Der starke böige Wind verwehte wohl eine Spitzenpartie. Dennoch war es zumindest für die heimischen Fans ein Wechselbad der Gefühle. Die wenigen, aber dann hochkarätigen Chancen, ließen aber trotzdem keine lange Weile aufkommen. In der 17. Minute die Führung durch einen direkten Freistoß von Thomasz Lapinski. Jänicke im Tor war noch dran, konnte den Ball aber nur noch unter die Latte ablenken. Keine 3 Minuten später gelangte ein schöner Paß zum fast frei stehenden Gästeangreifer. Als der Schwedter Kargol in den Zweikampf gehen wollte, kam er ins Straucheln und drückte auch den Oranienburger nach unten. Die Folge: Freistoß für Oranienburg und Rot für den Schwedter als letzter Mann. Eigentlich hätte es sogar Elfmeter geben müssen, da sich die Szene im Strafraum abspielte. Der Freistoß brachte nichts ein. Im Gegenzug gleich eine große Möglichkeit für die Gastgeber auf 2:0 zu erhöhen. Vergeben. Dafür ein Konter der Gäste. Schönhoff wird steil freigespielt und verwandelt flach unten (23.Min) zum Ausgleich. In dieser Szene ausgleichende Gerechtigkeit, da Schönhoff beim Pass deutlich im Abseit war. Die Schwedter zeigten aber bereits zu diesem Zeitpunkt, daß sie den Kampf in Unterzahl angenommen haben und setzten weitere Nadelstiche im Konterspiel. Ein schneller Gegenzug brachte noch vor der Pause die erneute Führung durch Bartosz Lapinski. Als Wendlandt ebenfalls nach einem hohen Ball vom letzten Oranienburger (im Strafraum ?) gehalten wurde, gab es für den FC ebenfalls nur Freistoß, aber kein Rot für den letzten Mann der Gäste. So ging es in die Pause.
Oranienburg begann die 2. Halbzeit mit mehr Engagement und drückte die numerisch dezimierten Gastgeber nun mit Unterstützung des Rückenwindes in die eigene Hälfte. Einige verheißungsvolle Aktionen führten aber noch nicht zum Ausgleich. Die Schwedter wankten, aber fielen nicht, bis eine kleinliche Freistoßentscheidung Jonny Ratajczak das zu diesem Zeitpunkt verdiente 2:2 ermöglichte. Der lange Ball flog mit Windunterstützung leicht abgefäscht unhaltbar ins Gastgebertor (63.Min).
Wer nun dachte, der OFC würde nun nachlegen können, der sah sich getäuscht. Die 10 Schwedter verlagerten nun das Spiel immer mehr in die Hälfte der Gäste, die bereit zu diesem Zeitpunkt ausgepowert schienen, obwohl das Tempo des intensiven Spiels nicht allzu hoch gewesen war. Angriffe der ballsicheren Schwedter wurden fast ausschließlich auf Kosten von unzähligen Fouls unterbunden, sodaß es nur eine Frage der Zeit schien, wann sich diese Fülle an Standarts gegen den OFC rächen würde. Und tatsächlich führte genau ein langer Freistoß von halbrechter Position in der 83. Minute zum entscheidenden 3:2, das Hubich per Kopf erziehlte. Kurz vor Schluß noch einmal durchatmen für die heimischen Zuschauer, als die Gäste auf der linken Seite durchkamen und den Ball am herauseilenden FC-Torwart Lenz, aber auch knapp am Tor, vorbei lupften. Großer Jubel beim Abpfiff und durch Hennigsdorfs 2:2 in Neustadt ein erneuter Führungswechsel an der Spitze. Es bleibt spannend.