Beiträge von Uwius

    @ DaM


    Nun, ich habe ja nicht bestritten, dass bei Regelverstößen durch die Schiedsrichter beide Mannschaften das Recht haben, Protest einzulegen. Aber wenn ein Protest eingelegt wird, wird das Sportgericht hierüber eine Verhandlung abhalten. Und ich vermute nur, dass das Sportgericht in diesem von mir konkret geschilderten Fall nicht die Mannschaft, die eigentlich in Unterzahl hätte weiterspielen müssen, mit einem Wiederholungsspiel "belohnen" würde.


    Nehmen wir mal einen anderen Fall: Mannschaft A führt in der 88. Spielminute mit 4:0. Mannschaft B wechselt nun regelwidrig zum vierten Male aus. Deiner Schilderung nach (berichtige mich bitte, wenn ich Dich falsch verstanden habe) würde ja nun auch hier ein erfolgversprechender Protestgrund für die Mannschaft B vorliegen, da ja das Spiel nicht "ordnungsgemäß ablief" :wink:.


    Naja, wie auch immer - das Beste ist, man vermeidet Regelverstöße :ja:


    Gruß, Uwius :wink:

    Zitat

    Original von Frank_VFC
    Kann eigentlich das Sportgericht auch aktiv werden wenn kein Protest eingelegt wird?


    Wenn z.B. der Schiri seinen eigenen Fehler "meldet". Immerhin hat sowas ja Auswirkungen auch auf andere Mannschaften (Stichwort Sperre des Spielers fürs nächste Spiel).


    Das ist eine höchst interessante Frage. Ich denke (ohne es zu wissen), dass hier der dann jeweilige Einzelfall zu entscheiden wäre.


    Hätte zum Beispiel ein Spieler mit Gelb-Rot des Feldes verwiesen werden müssen, bekam jedoch eine zweite Verwarnung (SR-Fehler) und die gegnerische Mannschaft geht trotzdem als Sieger vom Platz, könnte ein Wiederholungsspiel zum Vorteil für die Mannschaft werden, die eigentlich in Unterzahl hätte weiterspielen müssen, indem sie das Wiederholungsspiel gewinnt.


    Hier wäre nach meinem Dafürhalten folgendes zu entscheiden. Das Spiel wäre mit dem entsprechenden Ergebnis zu werten, der Spieler wäre für das nächste Spiel im entsprechenden Wettbewerb (Pokal- oder Punktspiel) zu sperren.


    Aber wie schon geschrieben, das muss nicht richtig sein, das ist Sache der Sportgerichte, mit der wir Schiedsrichter nichts zu tun haben.


    Gruß, Uwius :wink:

    @ DaM


    Ja, Du hast nicht Unrecht, aber die Wahrscheinlichkeit eines Protestes der Siegermannschaft wäre meiner Ansicht nach wohl eher gering.


    Aber damit brauchen wir Schiedsrichter uns ja glücklicherweise nicht befassen. Das sollen mal schön die entsprechenden Organe machen :wink:


    Gruß, Uwius :wink:

    Die Entscheidung des Sportgerichtes ist völlig richtig. Es handelt sich hierbei um einen glasklaren Regelverstoß des Schiedsrichters. Das sollte nicht - kann aber nun einmal passieren.


    Zu einem Wiederholungsspiel wäre es jedoch wohl nicht gekommen, wenn die Mannschaft, die durch den (hier jedoch nicht ausgesprochenen) Platzverweis in Überzahl hätte spielen können (müssen), trotzdem gewonnen hätte, da diese dann sicher keinen Protest eingelegt hätte.


    Gruß, Uwius :wink:

    Aus verschiedenen der oberen Ligen der Landesverbände sind nun die "Entschädigungen" zu lesen.


    Wer das gelesen hat und nun noch behauptet, wir leiten Spiele des Geldes wegen, der ist nicht ernst zu nehmen.


    Ihr dürft glauben, dass der Spaß und unsere Liebe am und zum Fussball hier der ausschlaggebene Faktor ist.


    Ich hoffe, dass ich für alle (zumindest die meisten) Schiedsrichter spreche (schreibe) ...


    Gruß, Uwius :wink:

    Als Schiedsrichter hast Du hier nur die Möglichkeit, die entsprechende Zeit nachspielen zu lassen.


