FSV Kemnitz - Dresdner SC 1:3 n.V.
Mit einer Rumpfelf gewinnt der DSC knapp beim Kreispokalsieger der Oberlausitz. Gut 230 Zuschauer entschieden sich in Kemnitz (nahe Löbau) gegen Pferde- und für Ballsport und sahen ein ausgeglichenes Spiel. Über die Qualität des ersten DSC-Pflichtspiels seit neun Monaten gingen die Meinungen auseinander. "Richtig gut" fanden die einen das Spiel, "Grottenkick", sagen die anderen.
Der DSC jedenfalls mit einer Rumpfelf, bei der im Normalfall nur sechs der insgesamt 14 eingesetzten Kicker regelmäßig spielen werden. Aber es ist Urlaubszeit, dazu kommen ein paar Verletzte, und schon brauchst du Verstärkung aus der Zweiten...
Bei Kemnitz laut Info der Einheimischen auch nicht alle Mann an Bord. Man merkte den Gastgebern jedoch an, dass die durch den Kreispokal schon ein paar Wettbewerbsspiele hatten.
Die erste Halbzeit ausgeglichen, beide Teams mit jeweils zwei ordentlichen Cancen, die aber beidseitig vorbei gehen. Der DSC um mehr Spielkontrolle bemüht, Kemnitz etwas zielstrebiger aber mit nicht allzu ballsicheren Angreifern. Es bleibt noch beim 0:0.
Nach Wiederanpfiff die Gastgeber mit 2 richtig guten Chancen, das Tor macht aber der DSC nach einer Ecke. Direkt danach schläft aber die DSC-Verteidigung, ein Kemnitzer kann von rechts in die Mitte ziehen und sauber abschließen. Danach beide Teams noch mit mehreren Riesen, die aber allesamt vergeben werden. Vor allem Kemnitz war dem Siegtreffer doch verdammt nah.
In der Verlängerung ist es dann doch die individuelle Klasse der Gäste, die zwei Mal treffen, während Kemnitz selbst am leeren Tor vorbei schießt. Die Gastgeber haben sich aber durchaus teuer verkauft. Die Partie hätte auch andersrum ausgehen können.
Nachdem man vom Kemnitzer Anhang zuvor nicht nur Gutes gehört hatte, fällt auch nach dem Besuch das Umfeld-Fazit gemischt aus. Schönerweise gab es zumindest im zweiten Abschnitt nen kleinen Stimmungsblock der Gastgeber. Nicht allzu niveauvoll und mit einer fragwürdigen Fixierung auf Sexworker und deren Nachwuchs, aber immerhin mal jemand, der sich um Atmosphäre bemüht hat. Zudem erlebten die Gäste auch viele durchaus nette Kemnitzer.
Leider zog das Spiel auch mehrere Grüppchen der "eventorientierten Jugend" der Oberlausitz an. Ein Quintett davon suchte in der Halbzeitpause den Diskurs mit dem Gästeanhang, um über das Miteinander von Sport und gesellschaftlichem Engagement zu diskutieren. Nachdem die jungen Herren auch einen Austausch über Mode und sportliche Betätigung suchten, die Gäste aber kund taten, sie seien des Fußballs wegen vor Ort, blieb es während des weiteren Spiels ruhig. Nach Abpfiff strebte das philosophische Quintett noch nach einer gemeinschaftlichen Auswertung des Erlebten auf dem Parkplatz, beließ es dank der Kemnitzer Ordner aber bei Tipps zur weiteren Abendgestaltung und kurzen Ausflügen in die Zoologie.
Fazit des Tages: Nach neun Monaten endlich wieder richtiger Fußball - und Hauptsache gewonnen. Und jetzt schauen wir mal, wie lange der Landesverband die unterklassigen Teams dieses Mal mitspielen lässt.