Endstation Sofia Teil 1
....... um unser Glück perfekt zu machen, ließ uns nun auch noch das Wetter im Stich, zudem regnete es. Da wir alle nur maximal mit Pullovern bekleidet waren
und nichts Trockenes mehr hatten, war dieses natürlich nicht so angenehm. Zwei Tage in den selben Klamotten rum rennen, dass hinterlässt schongeruchstechnisch gesehen einige verwertbare Spuren.
Unser Diebstahl war mittlerweile anerkannt –was das Land Bulgarien jedoch nicht davon abhielt, eine Forderung in Höhe von 1500€ an mich zu stellen!!!.......
Was ist passiert? Zwei Tage in denselben Kleidern, Diebstahl und 1500€ an Bulgarien zu zahlen?!? Wir fangen am besten ganz am Anfang an.
Samstag 24.09.2005
Werder hatte gerade die Pillen-Werkself geschlagen und wir (Steffi und ich) sprinteten zum Auto, um rechtzeitig am Bahnhof eine weitere Person abzuholen!
Dank der deutschen Bundesbahn kam er natürlich zu spät und nach einer zügigen Begrüßung krochen wir in mein bis unters Dach mit Fressalien beladenes Mobil. Eigentlich hatten wir drei zwischen Toastbrot, Frikadellen, Torten und dem 10 Litern ominösen Getränkekanister gar keinen Platz mehr für uns, aber dank bester Dehnübungen schafften wir es dennoch, uns irgendwie Plätze zu ergattern.
Dann fuhren wir die Nacht über quer durch die Republik und Österreich, um früh morgens in Ungarn einzureisen. Da es wirklich noch sehr früh war, konnten wir es uns erlauben, für zwei-dreiStunden zu nicken. Leider hatten wir unsere Rechnung ohne einen der fleißigen örtlichen Dienstleiter gemacht, der mit Schrubber, Putztuch und Wassereimer begann unsere Scheiben einzuseifen. Da er natürlich Geld für seine Dienste haben wollte, seifte er diese sechsmal ein –wer schläft merkt ja nicht wie der Wagen gewaschen wird. Im Dämmerschlaf bekamen wir mit wie er fleißig am Wagen rumwippte, um uns zu wecken. Als dann immer noch keiner von uns reagierte, warf er sich beim Putzen mit dem ganzen Körper auf die Motorhaube. So was Dreistes hatten wir noch nie gesehen und die unerbetene Arbeit wurde durch unsere Abfahrt beendet.
Recht früh kamen wir also in Budapest an, um unser erstes Spiel der Tour zu sehen.
MTK Budapest – Ferencvaros Budapest
Auf direktem Weg ging es zum MTK-Ground, um die begehrten Tickets für das Naja-Derby zu kaufen. Bereits zwei Stunden vor Kickoff waren recht viele Cops im Stadion und darüber. Permanent kreiste ein Hubschrauber mit überdimensionaler Rundumkamera überm Stadion. Nachdem man sich mit Tickets versorgt hatte, beschlossen Steffi und ich, unsere Mägen mit dem leckeren Käsekuchen zu füllen, den wir im Auto hatten, während Ronny das Stadion schon mal ausspähte. Der Kuchen schmeckte vorzüglich und deshalb wurde er auch schnellstens vernichtet. Als es dann Zeit war, gingen auch wir ins Stadion, welches in der Gästekurve gut gefüllt war. Ca 800 Ultras und Hooligans von Ferencvaros beehrten dieses lahme Derby, denn auf Seiten von MTK versammelten sich nur 5-10 Kinder. Stimmungsmäßig war Ferencvaros ganz gut und nachdem man mit 2-0 in Führung lag, gab es auch sehr nett anzusehende Torpogos, wobei der komplette Haufen mitzog.
Auf den Rängen konnten die Blau-Weißen den Grün-Weißen in keinster Weise mithalten, aber auf dem Platz schon –das Spiel ging 2-2 aus.
Schnellstens begaben wir uns ins Auto und weiter ging es Richtung Serbien zum zweiten Kick des Tages. Recht zügig wurde die Grenze erreicht und passiert. Nachdem wir uns auch noch mit ein paar tausend Dinar ausstatteten, konnte die Reise über öde Landstriche und Landstraßen weitergehen. In Serbien scheint das „lustige-Tiere-totfahren“ Nationalsport zu sein, denn man konnte alle paar Meter Überreste von toten Karnickeln und ähnlichen Gekreuchs am Straßenrand erspähen. Außer einigen Bauern, die am Straßenrand auf ihre zwei, drei Kühe aufpassten, war weit und breit nix zu sehen. Na ja fast nix, waren mal keine Bauern oder toten Tiere zu erblicken, dann stand halt da zur Abwechslung die örtliche Polizei mit Laserpistolen, um rasende Ausländer abzuziehen.