    Du kannst keinem verbieten, Ordnungskräfte (die natürlich bei einem Rückstand der Heimmannschaft den Ball schnell holen) zu positionieren. Das Regelwerk kennt ein solches Verbot nicht.


    Es ist lediglich vorgeschrieben, dass sich die Auswechselspieler nur hinter dem eigenen Tor warmlaufen dürfen (ohne Ball).


    Gruß, Uwius :wink:

    @ bigbrenner


    :biggrin:


    @ Krawuttke


    stimmt, die SR-Ansetzungen im Fussballverband Sachsen-Anhalt sind (auf Landesebene) bereits das zweite Jahr im DFBnet abzurufen. Die Meinungen darüber sind wegen der wohl veralteten Software noch geteilt.


    Ich bin jedoch der Meinung, dass das ganz gut funktioniert und konnte noch keine Schwierigkeiten feststellen.


    Im Laufe der Zeit wird es sicher noch Verbesserungen und Modernisierungen geben.


    Gruß, Uwius :wink:

    @ Krawuttke


    da haben wir beide wohl tatsächlich bei Frage 7 (bzw. bei der Begründung) verschiedene Meinungen, wobei ich meine nach wie vor für richtig halte.


    Da ich jedoch häufig mit unserem Landes-Lehrwart telefoniere, werde ich mich beim nächsten Mal mir ihm hierüber unterhalten.


    Aus meiner Sicht gilt jedoch: Wenn ein Halten im Strafraum beginnt und außerhalb des Strafraumes noch immer gegeben ist (diesen Fall hast Du oben konstruiert), kann es auch hier nur Strafstoß geben, da für den Angreifer aus einem Vorteil kein Nachteil entstehen kann. Für mich liegen eindeutig zwei Vergehen vor (auch wenn es im Grunde ein Vorgang ist) - das Halten im Strafraum und das Halten außerhalb des Strafraumes, wobei das schwerere zu bestrafen ist.


    Gruß, Uwius :wink:

    4. Der Spieler wird nur verwarnt, da er das Tor nicht verhindert hat. Trotzdem verhielt er sich unsportlich.


    5. Da hast Du Recht, der Sonderbericht sollte schon geschrieben werden. Wobei es meiner Ansicht nach totaler Unsinn ist, dass hier nur eine Verwarnung auszusprechen ist. - Aber wir machen die Regeln nicht, wir haben sie umzusetzen ...


    7. Bei zwei Vergehen des gleichen Spielers ist das schwerere zu bestrafen (also das Halten im Strafraum).


    Gruß, Uwius :wink:

    Nachfolgend die Regelfragen, die ich in dieser Saison unseren Nachwuchsschiedsrichtern (Kreis Quedlinburg) gestellt habe. Ich erwarte Eure Antworten. Denkt hierbei an Spielfortsetzung (wie und wo) und persönliche Strafen!


    1. Bei der Ausführung eines Strafstoßes dringt, bevor der Ball gespielt wurde, ein Spieler der verteidigenden Mannschaft deutlich zu früh in den Strafraum ein. Der Torwart wehrt den Ball zur Ecke ab. Wie ist zu entscheiden?


    2. Freistoß (direkt oder indirekt) für die angreifende Mannschaft kurz vor dem Strafraum. Da der SR auf Wunsch des Freistoßschützen den 9,15 m-Abstand festlegt, blockiert er zuvor deutlich durch ein Handzeichen die Ausführung. Trotzdem schießt ein Angreifer ohne vorherige Freigabe durch den SR den Ball neben das Tor. Wie muss entschieden werden, wenn der SR die Ausführung wahrgenommen hat?


    3. Der TW hat den Ball 10 m vor dem Tor sicher gefangen und will ihn abschlagen. Ein Angreifer stellt sich direkt vor ihn und behindert den TW. Auch als er ihn seitlich umlaufen will, versperrt der Angreifer weiterhin den Weg und verhindert dadurch den Abschlag. Wie muss entschieden werden?


    4. Ein auf der Torlinie stehender Abwehrspieler versucht, den Ball mit der Hand vor der Torlinie aufzuhalten. Er berührt zwar den Ball noch mit der Hand, kann aber nicht verhindern, dass er trotzdem ins Tor geht. Wie ist zu entscheiden?


