Im 4.Auswärtsspiel der Saison war der FSV Bernau natürlich bestrebt, endlich auch auswärts den ersten Dreier einzufahren. Die erste Halbchance eröffnete sich aber dem Gastgeber. Nach 3 Minuten unterschätzte P. Bill einen langen, zentral gespielten Ball. Der tippte unter seinem Fuß durch und im anschliessenden 1:1 konnte E. Cabuk den Neutrebbiner Schußversuch gerade noch eben im Strafraum blocken.
Zwei Minuten später setzte Hertha noch einen Freistoß mittig über das Bernauer Gehäuse. Danach fand bis zur 39.Minute nur noch eine Mannschaft statt. Und zwar die vom FSV. In der 9.Minute ging der Gast nach einem langen Einwurf durch M. Moll in Führung. K. Fandrich hatte am kurzen Pfosten per Kopf gut in die lange Ecke verlängert. Nur fünf Minuten später folgte bereits das 2:0. E. Cabuk's Pass in die Zentrale erreichte über B. Blum etwas glücklich P. Kimmel, der dann aber um so schöner und eiskalt links oben versenkte.
Mit diesem Zwei-Tore-Vorsprung im Rücken kontrollierte Bernau fortan das Geschehen, zeigte jedoch bei den wenigen weiteren Möglichkeiten nicht genug Entschlossenheit, das Spiel womöglich bereits im ersten Abschnitt endgültig zu entscheiden. So spielte der Hertha-Torwart in der 27.Minute, bei einem flachen Abschlag, B. Blum das Spielgerät direkt in die Füße. Der bekam den scharfen Ball jedoch nicht schnell genug unter Kontrolle. Und in der 33.Minute, nach einer starken Einzelaktion von P. Grosser über die rechte Aussenbahn und anschliessender Bilderbucheingabe, konnte B. Blum im allerletzten Moment noch entscheidend gestört werden.
Die einzige weitere Torgelegenheit für Neutrebbin in der ersten Halbzeit ergab sich nach einer Ecke in der 39.Minute. Da stand plötzlich ein Hertha-Spieler völlig ungedeckt zentral vorm FSV-Tor. Doch irgendwie hatte er nicht wirklich damit gerechnet, das der Ball über mehrere Köpfe hinweg seinen Weg zu ihm finden würde.
Einen 100%er hatte dann aber noch mal Bernau auf der anderen Seite. P. Grosser umspielte den letzten Mann und scheiterte frei vorm Tor am allerdings sehr gut reagierenden Torhüter. Als Schiedsrichter O. Dzewior aus Frankfurt/Oder zur Halbzeit pfiff, ging es für Bernau mit einem hochverdienten und eher noch zu gering ausfallenden 2:0 in die Kabine.
Dort müssen die Worte des FSV-Trainers, der davor warnte, sich im Gefühl des "sicheren" Vorsprungs zu nachlässig zu zeigen, aber irgendwie im Nirvana verhallt sein.
Denn direkt nach dem Wechsel konnte man nur in letzter Not und mit einigem Glück den Neutrebbiner Anschlußtreffer verhindern. In der 46.Minute konnte man einen Schuß im Strafraum nur mit großer Mühe noch blocken. Und in der 48.Minute ging ein Schuß von halbrechts nur haarscharf am langen Pfosten vorbei. Doch so schnell, wie Neutrebbin nach der Pause zu diesen Chancen kamen, so schnell ließen sie auch wieder nach. Fortan entwickelte sich ein eher unansehnliches und umkämpftes Mittelfeldgeplänkel. In der 53. Minute kam P. Grosser nach einer Ablage vom eingewechselten T. Riegler im Strafraum zum Schuß. Bei einem harten und riskanten Tackling eines Hertha-Spielers, trifft dieser Ball und Bernauer Spieler. Der Pfiff bleibt aus. Hätte man bei dieser Szene noch diskutieren können, so gab es in der 62.Minute keinerlei "Ermessensspielraum". Nach einer verunglückten Aktion des Neutrebbiner Torwarts, kommt dieser beim Nachsetzen ganz einfach zu spät, verfehlt den Ball und springt nur noch in den Bernauer T. Riegler hinein. Das der nicht theatralisch schreiend zu Boden ging, ist ihm und der Mannschaft wohl zum Verhängnis geworden.
Auf der Gegenseite gab es in einer im Vergleich dazu harmlose Situation plötzlich Freistoß. Und den nutzte Neutrebbin durch eine gute Ausführung über die Mauer hinweg ins kurze Eck zum 1:2-Anschlußtreffer. Bis auf einen Kopfball nach einer Ecke (86.) hatte Neutrebbin in der restlichen Spielzeit jedoch keine einzige Tormöglichkeit mehr. Auf der gegenüberliegenden Seite parierte der Hertha-Keeper noch zweimal gut. Einmal bei einem Schuß von E. Cabuk (76.), das andere Mal bei einem Freistoß P. Kimmels (84.).
Was dann in der Nachspielzeit folgte (Elfmeter nach Linienrichterentscheid und damit 2:2), stellte dem Schiedsrichterteam aus Frankfurt/Oder, so leid es mir tut, das in dieser harten Form sagen zu müssen, ein absolutes Armutszeugnis aus.
Allen (und ich betone allen) Neutrebbiner Zuschauern, welche wie ich auf der Seite des Bernauer Strafraums standen war sofort klar, das diese Entscheidung ein Eklat ist. Es ist schade und traurig, das eine rundum sportliche Veranstaltung, die von den Spielern fair geführt und den 138 Zuschauern genauso sachlich begleitet wurde, mit einer solch unsportlichen und willkürlichen Entscheidung enden mußte. In diesem Falle lass ich meinen Hut mal auf, meine Herren in Schwarz.
Aufstellung SV Hertha 23 Neutrebbin:
Kaminski - Kamp, Lauersdorf, Ludwig, Koschnitzki (85.Pfahl) - Mathis, Müller, Zeiser (68. Schade), Gerich - Herrmann, Gretschichin (80. Rutter)
Aufstellung FSV Bernau:
Krzyzek - Moll, Cabuk, Bill (12. Langrock), Wolf (90.+3 Warmbrunn) - Wickner, Fandrich, Kimmel, Fildebrandt - Blum (46. Riegler), Grosser
Zuschauer: 138