Als dann die ersten Häuser auftauchten, wirkten diese einwenig seltsam! Dürfte daran gelegen haben, dass serbische Architekten scheinbar Fenster und Türen noch nicht entdeckt haben, oder dieses Thema an serbischen Hochschulen aus ungeklärten Gründen unter den Tisch gekehrt wird. Auf jeden Fall dürfte es in diesen Häusern sehr zugig sein –bewohnt waren sie dennoch.
In Novi Sad angekommen schwanden unsere Hoffnung, das spärlich ausgeschilderte Stadion zu finden, vor allem weil die Zeit mal wieder knapp war. So kam man aber noch in den Genuss, tolle Sehenswürdigkeiten wie kilometerlange Plattenbaughettos und 12 Jährige, die sich auf Mopeds an Pferdekarren anhängen und damit die ganze Familie samt Hausstand spazieren fahren, zu bestaunen. Nach mehrfachem Nachfragen kamen wir dann aber noch pünktlich an -2 Minuten waren gespielt als wir durch den Eingang fegten. Am „Kassenhäuschen“, welches eher nach einer alten MG-Stellung aussah, ergatterten wir die Karten für stolze 35 Cent!!! Absolut das wenigste was ich für ein Erstligaspiel jemals bezahlt habe. So betraten wir die Arena, die von außen wie ein riesiger Flohmarkt, oder Einkaufszentrum auf uns wirkte.
FK Vojvodina Novi Sad – FK Sartid Smederovo
Im Stadion verirrten sich weitere ca. 1000 fanatische Fans, die keine Kosten und Mühen gescheut haben, um dieses Topspiel zu sehen. Der Gästemob in blau-weiß stand am anderen Ende des Grounds eng zusammen und supportete auch munter und vor allem laut vor sich hin. Die scheinbar führende Gruppe („Alco Boys“) war auch dank der größten Zaunfahne schnell auszumachen.
Die Stimmung auf der Heimseite war von hoher Müdigkeit geprägt!
Was bei uns schnell gesungen wird, wurde dort viel zu langsam gesungen! Es klang teilweise so, als wenn Schlaftabletten Pflichtkonsum in der Kurve wären. Versammelt wurde sich hinter der großen „RED FIRM“ Fahne und massig anderen kyrillischen Zaunfahnen. Trotzdem wurde es manchmal verdammt laut und die Gegengerade stimmte auch mit ein. Besonders die Wechselgesänge konnten doch beeindrucken. Durch die uralten Ränge und die Plattenbaughettos kam auch so richtig „Ostblockfeeling“ auf. Novi Sad gewann am Ende 1-0, seltsam jedoch war die Polizeitaktik. Denn die Heimfans wurden im Stadion festgehalten, während die Gäste zu ihren Bussen geleitet wurden. Nach 10-15 Minuten durften wir dann auch hinaus und mit einem neuen Länderpunkt auf Tasche, ging es dann über Mazedonien weiter nach Griechenland.
Aus Novi Sad raus und an den Bretterbudenghettos vorbei, ein paar Zigeunerlager sowie mehrere Krater umkurvend, fuhren wir auf die Autobahn Richtung Belgrad. Die Hauptstadt wurde bei Nacht durchfahren und ca. 200km weiter hinter Nis schlugen wir unser Nachtlager an einer Raststätte auf. Kaum waren die Augen zugefallen, brach hier die Hölle ein. Pünktlich zur Geisterstunde begann im benachbarten Zigeunerlager eine Party! Feuerwerk vom Feinsten ging in die Luft und anschließend wurde noch ne Blaskapelle engagiert, die mit Sack und Pack um die Zelte zog. So laut sie waren, so schlecht spielten die auch. Aber irgendwann machte auch ich vor lauter Müdigkeit die Augen zu.
Am Montagmorgen den 26.09.05 passierten wir Mazedonien. Genauso gebirgig und leer wie Serbien, jedoch viel grüner und landschaftlich einfach netter anzusehen. Steile Gebirgswände, schöne Flüsse, viele Wälder und unbeleuchtete Tunnel, in denen es dunkel war, wie in einem Bärenarsch!
So fuhren wir durch dieses schöne Land und gegen Mittag erreichten wir die Grenze nach Griechenland.
Über eine wesentlich besser befahrbare Autobahn als in Serbien und Mazedonien, ging es direkt nach Thessaloniki zum nächsten Match. Es versprach ein wunderschöner Tag zu werden, denn die Sonne gab ihr bestes und keine Wolke war am Himmel zu sehen. Nach ca. 45 Minuten Fahrt erreichten wir die zweitgrößte Stadt Griechenlands. Schon nach einiger Zeit merkte ich, welch Chaos auf den Strassen herrschte. Die Stadt besteht aus einem heillosen Durcheinander von Häusern, Strassen, Geschäften, unvorsichtigen Fußgängern und mörderischen Autofahrern –nicht schön, aber dafür sehr groß und am Meer gelegen. Daher machten wir uns nach kurzer Inspektion des Stadion „Apollon“ auf zum Strand. Wenige Kilometer außerhalb der Stadt wurden wir fündig, nur leider war das Wasser viel zu flach. Man musste schon mehrere hundert Meter hinaus um beim Kraulen den Meeresboden nicht umzupflügen. Nach einer kleinen Dusche schauten wir uns die gesamte Strandpromenade genauer an und verweilten hier bis zum Spiel. Am Stadion angekommen kaufte man für erschwingliche 10€ eine Karte und nach ein paar Plaudereien mit den ansässigen Ultras betrat man den Ground.
