Die Grippe, ein Hexenschuss und eine 5. gelbe Karte sorgten dafür, dass der SV Blau Weiß Polz auf seine beiden Torhüter und seine beiden Leistungsträger Ronny Schult und Thilo Wilkens verzichten musste. Wer deswegen auf ein leichtes Spiel für den FC Schönberg 95 hoffte, wurde jedoch zunächst enttäuscht. Dem Gastgeber gelang es eine Stunde lang, die Räume eng zu machen und Schönbergs Offensivabteilung immer wieder im letzten Moment zu stören. „Das war unsere Maßgabe für das Spiel“, erklärte Trainer René Weidmann die Taktik seiner Mannschaft. „Wir wollten hinten konsequent dicht machen.“ So kamen die Gäste in der ersten Hälfte nur durch Christian Klingenberg zu einer echten Torchance. Nach schöner Vorarbeit von Sven Wittfot und Paul Manthey traf er bei seinem Volleyschuss aber nur das Außennetz. Auf der Gegenseite hatten die Grün-Weißen sogar Glück, dass Alexander Köhn in der 7. Minute genau in die Arme von Torhüter Norman Köhlmann köpfte und John Mäder nach einer guten halben Stunde ebenfalls per Kopf das Tor verfehlte. „Polz ist zuhause immer für ein Tor gut. Kompliment an unsere Abwehr, dass sie zu null gespielt hat“, wies Schönbergs Geschäftsführer Marcel Bartsch darum auf die Tatsache hin, dass Polz bisher in jedem Heimspiel dieser Saison getroffen hatte. Entsprechend ratlos gingen die Schönberger zur Halbzeit in die Kabinen.
Auch nach dem Wiederanpfiff fanden die Gäste vorerst keine Mittel gegen das Abwehrbollwerk der Polzer. „Ich habe auswärts lange keine Mannschaft gesehen, die so defensiv wie Polz gestanden hat. Die Spielsituation war so, dass ich reagieren musste und ich habe dann Yuzuru Okuyama nach Rücksprache mit ihm trotz seiner noch nicht ganz auskurierten Verletzung gebracht“, bewies Schönbergs Trainer Dinalo Adigo dann aber in der 60. Minute erneut sein ausgesprochen glückliches Händchen. Denn der wieselflinke Japaner war keine 60 Sekunden auf dem Platz, als er bei einer Maßflanke von Sven Wittfot seinem Bewacher Sebastian Müller entwischte und zum umjubelten 0:1 einköpfte. Schönberg legte sofort nach: Eine lange von André Kalbau geschlagene Ecke nahm Thomas Manthey direkt und das Leder schlug unhaltbar zum 0:2 ein. „Sensationell, wie Thomas das gemacht hat“, bekam der Torschütze nach dem Spiel dafür ein Extra-Lob von seinem Trainer. „Obwohl wir es den Schönbergen bei den Toren zu einfach gemacht haben, geht das Ergebnis schon in Ordnung. Wir konnten kaum für Entlastung sorgen und so hat uns zum Schluss die Kraft gefehlt“, war der Polzer Trainer Weidmann am Ende dennoch nicht unzufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft. Auch FC 95-Trainer Adigo sprach von einem verdienten Sieg seines Teams. „Die diszipliniertere und clevere Mannschaft hat gewonnen. Wir haben ruhig gespielt und immer wieder nach der Lücke in der Abwehr gesucht.“
FC Schönberg 95: Norman Köhlmann, Alexander Frank, Paul Manthey, André Kalbau (85. Marcus Klaczinski), Mamadou Sabaly, Martin Ryll (60. Yuzuru Okuyama), Thomas Manthey, Christian Radom, Sven Wittfot, Alexander Fogel, Christian Klingenberg (70. Dmytro Grybkow)
SV Blau Weiß Polz: Stefan Köhn, Daniel Hoppe, Florian Schuldt (62. Marco Ranft), Jens Hundertmark (79. Richert Wacker), John Mäder, Marco Schwabe (85. Eric Wille), Sebastian Müller, Steffen Willuweit, Alexander Köhn, Oliver Möller, Arne Pätzold
Tore: 0:1 Yuzuru Okuyama (61.), 0:2 Thomas Manthey (64.)
gelbe Karten: Alexander Frank, Paul Manthey - Jens Hundertmark, Oliver Möller
Zuschauer: 200
Schiedsrichter: Andy Stolz (Pritzwalk), assistiert von Thomas Ulbricht und Sandra Blumenthal
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Yuzuru Okuyama war keine 60 Sekunden auf dem Platz als er in dieser Szene per Kopf zum 0:1 traf.