefeiert und Heimweg angetreten. Fradi entschied sich für die U-Bahn und verabschiedete sich, während Jens, Westpole und ich durch den Görlitzer Park marschierten um zum S-Bahnhof Treptower Park zu gelangen, wo wir uns dann trennten und gegen halb Drei lag ich dann wieder in meinem Bett.
Für das was im Kessel passierte, sind Westpole, Fradi, Tennisschläger und Rudower zuständig.