Apollon Kalamarias Saloniki – Atromitos Halkidonas
Mit meinem „Ultras Apollon Schal“, den ich geschenkt bekommen habe und mich so von der Gastfreundlichkeit der Griechen überzeugen konnte, nahm ich im oberen Bereich Platz, um eine bessere Perspektive für die obligatorischen Fotos zu haben. Auf der Heimseite war erschreckend wenig los, na ja ist halt das Schicksal des vierten Vereins in der Stadt. Viele zur Unkenntlichkeit verschmorte und versenkte Sitzschalen lassen aber darauf schließen, dass in der Vergangenheit hier auch Pyrofans ausreichend auf ihre Kosten gekommen sein dürften. Da das Stadion nur aus einer (großen, ca. 8000 Leuten fassenden) halbrunden Tribüne besteht, waren die Gäste auf derselbigen untergebracht.
Geschützt durch ein ziemlich hohes Polizeiaufgebot und recht hohe stabile Zäune, wurden die Gäste am anderen Ende in Schach gehalten. Diese legten aber sofort los wie die Großen und begannen einen Support in einer Wahnsinns intensität, der erst Minuten nach dem Schlusspfiff enden sollte. So mancher Hochspringer dürfte neidisch geworden sein, wenn er gesehen hätte wie da 90 Minuten gehüpft und gesprungen wurde. Eigentlich hätten die alle nach fünf Minuten mit Wadenkrämpfen in der Ecke liegen müssen, aber stattdessen wurde nur gesungen und gesungen. Wobei schreien würde es besser beschreiben. Sehr geschlossen stand der Haufen zusammen und brüllte das bisschen, was von Seiten der Apollonanhänger kam, gnadenlos nieder. Auch gut so, denn als wir in der Menge unter den Apollonesen, einen mit einer H96- Fahne!!! erblickten, hatten diese bei uns sämtliche Sympathien verspielt. Spielerisch war das ganze auf einem erschreckend niedrigem Niveau, aber irgendwie unterhaltsam. Etwas nerviger war das permanente Vogelfuttergefresse der Einheimischen. Ansonsten fiel uns noch auf, dass alle umliegenden Häuser stockfinster waren, selbst sämtliche Straßenlaternen waren aus. Ob hier wohl zugunsten des Flutlichtes gespart werden musste?
In der Halbzeit war dann grauenvolle Folklore-Musik in unmenschlicher Lautstärke angesagt. Aber 15 Minuten. gehen ja irgendwie um, genauso wie
45 Minuten, deshalb war es unverständlich, warum der Schiri geschlagene 13 Minuten nachspielen ließ!! So kam Apollon noch zum Anschlusstreffer. Endstand 1-2 aus Sicht der Gastgeber. Wir sahen zu, dass wir zum Auto kamen, verabschiedeten uns vom Gefahrgut, in Form des 5Liter Kirschsaftkanisters und fuhren los Richtung Athen. Die 600km in die Hauptstadt waren natürlich in dieser Nacht nicht zu schaffen, deshalb ließen wir uns irgendwo auf halber Strecke nieder und bezogen unser Nachtlager.
Dienstag 27.09.05
Nach einer Katzenwäsche ging es dann motiviert weiter, denn mit Athen stand eine recht interessante Stadt auf dem Programm. Je näher man an die Hauptstadt kam, desto breiter wurde die Autobahn, so dass man teilweise zwischen fünf Fahrbahnen wählen konnte. War in Serbien gähnende Leere, so waren hier immer mehr Häuser zu sehen, egal wo man hinschaute. Kurz vor Athen wurden dann noch mal sinnloserweise 12€ in einen Stadtplan investiert, der nur den westlichen und nördlichen Teil der Stadt abdeckte. Athen ist wohl zu groß für einen Stadtplan. Akropolis und viele andere Sehenswürdigkeiten waren gar nicht verzeichnet, wenigstens aber das Olympiastadion wo gespielt werden sollte.
