Pampow siegt im Spitzenspiel
Alexander Dahl und Torwart Frank Jahnke ragen raus!
Pampow (hack) Das absolute Spitzenspiel fand dieses Wochenende an einem Freitag statt. Etwas ungewohnt für viele, aber natürlich hat ein Spiel unter Flutlicht unter den Augen von mehr Zuschauern als sonst ein besonderes Flair. So fanden sich im Pampower Sportgelände 435 Menschen ein, wie die Polizei es durchgab. Viele Fußballbegeisterte, aber auch ein Mobb von der Gästeseite fanden sich am Spielfeldrand wieder. Nur einer fehlte - der Trainer des MSV Pampow. Mitfiebernd und wartend auf die neuesten News verweilte Uwe Brauer in Rostock mit seinen Gästen, die zu Besuch in der Hansestadt sind und bei diesem gastieren aufgrund dessen Hochzeit.
So war Björn Hecht, mit der Unterstützung von Peter Herzberg, Marie Schneekluth, Rainer Homp und den verletzten Spielern, fast auf sich alleine gestellt. Auch wenn sich die erste Elf von selbst aufstellte, hatte der MSV sechs Auswechselspieler zur Verfügung - klingt doof, ist aber leider so. Die einzige Änderung zum Plate-Sieg von der Vorwoche: Alexander Dahl rückte in die Startelf für den gelbgesperrten Thomas Adolf. Und dieser ungwollte Wechsel sollte sich auszahlen.
Pampow begann sichtlich nervös, auch wenn Groth mit dem erstem Achtungszeichen in der Anfangsminute für ein Ausrufezeichen setzte (1.). Fortan ergaben sich aber aufgrund des respektvollen Handelns Pampows mehrere Möglichkeiten für die Gäste, die Führung zu erzielen. So war es schon knapp als nach einem Missverständnis im Mittelfeld der Ball von der MSV-Verteidigung vertendelt wurde. Der Konter und die abschließende Hereingabe sprang auf den Fuß von Denny Thomas, aber im letzten Augenblick sprang ein Verteidiger des MSV noch dazwischen und hinderte diesen noch am Abschluss (9.). Noch viel mehr Dusel hatten die Gastgeber als ein abgewehrter Freistoß zurück ins Getümmel gejagt wurde und vor die Füße von SG-Stürmer Denny Thomas sprang, der aber vor MSV-Keeper Jahnke nicht die Nerven behielt und den Ball verzog (11.). Als dann der Versuch eines konstruktiven Aufbauspiels misslang von der SG aus Grabow und Alexander Dahl den Ball eroberte nach einem Querpass, ahnten viele schon, was geschehen würde. Denn "Ali" stand nun nur noch vor dem letzten Mann und hätte den lauernden Alexander Köhn anspielen können, spielte aber statt dessen die letzten Mann aus und stand vor dem Gästekeeper Roby, schlenzte den Ball an den Pfosten und über den misslungenen Nachschussversuch von Köhn, kam der Ball wieder vor die Füße von Alexander Dahl. Der ließ sich die zweite Chance nicht nehmen und hämmerte den Ball durch die Beine von Roby ins Tor - 1:0 (19.). Das hätte Sicherheit geben sollen, aber weit gefehlt. Die SG 03 Ludwigstlust/Grabow antwortete promt! Ein langer Freistoß der Grabower wurde abgewehrt und fast alle Pampower entschieden sich dazu, Abseits zu spielen - alle, bis auf einer. Der hebte das Abseits auf und verfehlte den zurückgespielten Ball und Denny Thomas stand danach alleine vor MSV-Keeper Jahnke. Und ein drittes Mal ließ er sich die Gelegeneit nicht nehmen und überlupfte Jahnke zum 1:1 (22.). Die erneute Unsicherheit machte sich dann zwei Minuten später wieder deutlich. Ein lang geschlagener Freistoß wurde im Strafraum ungenügend von Zientz abgewehrt und sprang vor die Füße von Tim Lüdeke, der völlig freistehend das Tor verfehlte (24.). Aber auch die Gäste hatten mächtig Dusel, nachdem ein Freistoß von Hasselmann vom eigenen Verteidiger nur knapp neben das Tor abgefälscht wurde. Den anschließende Eckball fand den aufgerückten Innenverteidiger Zientz, dessen Kopfball im letzten Moment noch abgeblockt wurde (29.). Nachdem Müllerchen eine Hereingabe von Hasselmann noch knapp verpasste (42.), war es Groth, der Köhn auf die Reise schickte und Roby im Tor zu einer Glanztat zwang (43.). Aufgrund der besseren Chancen wäre eine Halbzeitführung der Gäste von Grabow nicht unverdient gewesen. Trotzdem ging es mit einem 1:1 in die Pause. Pampow wirkte sehr nernös und präsentierte sich ungwohnt schwächelnd im Aufbauspiel.
