Nimms mir nicht übel, aber du scheinst es grundsätzlich nicht zu verstehen.
Auch wenn nur ein einziger Fan rechtsradikale Sprüche in eurem Block brüllen würde, fände ich es in Ordnung, wenn 100 ja am besten 1000 andere Fans sich dementsprechend gegenteilig äußern. Was hat das mit politischer Bühne zu tun, wenn man sich gegen rassisten äußert oder sogar wehrt? Das ist einfach Bürgerpflicht.
Im Übrigen, umso weniger Hallenser (oder zugereiste) in eurem Block sowas brüllen, umso merkwürdiger, dass dann die anderen Fans nicht dagegen vorgehen. Ich kann's ja verstehen, wenn sich 100 Hools mit rechtem Gedabkengut in einem Fanblock befinden, dass die anderen dann aus Angst nicht dagegen vorgehen. Würd ich auch nicht machen, denn ich will ja keine auf die Schnauze kriegen. Aber ich hab durchaus bei einigen Fangruppen oftmals das Gefühl (das ist in Halle genauso wie in Dresden oder Chemnitz), dass man sich immer gerne damit rausredet, es wären ja nicht alle Fans so und ob nun rechts oder links wäre doch egal. Nein, es ist eben nicht egal. Rassismus ist keine Meinungsäußerung sondern ein Verbrechen. Über 100 Tote in Deutschland durch rassistische Gewalt seit der Wende sprechen eine klare Sprache, und wenn man dagegen nicht mit Worten vorgeht, sondern immer meint, es wäre ja alles nicht so schlimm, dann ändert sich gar nichts. Und in den ostdeutschen Stadien der Ligen 3 und tiefer war und ist rechtsradikales Gedankengut nach wie vor an der Tagesordnung. Und solange das so ist, sollte man sich dagegen auch positionieren, egal ob durch Fahnen, Banner, Sprechchöre oder klare Regeln des Vereins, und natürlich durch viel Fanarbeit.