So konnten wir das Stadion ohne Probleme finden, was aber auf die Parkplatzmöglichkeiten nicht zutraf. Trotz Anfrage im Pressebüro und der Geschäftsstelle mussten wir das Auto irgendwo draußen abstellen. Von einem erst sicher geglaubten Parkplatz, durften wir uns auch entfernen, da er nachts abgeschlossen wird. Riesen Olympiastadion/Park, aber keine Parkplatzmöglichkeiten. So mussten wir mit einem Busparkplatz vorlieb nehmen, auf dem Halbstarke ihre Rennen austrugen. Da auf der von uns teuer erstandenen Karte keine U-Bahn-Station, in der Nähe des Stadions verzeichnet war machten wir uns mit dem Wagen auf, um zur nächsten Station zu kommen. Dieses Unterfangen brach ich nach wenigen Kilometern ab, da in dem total chaotischen Verkehr mit geisteskranken griechischen Auto- sowie Kamikazemotorradfahrern keine Chance bestand, irgendwie lebend, irgendwo anzukommen. Also haben wir halsbrecherisch gewendet und sind zurück zum Ausgangspunkt gefahren. Das war unser Kurztrip durch Athen. Statt Sehenswürdigkeiten sahen wir nurStraßen voller Chaos, Häuser und Tankstellen. Wir kamen also nicht weg. Nun ist man schon in Athen und bekommt die Akropolis nicht zu sehen! („FUCK“!!!) Es kann doch nicht sein, dass ein Olympiastadion keine Anbindung zur U-Bahn hat!?! Aber wir sollten später eines besseren belehrt werden. Stattdessen mussten wir mit unserem Parkplatz, einen Grillimbiss und Lidl vorlieb nehmen –auch schön.
Nach so ca. acht Stunden trudelten dann auch die ersten Bremer bei uns am Auto ein. So konnte man gemeinsam die restliche Zeit mit viel Quatschen verbringen bevor es dann ins Stadion ging. Ich verabschiedete mich mit mulmigen Gefühlen von meinem Auto, in der Hoffnung dass kein Panathinaikoskamerad darüber herfallen würde und schloss mich dem Rest an.
Panathinaikos Athen – Werder Bremen
Im Gästeblock haben sich ca. 120 „Bremer“ breit gemacht. Da es vorher hieß, in Bremen seien 800 Karten abgesetzt worden, schon eine Enttäuschung. Aber gegen die knapp 40.000 Griechen hätte man sowieso keinen Stich gelandet. Die zweite Enttäuschung an diesem Abend war da schon gravierender, denn man teilte uns mit, dass es sehr wohl eine U-Bahn-Station am Stadion gab und wir parkten nur einige 100 Meter entfernt davon! Beim Einlaufen der Mannschaften zogen alle Griechen mit und es entstand ein ohrenbetäubender Lärm. Hüpfen und Singen vom Feinsten. Leider wurde dies nicht die gesamten 90 Minuten durchgezogen. Bei den beiden Toren der Griechen kannte der Jubel natürlich keine Grenzen mehr. Presseleute tanzten auf den Tischen zwischen ihren Laptops und mussten von Ordnern beruhigt werden. Das Maskottchen (grottenhässlich übrigens) lag einem Polizisten in den Armen und der gesamte Lärmpegel nahm noch mal gewaltig zu. Die Stimmung (wenn man überhaupt das so nennen konnte) im Gästeblock ging völlig unter, so dass bis auf eine Gruppe von vielleicht 20 Leuten, sämtliche Supportbemühungen eingestellt wurden. Nach dem 2-0 übernahm Werder so langsam das Spielgeschehen, doch es kam vor der Halbzeit nichts Zählbares dabei heraus. Erst als in der zweiten Hälfte der Anschlusstreffer gelang, kam ein wenig Hoffnung auf, etwas Zählbares mit in die Hansestadt nehmen zu können. Dass Werder in der zweiten Halbzeit mehr am Drücker war, merkte man auch daran, dass die Griechen immer leiser wurden und die tolle Stimmung über längere Zeit, wie weggeblasen war. Als das Spiel aus war und die 3 Punkte in Hellas blieben kannte der Jubel kein Halten mehr. Das ganze Stadion war am Beben vom Hüpfen und aus allen Kehlen schallte es: „HELLAS HELLAS“
Da wir natürlich erst 20 Minuten später aus dem Block durften, wartete unser Mitstreiter schon ungeduldig am Auto. War es vor dem Spiel schon chaotisch auf dem Parkplatz zugegangen, so war jetzt hier die Hölle los! Die Autos parkten mangels Parkplätzen, einfach kreuz und quer wie sie wollten. Die hätten die Wagen sogar auf Bäumen geparkt, wenn sie es denn könnten, aber ich vermute der ein oder andere hat dieses an jenem Abend auch versucht.
Da wo der Grieche lustig war, sein Auto abzustellen, da tat er es dann auch. Genauso wie besoffene Inselaffen, die da einschlafen wo sie hinfallen. Einige Autos wurden von ihren Besitzern mit aufgestochenen Reifen aufgefunden, doch wir hatten Glück, dass sich an diesem Abend, ein paar Hellas-Rowdies, die es auch auf mein Auto abgesehen hatten, sich von meinem Mitstreiter dank bester Agententechnik, sich haben vertreiben lassen. Also zogen wir es vor so schnell, so schnell wie möglich aus dieser Stadt zu verschwinden. Unser nächstes Etappenziel sollte Sofia sein. Da dort, entgegen zu Belgrad, ein Doppler (CSKA und Levski) bevorstand. Deshalb war es ein Leichtes meine „Leidesgenossen“ schnell und einfach davon zu überzeugen, nicht zu Partizan Belgrad zu fahren
In einer kleinen Bucht am Meer, in der Nähe von Larisa, wurde diesmal genächtigt. Leider war es zu dunkel, um den Ausblick genießen zu können, aber das Meeresrauschen und über 20°C in der Nacht haben ja auch was für sich.
