"... Geht es vielleicht um die Diskussion, dass sich die Vereine künftig zum Teil an den Kosten der Polizeieinsätze beteiligen sollen (was ich persönlich für einen guten Vorschlag halte)? ..."
"... Mal ehrlich, wie kann man als Fussballfan so etwas für "einen guten Vorschlag" halten? ..."
"... Ich finde den Vorschlag halt gut, bei den Profivereinen - bei denen es in erster Linie um Gewinnmaximierung geht - Geld einzusparen und dieses eingesparte Geld in Jugendbereiche zu stecken, um dort den Fußballsport zu fördern ..."
Da kann ich Dir jetzt nicht ganz folgen ... Wie meinst'n das? Wieso haben die Vereine durch das Zahlen der Kosten von Polizeieinsätzen mehr Geld für die Jugendarbeit? Da wäre doch eher das Gegenteil der Fall?
"... man sieht ein, das Ausschreitungen ein unabänderliches Risiko darstellen, hört auf einen Schuldigen dafür zu suchen und kanalisiert diese Gefahr einfach in bestimmte Freiräume/Pufferzonen, in dem man den Fusballfans z.B. wieder zugesteht ihre eigene Welt, mit ihren eigenen Regeln und Gesetzen, aus der im Allgemeinen nichts nach aussen dringt, zu haben ..."
"... Dagegen finde ich z.B. Deinen folgenden Vorschlag, aus Stadien einen Sammelbecken für Straftäter zu machen, total unsinnig ..."
Gut, anscheinend gehen hier, die Definition von "Straftätern" betreffend, die Meinungen zu weit auseinander ... Für mich sind nur durch ein ordentliches Gericht rechtsgültig verurteilte Personen "Straftäter" und bis zu diesem Zeitpunkt haben sie laut Grundgesetz als unschuldig zu gelten, aber wer hält sich heutzutage schon noch an geltende Gesetze ...
Was "meinen Vorschlag" betrifft, ist dieser "Vorschlag" im Grossen und Ganzen nichts weiter als dieselben 'entspannten' Zustände wieder herzustellen, wie es sie seit Jahrzehnten in deutschen Fussballstadien gegeben hat. Wenn laut offiziellen Aussagen von Medien und Behörden die Gewaltspirale steigt, heisst das doch nichts anderes als das "früher alles besser war" ... Demzufolge braucht man doch den Fans nur dieselben Freiräume wieder zugestehen, die sie jahrzehntelang hatten. Wo sie ihre kleinen Ritualien untereinander pflegten, welche in keinster Weise die allgemeine Gesellschaft in dem Masse gefährdeten, wie man es heutzutage den Bürgern (mit sichtbaren Erfolg ...) einreden möchte.
Was spricht (gerade aus ökonomischer Sicht) dagegen das Ausschreitungen (die, wie die vergangenen 100 Jahre beweisen, beim Fussball auf Dauer ganz einfach unvermeidbar sind!) kontrolliert innerhalb dieser Freiräume verpuffen, während es ohne jegliche Pufferzonen vermehrt zu unvorhergesehen und vor allem unnötigen Eskalationen kommen wird, die dann wirklich eine Gefahr für die Allgemeinheit darstellen können?
Warum knüppelt man auf Grund von "Null Toleranz" z.B. FCM-Fans in Minden (auf dem Rückweg aus Mönchengladbach) in den Zug nach Braunschweig obwohl diese Jungs gar nicht aus der Stadt Magdeburg kommen und mit dem Zug über Hannover nach Hause in Harz fahren wollten/müssten?
Die Sturheit von unfähigen/ungeschulten Beamten, mangelnde Flexibilität der Einsatzkräfte und fehlende Bewegungsfreiräume für Fans sind ein sehr grosser Unsicherheitsfaktor und inzwischen für den grösseren Teil der Eskalationen verantwortlich. Die Anzahl von Verletzten (auf allen Seiten) und die Kosten (z.B. durch inflationär angestrengte Strafverfahren, die dann auch noch oft wegen Mangels an Beweisen eingestellt werden müssen) sind heutzutage nicht durch die Irren ("Straftäter") im Block gestiegen, sondern durch die verfehlte Sicherheitspolitik der Polizei und der Verbände, die jeden der nur annähernd "verdächtig" ist, als "Gewalttäter Sport" abstempelt und den wirklichen Straftätern somit sogar noch Nachwuchs beschert ... denn wenn einem ständig gesagt wird das man ein "Fussballverbrecher" ist, das das Bepöbeln der Gegner in Wirklichkeit eine "Diskriminierung von Minderheiten" darstellt und das Abbrennen eines Bengalos ein "gewissenloser Gewaltakt" und keine "südländische Stimmung" ist, ist man irgendwann auch ein "Fussballverbrecher" und verhält sich dementsprechend. Schliesslich haben "die da oben" doch immer Recht, oder?! Und wenn sie mal nicht Recht haben, wird aus einer Mücke ein Elefant gemacht und schon hat man wieder (eine) Recht(fertigung) ...
Bleibt immer noch die Frage offen, warum man nun die einzelnen Vereine für die Geschehen rund um die Spiele verantwortlich machen sollte?
Was kann z.B. der 1.FC Magdeburg e.V. dafür das die Polizei in Minden unbedingt einige FCM-Fans in den falschen Zug prügeln will und selbst auf die Vermittlungs-, Erklärungs-, Schlichtungsversuche des offiziellen Fanbeauftragten des 1.FCM hin, nur mit Knüppeleinsatz und Tränengas reagiert? Warum sollte dieser völlig unnötige Einsatz vom 1.FC Magdeburg e.V. mitfinanziert werden?! Die Gärtner sollten ihr Tränengas mal selber bezahlen, vielleicht setzen sie es dann etwas sparsamer ein und senken somit selber die Kosten!
BWG Kille