BSV 79 - SG Handwerk II 2:1
Nachdem letzte Woche noch einige dazu neigten, aufgrund des Sternesieges etwas die Bodenhaftung zu verlieren, hat man sie nun wiedererlangt. Doch Schuld ist man selbst.
Der BSV beginnt wie erwartet druckvoll. Man wollte sicher die schnelle Führung. Handwerk hatte hier etwas Glück, dass der letzte Pass meist zu ungenau kam. Doch nach zehn Minuten fing sich der Gast, kam besser ins Spiel und übernahm zunehmend das Mittelfeld. Über Standards und mit Schüssen aus der zweiten Reihe versuchte man zunächst zu punkten, wusste man doch, dass Scheld immer wieder für Kuriositäten gut ist. Luft hatte die größte Chance, nachdem er ca. zwei Meter vorm Tor zu überrascht war als die BSV-Verteidiger unter einer Freistoß-Flanke durchtauchten und somit den Ball nicht unterbringen konnte. Kurz danach wechselte Handwerk klug den Flügel und Domnick konnte allein auf Scheld zulaufen und den Ball unter die Latte nageln. Der BSV schien sichtlich geschockt. In dieser Phasewar nur noch Handwerk bis zur Pause zu sehen, mit etwas Glück wäre durchaus das 0:2 drin gewesen.
Mit Beginn der zweiten Hälfte ließ sich der Gast zunehmend in die Defensive drängen. Die Strafe war der Ausgleichstreffer: Der Handwerk-Keeper konnte einen Schuss noch abwehren, doch schlief man hier, ließ den Keeper allein und Librenz konnte abstauben. Danach streute die in der ganzen Stadt beliebte Horde der Dichter und Denker alias BSV-Anhang ihre geistigen Ergüsse quer über den Kunstsandplatz, so dass sich scheinbar der Schiedsrichter dem auch nicht mehr entziehen konnte. Resultat waren mehrere haaresträubende Einwurfs-und Freistoßentscheidungen. Auch gelang es dem Schiedsrichter hier nicht mehr, die nun teilweise vergiftete Athmosphäre zu beruhigen mit der ein oder andern Gelben Karte für übermotivierte Aktionen. So bekam der Gastgeber immer mehr Oberwasser. Ein typischer langer Ball konnte verlängert werden, Schwabe fiel die Kugel mit Glück vor die Füße, dessen Schuss wurde sogar noch abgefälscht, sonst wär er wahrscheinlich in der Elbe gelandet.
Fazit: Handwerk gehört die erste Hälfte, dem BSV die zweite. Aufgrund der Torchancen in der zweiten Hälfte geht der Sieg in Ordnung, dennoch hätten die Handwerker einen Punkt verdient, waren die Tore für den BSV in der Entstehung doch sehr glücklich.
Schwächster Mann auf dem Platz war ganz klar der Schiedsrichter! Es wurden Entscheidungen gar aus der gegenüberliegenden Hälfte gefällt. Und dann der Oberhammer: ein gelbbelasteter Spieler Handwerks bekommt Gelb/Rot, weil er einen Einwurf zu früh ausführte. Die Selbstherrlichkeit ließ es natürlich nicht zu, dass jemand seine Spielunterbrechung in Frage stellt. Sowas ist natürlich weitaus wichtiger als Foulspiele oder Nachtreten zu ahnden.