Mittwoch 28.09.05
Nach dem ganzen Stress und dem vielen Sitzen im Auto in den letzten Tagen war heute mal Entspannung angesagt. Leider stand an diesem Tag kein Fußball an. Wir steuerten einen feinen Sandstrand an -ca. 100km vor Thessaloniki. Ein wirklich traumhafter Strand mit türkisfarbenden Wasser und sehr wenigen Menschen, von denen jeder zweite aus Polen kam. Leider fing es nach geraumer Zeit an zu tröpfeln und es folgte ein starkes Gewitter mit übelsten Wolkenbrüchen. Also verzog man sich ins nächste Restaurant, um sich für die kommende Nacht zu stärken. Anschließend wurde noch ein Internetcafe aufgesucht, dessen Toilette ich mit „Naturalien“ verwüstet habe! Der Regen und das Gewitter ließen nach und wir stiegen ins Auto und ab Richtung Bulgarien.
Bereits an der Grenze wurde uns mal wieder klar, wie freundlich bulgarische Beamte sind. An der Zollstelle wurden wir von einer missmutigen Frau empfangen, die aussah, als hätte ein LKW-Fahrer mal nicht aufgepasst, an der Schranke nicht rechtzeitig gebremst und ihr einmal quer durch die Schmiege gerollt sei! Ihre Laune und ihre Freundlichkeit passten sich dann auch nahtlos an ihre unfassbare Schönheit an. Zunächst wurden 4€ fällig für eine „Desinfektion“. Sprich: Wir wurden gezwungen durch ein Loch mit einer stinkenden Flüssigkeit zu fahren. Ob da der Wagen oder die Flüssigkeit gereinigt werden sollte, blieb offen. Danach wollte die „hübsche“ Dame mir noch erzählen, dass an mit meinem Pass etwas nicht in Ordnung wäre und ließs sich erst nach längerem Hin und Her erweichen, um uns in ihr beschissenes Land zu lassen. Sie steckte uns noch einen roten Zettel mit der Aufschrift „Borderpolice“ zu. Dieser wurde von uns unter die Windschutzscheibe gelegt. Ob das nun richtig oder falsch war, oder wofür das Teil überhaupt von Nutzen war, wissen wir bis heute nicht, denn wir waren keine 10 Meter gefahren, da sprang uns ein Soldat vor die Karre und schnappte sich lachend das rote Etwas.
Immer noch kopfschüttelnd ging es dann in die Wechselstube, wo uns zwei weitere „Schönheiten“ des Landes empfangen. Die eine mit Hakennase und Pickeln, die andere war Liliputanerin. Nachdem wir zweimal nachgezählt hatten, konnten wir endlich weiter gen Sofia. Etwa 100km vor der Hauptstadt war dann Schluss. Wir schlugen unser Zelt auf, tranken das Einlaufbier und betrachteten in dieser saukalten Nacht den wunderschönen Sternenhimmel. Doch diese Idylle wurde mitten in der Nacht jäh unterbrochen. Irgendein Idiot parkte neben unserem Zelt und hupte mehrmals. Nachdem ich den Baseballschläger rauskramte, um diesen Störenfried zu verjagen, erkannte ich auf dem Dach des Autos ein Blaulicht!!! Es handelte sich um die örtliche Polizei, die uns in gebrochenen deutsch vermittelte: „ Vorsicht Mafia, Mafia, hier nicht schlafen“!! Man wollte uns auf einen bewachten Parkplatz verweisen. Da wir noch zwei-drei Stunden schlafen wollten, zogen wir es vor zunächst auf die Mafia zu scheißen.
Donnerstag 29.09.05 „DDay“
Von der Mafia war zum Glück keine Spur und so kletterte man morgens
wohlgelaunt aus den „Federn“. Es war zwar immer noch recht schön, aber einigermaßen frisch, so dass wir alle die langen Hosen anzogen –eine sehr gute Entscheidung wie sich später herausstellen sollte.
Bei der Einfahrt nach Sofia bestätigte sich abermals der Eindruck davon, dass Bulgarien einfach nur hässlich ist (ausgenommen die Schwarzmeerregion natürlich). Die Menschen hier scheinen sich der Situation aber bewusst zu sein, denn nirgends sah mein fröhliches Gesicht. Na ja vermutlich nichts gegen die Gesichter, die wir später ziehen sollten .
Auf direktem Wege ging es zum Levskistadion, um schon mal vorsorglich die begehrten Tickets zu holen, da später nicht mehr viel Zeit dafür bleiben würde.
Am Stadion entschieden wir uns den zur Hälfte abgesperrten Parkplatz zu benutzen. Drei Polizisten an der Ausfahrt ließen uns auch ohne Probleme passieren und als wir in Sichtweite parkten, gab es keine Proteste –gut so.
