Dank des Schiris gewinnt der VfB Herzberg (nicht unverdient) bei den Kickers 2:1
Mit dem letzten Aufgebot ging Trainer Kreische in das Spiel gegen einen der Topfavoriten um den Staffelsieg. Der machte, auch ohne ihren überragenden Torjäger Dosseh angereist, von Beginn an Druck, ließ die Kickers erst gar nicht ins Spiel kommen. Mit schnellen und technisch starken Spielern ausgestattet sorgte der VfB immer wieder für Aufregung in der Kickers-Hintermannschaft. Schon nach vier Minuten setzte sich Fitzke durch und paßte in den Rückraum. Krüger klärte gegen Sopa auf der Linie. Sieben Minuten kam de Aranjo nach Ballverlust von Grabowsky völlig frei halbrechts zum Schuß, Michel parierte großartig. Kurz vorher kam auf der anderen Seite Noack nach Kopfballverlängerung von Richter und Karnopp einen halben Schritt zu spät. In der 25. Minute sorgten zwei krasse Fehlentscheidungen des schwachen Schiris für die Gästeführung. Einwurf Kickers - dachten alle bis auf den Mann in Gelb (seine Assistenten zeigten zumeist keine eigene Meinung). Der Ball kam in Richtung Strafraum und sollte von Harms geklärt werden. Sollte, klappte aber nicht, da der Kapitän von Zottmann zu Boden gestoßen wurde. Und der Herzberger nutzte seinen Freiraum und schoß zum 0:1 in die lange Ecke ein. Die Antwort hatte Mikolaschek auf den Fuß, sein 20-Meter-Geschoß strich aber nur über die Oberkante der Latte. Daß es beim 0:1 zur Pause blieb, verdankten die Gastgeber, bei denen Noack und Krause wegen Verletzung die letzten Minuten nur noch Statisten waren, ihrem Keeper, der sich gegen Fitzke auszeichnen konnte.
Nach dem Wechsel mußte Kreische umstellen, stellte Karnopp auf die linke Seite und löste die Viererkette auf. Von weiten sah das Kickers-Spiel etwas besser aus, Torgefahr konnten sie aber kaum ausstrahlen. Es fehlte die Zielstrebigkeit. Die Chancen gab es auf der anderen Seite. In der 48. Spielminute setzte sich Sopa links schön durch, paßte vor das Tor und de Aranjo schaffte es, den Ball aus vier Metern zehn Meter über das Tor zu ballern. Ein 28-Meter-Freistoß von Fitzke, den Michel im Nachfassen hatte, war für eine Weile die letzte torgefährliche Aktion der jetzt immer mehr mit dem Schiri hadernden Gäste. Innerhalb weniger Minuten sahen sie drei Gelbe Karten, eine davon gegen Christor, der schon vor der Pause verwarnt wurde und nun vorzeitig duschen gehen durfte. Und seinen Abgang genoß - handgestoppte zweieinhalb Minuten dauerte es, bis der Herzberger Außenverteidiger es geschafft hat, mit Hilfe der Ordner den Innenraum zu verlassen. Obwohl weit weg gab der Schiri das Spiel nicht frei, bis Christor außer Sichtweite war. Der Ausgleich, nicht unverdient, da die Kickers zwar uneffektiv, aber unermüdlich nach vorn spielten, gelang in der 66. Minute, als Karnopp einen Freistoß von Teichmann mit den Haarspitzen verlängerte. Das Spiel jetzt offen - die Kickers mühten sich, beim VfB sah es spielerisch leichter aus. Die beiden Keeper aber bekamen wenig zu tun. Auch, weil Zier der Ball freistehend versprang. Für die Entscheidung sorgte in der 89. Minute wieder der Schiedsrichter, der auf einen Andi-Möller-Gedächtnisschwalbe von Da Silva hereinfiel. Wieder war es Zottmann, der das Geschenk dankend annahm. Zwei Minuten später konterte Herzberg über Fitzke, Krüger kam zu spät und sah wegen "übertriebener Härte" Rot ; was die Potsdamer nur noch mit einem Lachen kommentieren konnten. Den Freistoß von der Strafraumkante, getreten von Da Silve, kratze Michel aus dem Winkel. Die letzte Aktion blieb Brandt vorbehalten, der in der 94. Spielminute am langen Pfosten freistehend daneben ballerte. Am Ende blieb es bei der ersten Heimniederlage in dieser Saison. Der Sieg für die Favoriten aus Brandenburgs Süden war sicher verdient, das Zustandekommen durch einen schwachen Schiedsrichter (selbst in der 2.Kreisklasse gibt es stärkere Unparteiische, die auch Verwarnungen nicht mit der Gießkanne verteilen)) war für die Kickers schon sehr unglücklich. Diese präsentierten sich zwar spielerisch schwach, kämpften aber unermüdlich.