Dresdner SC 2 - 2 FSV Oderwitz 02 - DSC erkämpft sich Punkt gegen Spitzenreiter
Zuschauer: 171
Drumherum:
Mein zweiter Besuch im ehrwürdigen Heinz-Steyer-Stadion. Eintritt 3,50 € an der Stadionkasse. 1,00 € für ein für die Liga überdurchschittlich gestaltetes Stadionheft. Die Ordner etwas läppisch aber sehr freundlich. Bier (0,4 l - Lößnitz-Pils vom Faß) ist auch okay. Generell kann man sich über die Verantwortlichen am Grill, Bar und Kasse nicht beschwerern.
Zwischendurch doch einige "politische" Pöbeleien Richtung Gästebank. Aber im Grunde blieb alles im Rahmen und die Stimmung war freidlich und stimmungsvoll.
Ich würde als Außenstehende sagen, dass der DSC in der Sektion Fußball gar sehr familiär wirkt.
Support von den Gästen - Fehlanzeige!
Spielverlauf:
Letztendlich eine verdiente Punkteteilung im Heinz-Steyer-Station. Der Gast aus Oderwitz beginnt schwungvoll, doch das Tor erzielten die Gastgeber durch Rösner. Danach übernahm der Aufsteiger das Spiel und agierte zielstrebiger. Hendryk Junior scheiterte bei einem Kopfball nach Ecke am glänzend reagierenden Berger. Dietrich fiel als hängende Spitze in dieser Phase immer wieder auf und war in der Offensive des Aufsteigers an fast jeder der zahlreichen sich bietenden Möglichkeiten, beteiligt. Ihm war es auch vorenthalten, nach einer Standardsituation zum 1:1 abzustauben. Das Spiel in Halbzeit eins insgesamt munter. Chancen gab es auf beiden Seiten in Vielzahl. Die Gastgeber wurden seltener gefährlich, wenn dann aber immer wieder über die Außen. In der 30. Minute erzielte Milic nach einem Eckball die umjubelte Führung für den DSC. Direkt im Anschluss wurde er (wohl verletzungsbedingt) ausgewechselt. Oderwitz kontrollierte im Anschluss das Spiel und erspielte sich noch die ein oder andere Situation vor dem Tor.
In Halbzeit zwei begann der Gastgeber druckvoll. Thomas vergab eine 100%ige Chance freistehend. Im Gegenzug erzielten die Oderwitzer durch einen unnötigen Freistoß das 2:2. Zocek traf aus circa 18 Metern sehenswert direkt. Danach verflachte das Spiel ein wenig, ohne an Spannung zu verlieren. Die Dresdner waren dabei etwas bissiger und dem "Lucky Punch" näher. Die Oderwitzer versuchten Ihr Glück vorallem durch eher ungefährliche Distanzschüsse aus der zweiten Reihe. Der agile Wieckiewicz tauchte nochmals vor dem Tor der Gastgeber auch, wurde aber stark von Käseberg (glaube er war es) getackelt.
Taktik Dresdner SC
Der DSC spielte mit aus einem 4-5-1-System mit einer hängenden Spitze. Die Mannen von Trainer Stefan Steglich wirkten spritzig und nach den letzten Ergebnissen doch recht selbstbewusst, jedoch in vielen Situation zu kompliziert. Im Spielaufbau versuchte man durch die zweikampfstarken Außenverteidiger Brunhold und Käseberg das Spiel vorallem über die Außenpositionen zu gestalten. Das Mittelfeld um Forbger und Thomas war um Ordnung bemüht, hatte jedoch mit dem direkten Pressing der Gäste einige Probleme. Dadurch lud man den Gast durch einige unnötige Ballverluste zu hochkarätigen Chancen ein. Die schnellen Spitzen Rösner und Milic wurden mittels Diagonalpässe in Szene gesetzt. Dadurch ergab sich die ein oder andere gefährliche Chance.
In Halbzeit zwei stand man gerade nach der Einwechslung von Effenberger (für den unsicheren und ausgepumpten Niederlein eingewechselt) in der Defensive stabiler und kontrollierte das Spiel im Mittelfeld besser. Fortan wurde Gästekapitän Dietrich erfolgreich gedoppelt, sodass dieser seiner Kreativität keinen freien Lauf mehr lassen konnte. Kapitän Grahle strahlte in der Innenverteidung Sicherheit aus und gewann viele schwierige Zweikämpfe. Gefahr im eigenen Angriff ging aber vorallem bei Kontersituation über die linke Seite aus.
Taktik Oderwitz
Die Oderwitzer agierten ebenfalls aus einem 4-5-1-System in dem Kapitän Dietrich als Hängende Spitze auch gern an vorderster Front auftauchte. Im Grunde agierte man vorzeugsweise mit langen Bällen bei denen in der ersten Hälfte Innenverteidiger Grittner mit guten und präzisieren Pässen auffiel. Sein Partner in der Innenverteidigung, Hendryk Junior hingegen wirkte an diesem Tag vorallem in Halbzeit eins überfordert und auffallend unaustrainiert. Die Außenverteidiger rücken nur situationsbedingt mit auf. Das Mittelfeld auf der Doppelsechs mit Hielscher und Zocek sehr ballsicher und spielintelligent, jedoch zu wenig an der Spielgestaltung beteiligt. Die Außenbahnen unauffllig. Im Zentrum war Dietrich sehr bemüht und stellte vorallem in der ersten Halbzeit seine Gegenspieler immer wieder vor Probleme. In der zweiten Halbzeit wurde er schlichtweg zugestellt und konnte somit keine Akzente mehr sezten, was dem Spiel generell dem Tempo nahm. Zentrumsstürmer Wiekiewcz gefiel mir eigentlich ganz gut. Seine Bewegungen sind unbrechenbar. Im Passspiel fehlt es jedoch noch ein wenig an Bindung.
Auswertung:
Am Ende eine gerechte Punkteteilung. Oderwitz in Halbzeit eins überwiegend besser. In Halbzeit zwei stellten sich die Gastgeber gut auf das Spiel der Oderwitzer ein. Dietrich wurde fortan gedoppelt, damit war die Gefahr und das schnelle Umschaltspiel des Aufsteigers zerstört. Der DSC konnte nicht mehr so gefährlich nach vorne spielen, wirkte allerdings sicherer und vorallem nach dem zweiten Gegentor stabiler.
Dennoch boten alle Beteiligten eine gelungene Veranstaltung mit vielen Chancen, bei denen sich zwei sichere Hüter (Berger und Poley) durch starke Paraden und die notwendige Ruhe hervortaten.