Die Halbzeitansprache von Pampow unter der Führung von Björn Hecht musste es in sich gehabt haben. Denn seine Pampower kamen wesentlich engagierter aus den Kabinen. Schon die erste Chance zeigte die andere Seite der Pampower - ein klares Aufbauspiel und ein konsequentes Angriffspiel. Köhn spielte einen Angriff auf die rechte Seite raus auf Alexander Dahl, der sich im 1-gegen-1 SG-Verteidiger Manuel Kuner zur Brust nahm, diesen ganz alt aussehen ließ und den Ball bilderbuchmäßig von der Grundlinie in den Rücken der Abwehr spielte. Dort heranrauschend, schoss sich Peter Waack an das eigene Standbein und der Ball wurde unhaltbar ins rechte Eck gesetzt zur erneuten Führung (2:1/47.). Und diesem Mal sollte das Tor etwas Sicherheit bringen! Aussagekräftig dafür war z.B. ein Fernschuss von Christoph Hasselmann nur eine Minute später, den Roby nur wegfausten konnte (48.). In der 59. Minute dann begann die Sternstunde vom MSV-Keeper Jahnke, der einen spät abgefälschten Freistoß samt Nachschuss glänzend parierte (59.). Der zweite starke Akteur war es dann, der für den nächsten Treffer sorgte. Alexander Dahl war es erneut, der im 1-gegen-1 seinen Gegenspieler stehen ließ. Dieses Mal nur peitschte er den Ball in die Mitte und fand den Fuß von Mark Kuner, der den Ball unhaltbar für Keeper Roby ins eigene Tor abfälschte zum 3:1 (65.). In der 70. Minute verpasste Kapitän Heberlein eine Hereingabe von der linken Seite der Grabower und Denny Thomas stand alleine von Jahnke. Letztgenannter reagierte unmenschlich schnell und hielt den Ball - ganz stark vom Torwart des MSV (70.). Die Ruhe behielt der gute Schlussmann des MSV auch als harmlose Abschlüsse von Bahls auf das MSV-Gehäuse kamen (76./77.). Für die Entscheidung sorgte dann Innenverteidiger Martin Zientz, der eine abgewehrte Ecke von Hasselmann in die Maschen haute aus elf Metern und somit seinen Bock vor dem 1:1 wieder ausmerzte (4:1/79.). Für die starke Moral der Gäste sprach die umgehende Antwort. Eine ebenfalls zur kurz abgewehrte Ecke, sprang vor die Füße von Oliver Bahls, der zum 4:2 fulminant einnetzte (82.). Der eingewechselte Christian Henning war es dann, der nach einem feinen Groth-Zuspiel einen Gegenspieler aussteigen ließ, dann aber am Torwart scheiterte (89.).
Aufgrund der zweiten Hälfte und vor allem der enormen Effektivität geht das Ergebnis, meiner Meinung nach, in Ordnung. Die Fans der SG 03 Ludwigslust/Grabow erwiesen sich als Stimmungsmacher und zusätzliche Motivation für die eigene Mannschaft und sind nicht negativ aufgefallen. Der MSV Pampow hat nun elf Punkte Vorsprung vor der SG 03 Ludwigslust/Grabow und ist nun wenige Zentimeter vor dem Ziel, dem Verbandsligaaufsieg!
MSV Pamow: Jahnke - Müllerchen, Zientz, Reis, Heberlein - A. Dahl, Hasselmann, Groth, Tell - Köhn (85. Henning), Waack
SG 03 Ludwigslust/Grabow: Roby - J. Duske, Diehn, Kuner, Bahls, Breß, Radeck, Zantow, Lüdeke, Richter (60. M. Duske), Thomas