Auf dem Vorplatz war bereits einiges an Uniformierten aufgelaufen und Absperrgitter etc. wurden aufgestellt. Der Ticketshop war recht schnell gefunden und die 5€ Eintritt für die Haupttribüne zahlten wir auch gerne. Anschließend ging es noch schnell in den Fanshop wo man sich mit einigen Utensilien eindeckte bevor es nach 10-15 Minuten zurück zum Auto ging. Zumindest war das so geplant, denn wir waren da –nur das Auto eben nicht!!!
Leichte Panik machte sich breit und als die herbeigerufenen Polizisten nach Rückruf mit der Zentrale uns erklärten, dass der Wagen nicht abgeschleppt worden ist –war klar, dass ein einheimischer Dienstleister nicht mehr mit ansehen konnte, wie wir in unserem (nach sechs Tagen, vielen dreckigen und nassen Klamotten, doch mittlerweile recht erheblichen) Mief hocken mussten und hatte uns so kurzerhand unserer Sorgen (und unseres Gepäcks) erleichtert.
Herzlichen Dank auch noch mal von dieser Stelle!
Ein Handy, Ladegeräte, Reisepass, eine Digitalkamera, Klamotten, Schlafsäcke, Essen….alles weg!! Was uns blieb, waren unsere Portemonnaies, zwei Kameras, zwei Handys und die Sachen die wir trugen. Zunächst haben wir alle nicht richtig begriffen was das ganze jetzt bedeutete. Wie sollten wir nach Hause kommen? Während wir auf einen herbeigerufenen englischsprachigen Cop warteten, waren wir fleißig dabei Pläne zu schmieden. Ob wir nun mit dem Leverkusener Mannschafts- oder Fanbus mitfahren, oder mit dem Zug über Bukarest und weiß der Teufel wo, wieder zurück nach Hause.
Eigentlich alles keine richtigen Alternativen, aber in so einem Moment schießt einem wirklich alles Mögliche durch den Kopf. Trotz allem musste ich klaren Kopf bewahren um die bevorstehende Abwicklung zu verstehen und anzugehen. Kopf in Sand stecken ging nicht –vor allem wollten wir auch noch die beiden Spiele sehen. Ich weiß, man muss schon krank sein, oder völlig bekloppt, dass man in solch einer extremen Situation überhaupt an Fußball denken kann.
Nach 30 Minuten kamen dann zwei Polizisten in zivil, wobei der eine davon des Englischen mächtig war. Er erklärte uns, dass wir zur Botschaft müssten, denn in Bulgarien wird bei den Behörden keine andere Sprache akzeptiert. Das hieß für uns, entweder ganz fix bulgarisch lernen, oder einen Dolmetscher engagieren. Als ich auf die Frage, ob ich denn jemanden aus Bulgarien kennen würde mit einem: „ Ja den Dimitar Berbatov von Bayer“ antwortete, fand er es gar nicht lustig und fühlte sich einwenig verarscht. Egal, ich ließ mir noch seinen Namen und Nummer geben bevor er dann anfing den Tatort zu fotografieren. Allem Anschein nach, war auch in einige Busse die dort standen eingebrochen worden. Und das alles im Umkreis von 20 Metern um die Polizei!?! Entweder wurden da beide Augen zugedrückt oder irgendwer war unfassbar dreist. Auch kaum vorstellbar, dass die Herren in blau den Wagen nicht haben wegfahren sehen. In den vergangenen 45 Minuten die wir dort standen, fuhren vielleicht 3 Wagen vom Parkplatz –wie viele dürften das wohl in den 10 Minuten gewesen sein, die wir weg waren? Und dann noch ein
Golf IV mit deutschen Kennzeichen –merkwürdig!
Uns wurde dann ein Taxi gerufen mit dem wir zur deutschen Botschaft gebracht worden sind. Dies Taxi entpuppte sich als das älteste und langsamste der ganzen östlichen Hemisphäre.
In der Botschaft wurde mir dann erklärt, was ich denn jetzt alles erledigen müsste. Bei der Polizei Anzeige erstatten, diese von der Staatsanwaltschaft beglaubigen lassen, die beglaubigte Anzeige wiederum vom Generalstaatsanwalt beglaubigen lassen und anschließend noch zum Zoll. Das ganze Prozedere war an einem Tag zu schaffen. Also mussten wir uns noch zusätzlich um eine Bleibe für die Nacht kümmern. Um Kosten zu sparen rief ich aus der Botschaft noch bei der Versicherung und beim ADAC an. Die Botschaft war auch sehr bemüht, so dass sie uns ein Hotelzimmer reservierte und uns eine geeignete Dolmetscherin (Jenni) zur Seite stellte. Mit Jenni und ihren alten Ford Fiesta, den sie glaub ich auf der Fahrt sieben Mal abwürgte, ging es zum 5. Polizeirevier. Ab jetzt begann unser Rennen gegen die Zeit. Der ADAC hatte einen Rückflug für den Samstag gebucht; d.h. für den ganzen Behördenkram hatten wir nur noch den Rest vom Donnerstag und den ganzen Freitag. Über das Wochenende sind die Ämter ja nun mal geschlossen.
