1. FC Neubrandenburg 04 - FC Schönberg 95 2:3 (2:1)

  • Und ich mach dann mal aus einer Neubrandenburger Hotel-Bar weiter - das Spiel aus meiner Sicht:


    “Ich war in der Pause laut wie nie”, konnte Schönbergs Trainer Dinalo Adigo seine Unzufriedenheit über die erste Halbzeit auch nach dem Spiel nur schwer unterdrücken. Denn bereits nach 3 Minuten schlug es zum ersten Mal im Schönberger Tor ein – Denis Schmidt hatte nach schönem Zuspiel von Ronny Strübing getroffen. Die Gäste glichen durch einen von Matthias Nowak an Alexander Fogel verwirkten und von Paul Manthey verwandelten Foulelfmeter umgehend aus, doch hier war schon ein wenig Glück im Spiel, denn Keeper Marco Henze war noch mit den Fingern dran. Wenig später besorgte Phillipp Rüh sogar die erneute Führung für den Gastgeber – er setzte das Leder praktisch unbedrängt knapp unter die Latte. Neubrandenburg war mit deutlich mehr Biss im Spiel und die eher behäbigen Schönberger stolperten von einer Verlegenheit in die nächste. Adigo platzte nun endgültig der Kragen und sein Zorn traf André Kalbau und Michael Kreft, die von ihm sehr früh aus dem Spiel genommen wurden. Doch zunächst half dies nicht viel, weil der Gastgeber weiter den Ton im Spiel angab und Schönberg nur bei Standards für Gefahr sorgen konnte. Insbesondere Ronny Strübing und Denis Schmidt hatten unfassbar viele Freiheiten und so konnten sich die Gäste nach dem ersten Durchgang durchaus glücklich schätzen, nur mit 2:1 hinten zu liegen.
    Nach der Pause schien zunächst keine Besserung in Sicht, denn Christian Habeck lenkte einen Drehschuss von Denis Schmidt gegen die Latte. Aber dann wurden die Grün-Weißen endlich wach und spielten nun munter mit. Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch mit herrlichen Spielzügen auf beiden Seiten. Alexander Fogel für Schönberg aus dem Rückraum, Mario Kusturin für Neubrandenburg nach einem Konter über Ronny Strübing und Denis Schmidt, Denis Schmidt nach einer Strübing-Flanke - es machte jetzt wirklich Spaß, denn beide Mannschaften spielten mit offenem Visier. Am Ende hatte Schönberg das bessere Ende für sich, weil der Schönberger Marko Riegel nach einem Fogel-Freistoß überlegt den Ausgleich markierte und der Neubrandenburger Matthias Nowak sich wenig später zu einer Tätlichkeit hinreißen ließ, für die er zu Recht die rote Karte sah. Und Alexander Fogel wurde dann in der 68. Minute endgültig zum Mann des Spiels. Er sorgte für den Elfmeter zum 1:1, bereite das 2:2 mit seinem Freistoß vor und machte das 2:3 verdientermaßen selbst. Marco Henze konnte in höchster Not den Ball nur hoch abwehren und Fogel, der die Situation am schnellsten erkannte, hob die Kugel mit dem Kopf ins lange Eck. Das Glück blieb den Schönbergern auch in der Schlussphase treu, denn Christian Habeck lenkte nach einer Ecke den Ball mit einem Weltklassereflex gegen den Pfosten und verhinderte damit den Ausgleich.
    FCN-Trainer Ralf Klein haderte nach dem Spiel vor allem mit dem nach seiner Ansicht überforderten Referee: „Der Schiedsrichter hat das Spiel entschieden!“ Doch bereits im nächsten Satz relativierte er dies, denn: „Wir hatten unsere Möglichkeiten, das Spiel für uns zu entscheiden, aber es zählt eben nur was drin ist.“ Dinalo Adigo sah trotz des Erfolges auch die Schattenseiten des Spiels: „Ich habe mich über das Ergebnis und die zweite Halbzeit gefreut. Über die erste Halbzeit wird noch zu reden sein. Wir haben da noch eine Menge Baustellen!“


    FC Schönberg 95: Christian Habeck, Thomas Manthey, Serkan Rinal, Paul Manthey, Christian Schwarz, Michael Kreft (35. Marko Riegel), Denny Jeske, Dmytro Grybkov, Alexander Fogel, André Kalbau (24. Florian Zysk), Niwar Jasim (62. Kamil Krol)


    1. FC Neubrandenburg 04: Marco Henze, Thomas Wegner, Andreas Dreyer, Andreas Klinger, Christoph Fischer, Roger Achatzki, Matthias Nowak, Phillipp Rüh (69. Patrick Otto), Ronny Strübing, Denis Schmidt (74. Kevin Riechert), Mario Kusturin (84. Alexander Lehmann)


    Tore: 1:0 Denis Schmidt (3.), 1:1 Paul Manthey (8., FE), 2:1 Phillipp Rüh (15.), 2:2 Marko Riegel (56.), 2:3 Alexander Fogel (68.)


    gelbe Karten: Serkan Rinal, Kamil Krol, Paul Manthey - Ronny Strübing, Roger Achatzki, Alexander Lehmann


    rote Karte: Matthias Nowak (58., Nachtreten)


    Zuschauer: 250


    Schiedsrichter: Enrico Barsch (Wismar)


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    Zwei Tore vorbereitet und eins selbst gemacht - Alexander Fogel, der hier elfmeterreif gefoult wird, war der Mann des Spiels.


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