Hier schon mal der Bericht aus dem morgigen Nordkurier:
TSG Neustrelitz holt den Landespokal
POKALFINALE Zum ersten Mal in ihrer Vereinsgeschichte gewinnen die Neustrelitzer Fußballer gegen Bent-
wisch den Landes-Cup. Nun hoffen sie auf Losglück.
Von Detlef Granzow
Waren. Um 12.50 Uhr konnten sie endlich den gut gehüteten Karton aufmachen. Ruckzuck waren die blauen T-Shirts mit dem Slogan des Tages verteilt: „TSG Neustrelitz – Fußball-Landespokalsieger 2007.“ Dann ging die Siegerfeier nach dem 2:0-Finalsieg gegen den FSV Bentwisch richtig los: Die Oberliga-Kicker aus Neustrelitz tanzten mit ihren Fans auf dem Rasen des bestens präparierten Warener Müritzstadions um die Wette.
In einem spannenden Pokal-Finale vor 2000 Zuschauern mussten die Schützlinge von TSG-Coach Lothar Hamann allerdings lange um den größten Erfolg in der Vereinsgeschichte bangen. Die Spieler des Verbandsligisten FSV Bentwisch waren ein Gegner, der über weite Strecken die bessere Mannschaft stellte und spielerisch die Akzente setzte. Dementsprechend freute sich der TSG-Coach nach dem Abpfiff: „Wir sind überglücklich. Jeder hat aber auch gesehen, dass dies ein schweres Spiel war. Wir haben nicht unverdient, aber doch glücklich gewonnen.“
Sein Bentwischer „Amtsbruder“ Willy Lootz, der nach der 1:2-Niederlage im vergangenen Jahr gegen Hansa II erneut mit seinem jungen Team den Kürzeren in einem Endspiel zog, wünschte den Neustrelitzern dennoch viel Glück bei der Auslosung zur ersten Pokalrunde: „Wir haben heute gut mitgehalten, waren sogar spielbestimmend. Am Ende hat die TSG sich den Sieg aber mit Cleverness und größerer Erfahrung verdient“, zeigte sich der Bentwischer Fußballlehrer als fairer Verlierer.
Dabei hätten die Neustrelitzer die Sache mit viel Ruhe herunterspielen können: Bereits in der 19. Minute traf Kapitän Dirk Rochow mit einem „Mai-Feiertags“-Schuss aus 18 Metern zur 1:0-Führung. Zuvor hatte bereits Thomas Duggert (14.) einen „Riesen“ auf dem Kopf. Danach war es allerdings die Bentwischer „Jugendbrigade“, die Ball und Gegner laufen ließ. Besonders das Trio Christopher Kaminski, Lars Rother und Martin Becker war „Chef“ auf dem Platz. Martin Becker – an dem die TSG Neustrelitz für die neue Saison Interesse zeigt – hatte auch die Riesenchance zum Ausgleich in der 44. Minute, aber seinen Kopfball aus zwei Metern hielt TSG-Keeper Norman Stollberg mit Blitzreflex.
In Halbzeit zwei wurde das Spiel noch intensiver: Chancen in Hülle und Fülle auf beiden Seiten – ein echter Pokalfight. Die Schlussphase war dann nichts für schwache Nerven: In der 89. Minute landet ein Kopfball von Rother an der Latte des TSG-Gehäuses. „Das war klar, dass die Bentwischer zum Ende des Spiels noch mal alles nach vorne werfen würden. Die haben nicht ohne Grund im Finale gestanden“, zollte TSG-Keeper Stollberg dem Gegner Respekt. Das „Wackeln“ und Zittern in den TSG-Reihen konnte sich Abwehrchef Ersan Parlatan nur so erklären: „Da kam plötzlich Angst hoch, wir könnten das Ding noch vergeigen. Erklären kann man das nicht.“
Dann die Entscheidung in der Nachspielzeit: Bentwisch spielte jetzt verständlicherweise alles oder nichts. Ein schöner TSG-Konter über Norman Richter brachte dennoch Marcello Bellomo im Bentwischer Strafraum in Position. Im zweiten Nachfassen traf der Stürmer dann zum umjubelten 2:0. „Eigentlich wollte ich die Entscheidung schon eher machen, aber na ja…“, gestand Bellomo nach Abpfiff seinem Angriffspartner Dennis Koslov. Der Russe wird anscheinend zum fleißgen Pokalsammler. Zuvor hatte Koslov mit Erfurt bereits den Thüringen-Pokal und mit Dynamo Dresden die sächsische Trophäe geholt. Jetzt also Nummer drei.
Dem Zittern auf TSG-Seite folgte grenzenloser Jubel. Präsident Hauke Runge blieb in der Stunde des Erfolges kühl: „Wir hoffen auf ein tolles Los, denn wir können jeden Euro für den Stadionausbau gebrauchen“, versprach der Chef „Investitionen in Steine“. Trainer Lothar Hamann, den seine Jungs mit ihrem Spiel in die Heiserkeit getrieben hatten, äußerte dann noch einen konkreten Wunsch: „Ich hoffe, wir bekommen Schalke zugelost. Gegen die habe ich mit Union im Pokalfinale 2001 verloren. Eigentlich ist es Zeit zur Revanche…“
TSG Neustrelitz: Stollberg – Parlatan, Zelm, Lösel – Özvatan – Scholze, Yildiz, Rochow, Duggert – Bellomo, Koslov (77. Richter)
FSV Bentwisch: Harder – Tews, Geers, Knaack (85. Hopfmann), Thürwächter – Malorny – Thoms (61. Krohn) , Rother, Bergmann – Becker (80. Boy), Kaminski
SR.: Brügmann (Schwerin), Z: 2000,
Tore: 1:0 Rochow (19.), 2:0 Bellomo (90.+3)