Im Polizeirevier fühlte sich zunächst niemand für uns zuständig. Auch der Herr Pavlow, der mir ja seinen Namen und Nummer gab, war hier gänzlich unbekannt. Das war ja klar!!! Sehr mysteriös das Ganze. Nach einigem hin und her wurden wir dann in ein Büro hinein gelassen wo sich der nette Herr in Uniform zunächst nur für meinen Nettoverdienst in Deutschland interessierte! Das Büro wo wir uns befanden hatte außer aufgerissenen Stühlen, einem uralten Schreibtisch auf dem ein noch älteres Wählscheibentelefon stand und Radkappen nichts zu bieten. Und hier sollen Verbrechen aufgeklärt werden. Mit einer Engelsgeduld stellte er immer wieder dieselben Fragen, „Was wurde geklaut und wo?“ Zwischendurch machte er Scherze mit der Dolmetscherin. Die erste Stunde verstrich ohne irgendwelche erkennbaren Fortschritte gemacht zu haben. Wir wurden immer ungeduldiger und unser Gegenüber immer
trantütiger.
Zwischendurch kamen dann immer wieder der eine oder andere Kollege (und alle sahen eher selbst nach Mafia aus statt Polizei) und meinte irgendwas beitragen zu müssen. Am interessantesten war noch der Hinweis, dass wir Glück hatten, dass wir nicht eine Stunde später am Tatort waren, denn genau dort soll jemand erschossen worden sein. Es scheint so als wenn die Gegend rund ums Levski-Stadion sehr heiß sein muss! Na ja geschlagene zwei Stunden später hatte der gute Mann seine Schuldigkeit getan und das Protokoll handschriftlich erstellt.
Super also können wir ja endlich zum Fußball –Denkste!! Nun mussten wir noch zu einem anderen Kollegen im zweiten Stock, vorbei am Knast im EG, durch Flure ohne Licht aber dafür mit herunterfallendem Putz. Das Büro sah fast genau so scheiße aus aber dafür mit vielen Ersatzreifen, Gerümpel etc. liebevoll eingerichtet. Der Beamte hier tippte nun den handgeschriebenen Bericht auf einen alten PC (386er). Wobei Abschreiben nicht das richtige Wort ist, denn er musste sich alles von der Dolmetscherin diktieren lassen. So verstrich die Zeit und im Stadion der Bulgarischen Armee war gerade Anstoß. Dementsprechend lang waren auch unsere Gesichter. Aber auch er wollte witzig sein und glaubte in uns Leverkusener zu erkennen. Orrrrr!!! Als ob der Verlust des Autos und der Klamotten nicht schon schlimm genug wären –jetzt waren wir noch Leverkusener. So langsam machte sich dann Panik breit, dass wir das Spiel wohl abschreiben könnten als der Beamte sich plötzlich verabschieden wollte und uns mitteilte dass er fertig sei. Es müsste nur noch das Protokoll vom Polizeichef beglaubigt werden. Nach schier endlosen Gequatsche ging es dann um kurz vor fünf endlich raus. Fast fünf Stunden nach dem Diebstahl! Unsere Dolmetscherin hatte uns zwar angeboten die 1-2km zum Stadion zu fahren aber wegen ihrer Fahrkünste lehnten wir dankend ab und verabredeten uns für den nächsten Tag.
Also nahmen wir die Beine in die Hand und rannten los, denn schließlich wollten wir das Spiel nicht ganz verpassen –deswegen waren wir ja eigentlich hergekommen. Da wir ja schon mal vor kurzem hier waren, wussten wir wo es lang ging und zusätzlich konnte man sich an dem schon vom weiten hörbaren Stadionlärm orientieren.
CSKA Sofia – Bayer Leverkusen
Abgehetzt und wie von wilden Stieren verfolgt erreichten wir den Eingang und nach kurzem Check zu unserem Entsetzten festgestellt, dass alle Kassen geschlossen waren und das Spiel ausverkauft war. In dieser Situation hilft nur noch eins –den Ordnern, Polizisten und Militärs weismachen, dass man von der Presse sei. Aber dieses Unterfangen erwies sich schwieriger als geplant, denn die ersten Polizisten, die uns nicht gewähren ließen, weisten uns darauf hin, dass ausnahmslos alle Presseleute und Fans in der Stadt mit einem Bus abgeholt worden sind und sich nun im Stadion befanden –also keine Chance!
Leicht verzweifelt suchte man den nächsten Eingang.
Da die uniformierte Knüppeltruppe an jenem Eingang damit beschäftigt war einen jungen CSKA-Anhängern zu bearbeiten, hielten wir denen unsere Ausweise entgegen (einen Werder-Mitgliedsausweis, einen Presseausweis und meinen legendären Longfordtown-Präsiausweis) und ernteten nur blöde Blicke, aber man ließ uns passieren. So, wir waren drin –mitten in der CSKA-Kurve! Das komplette Rund war im Ausnahmezustand! Super Stimmung, inklusive der Haupttribüne war alles auf den Beinen –Arme nach oben und am Klatschen! Italienisch angehauchte Lieder in einer wahnsinns Lautstärke.
Dazu viele Fahnen, das komplette Stadion in rot gekleidet und vorm Block so verheißungsvolle Fahnen wie „Sofia Hooligans Army “, „Torcida“ oder „Ultra North“. Die Leute um uns herum fielen durch ihre Schals wie: „White Power Skinheads“oder „Ultra Hooligans“ auf! Von den Pillendrehern aus L keine Spur. Aber sicherlich verständlich, hier trauen sich wohl nur die wenigsten, sich als Gästefans zu outen. Das riesige Polizeiaufgebot schien bei diesem Potential auf den Rängen durchaus gerechtfertigt. Die Stimmung war wie gesagt grandios! Ohne Pause, immer wieder wurden Gesänge angestimmt und das gesamte Rund zog sofort mit. Schalparaden übers gesamte Stadion, pöbelnde Haupttribünenbesucher und vereinzelte Pyroeinlagen. Das Spiel hatte wirklich alles und wir ärgerten uns schwarz, dass wir die erste Halbzeit verpasst hatten –andere Sorgen hatte ich ja nicht. Nach dem 1:0 für CSKA ging es dann richtig rund! Überall gingen Rauchfackeln und Bengalen an, diese wurden teils auf den Rasen entsorgt.Dazu wurde noch die Festigkeit des Maschendrahtzauns getestet und zugleich lief die Staatsmacht auf und bezog Stellung vor den Blöcken. Der Rest war Party pur.
Wir konnten jedoch leider nicht mehr „mitfeiern“, denn das zweite Spiel an diesem Abend stand an. Also ging es fix zur Hauptstrasse und nach einer Weile konnten wir ein Taxi anhalten, mit dem es zurück zum „Tatort“ ging.
Levski Sofia – AJ Auxerre
Mit Anpfiff kamen wir vorm Tor an und rannten rein. Hier war das Stadion nicht ausverkauft, aber die Stimmung genauso gut! 13.000 dürften es gewesen sein, die dass Levskistadion bevölkerten.
Die Fankurve zu unserer Linken machte auch schon fleißig Alarm.
Für Belustigung sorgte ein Typ im Nebenblock. Komplett in weiß gekleidet und
dazu eine weiße Sturmhaube über –sehr stylisch. Auch hier wieder Kinder mit Hooliganschals und White-Power-Klamotten gesichtet.
Die obligatorischen Keltenkreuze auf den vielen Fahnen und T-Shirts durften natürlich auch nicht fehlen. Beim 1-0 für Levski spielten sich dieselben Szenen ab, wie eine Stunde zuvor bei CSKA, außer dass, das gesamte Spektakel durch eifriges Sitzschalenwerfen abgerundet wurde. Da schien beim Torjubel so einiges zu Bruch gegangen zu sein. Krönung der Veranstaltung waren zwei Vögel die gleich eine ganze Reihe ausgerissen hatten und nun stolz knappe vier oder fünf Sitzschalen auf einer Metallschiene präsentierten. Zum Werfen war das Geschoss aber scheinbar ne Nummer zu groß und so verschwand der Spaß wieder in der Versenkung. Auch pyrotechnisches Material fand seinen Weg auf die Ordnungshüter, welche jedoch recht locker reagierten. Ebenfalls als mehrere Härtefälle kurz davor waren, eines der Tore zum Innenraum aufzubrechen. Gelungen ist es ihnen nicht, aber viel hätte nicht gefehlt.
Gästefans waren gezählte 0 anwesend, ein paar versteckte Franzosen auf der Haupttribüne jedoch nicht ausgeschlossen. Die Haupttribüne war dann auch unser Ziel in der Halbzeit, denn unsere Plätze konnte man niemandem zumuten –sämtliche Sitzreihen waren krumm und schief, oder die Sitzschalen waren herausgebrochen. Also raus und ab auf die etwas geräumigere und voll überdachte Haupttribüne. Als beim ersten Tor, die Uniformierten uns lieber eins auf die Fresse hauen wollten, statt sich unser Anliegen anzuhören, versuchten wir es woanders und hatten Glück. Die Tribüne hier war ähnlich aktiv wie vorher bei CSKA und so wurde auch hier permanent aufgestanden, Lieder angestimmt und Fahnen geschwenkt. Grenzenloser Jubel beim Abpfiff, denn dass 1-0 bedeutete die zweite Runde.
Für knappe 2€ fuhren wir dann die 6km in das von der Botschaft organisierte Hotel. 40€ für 2 Zimmer mit Bad und Balkon
–da kann man wirklich nicht meckern. Im Restaurant des Hauses wurde dann endlich was gegessen und bei den Preisen konnte man so richtig zulangen. Nach dem Bezahlen ging es aufs Zimmer und gerade als man einen bulgarischen Pornokanal im TV ausmachte, fiel im ganzen Stadtviertel der Strom aus! Also direkt in die Kiste und mit mulmigen Gefühlen, was den anstehenden Behördenmarathon betraf, schlief man irgendwann erschöpft ein.
Ende Teil 1