    5. Ein Auswechselspieler, der sich neben dem Tor seiner Mannschaft auf seinen Einsatz vorbereitet, läuft auf das Spielfeld und hält kurz vor der Torlinie mit dem Fuß einen Schuss eines Angreifers auf. Er verhindert dadurch einen Torerfolg. Wie muss der SR entscheiden und worauf ist weiterhin zu beachten?


    6. Nach einem verwarnungswürdigen Foulspiel unterbricht der SR das Spiel nicht und wendet die Vorteilbestimmung an. Weniger als zwei Sekunden danach verliert jedoch der zuvor gefoulte Spieler den Ball an einen Gegenspieler. Kann der SR das Spiel jetzt noch wegen des Foulspiels unterbrechen und wie muss ggf. entschieden werden?


    7. Ein Angreifer wird deutlich vor dem Strafraum von einem Verteidiger am Hemd festgehalten. Er läuft jedoch weiter und dringt in den Strafraum ein. Etwa drei Meter innerhalb des Strafraums, das Halten am Hemd wurde nicht eingestellt – kommt der Angreifer zu Fall. Eine eindeutige Torchance lag nicht vor. Entscheidung?


    8. Unmittelbar nach dem Schlusspfiff tritt ein Abwehrspieler im eigenen Strafraum einem Gegner in die Beine. Der SR erkennt diesen Vorgang. Wie muss er entscheiden? Bitte begründen!


    9. Bei einem Zweikampf um den Ball geraten der Verteidiger und ein Angreifer hinter die Seitenlinie. Der Ball bleibt im Spiel. Beim Versuch, wieder auf das Spielfeld zu laufen, hält der Verteidiger den Angreifer (noch auf der Laufbahn) am Trikot fest. Welche Entscheidungen muss der SR treffen?


    10. Der Torhüter hat den Ball gefangen. Er wirft ihn nun einem Gegenspieler, der sich innerhalb des Spielfeldes aber außerhalb des Strafraumes befindet, absichtlich ins Gesicht. Welche Entscheidungen sind zu treffen?


    11. Nach einem Zweikampf protestiert ein Spieler optisch deutlich wegen eines nach seiner Meinung nicht geahndeten Vergehens. Der SR unterbricht deshalb das Spiel und muss dann welche Entscheidungen treffen?


    12. Ein Spieler wird wegen einer Verletzung außerhalb des Spielfeldes behandelt. Er meldet sich beim SRA danach spielbereit. Da das Spiel läuft, erkennt der SR das Rückmeldungszeichen des Spielers nicht. Daher erlaubt der Assistent den Eintritt des Spielers. Handelt er richtig? Bitte begründen!


    13. Bei der Einwurfausführung steht der einwerfende Spieler mit einem Fuß deutlich im Spielfeld. Der SR unterbricht deshalb nach dem Fahnenzeichen des SRA das Spiel. Wegen dieser Entscheidung beleidigt der einwerfende Spieler den SRA. Wie muss entschieden werden?


    14. Der Ball hat die Seitenlinie überschritten. Bevor der SR aufgrund des Fahnenzeichens des SRA das Spiel unterbrechen kann, tritt ein Abwehrspieler im eigenen Strafraum einen Gegner in die Beine. Wie muss der SR entscheiden?


    15. Außerhalb des Blickfeldes des SR schlägt ein Angreifer im gegnerischen Strafraum mit dem Ellenbogen einen Abwehrspieler. Der gut postierte SRA zeigt das Vergehen sofort an. Unmittelbar danach geht der Ball ins Seitenaus. Nun erkennt der SR das Fahnenzeichen. Wie muss nach Rücksprache mit dem SRA entschieden werden?


    Gruß, Uwius ;-)

    @ Sirocool


    Dass das ein (krasser) Regelverstoß des Schiedsrichters war, ist schon richtig. Das wird ihm mit Sicherheit nicht nochmal passieren.


    Aber ich denke, jetzt eine Diskussion anzufachen, ob ein 17-jähriger SR zu jung ist, wäre nicht angebracht, sondern stark übertrieben (wo sollen die jungen Sportkameraden denn bitte Erfahrung sammeln?).


    Beschwerden gibt es, wenn die SR (insbesondere in den Kreisligen) zu alt sind und nicht mehr laufen können, wie junge Hasen. Wenn sie jung sind, passt es nun auch nicht.


    Wie wäre es denn recht? Wenn alle SR zwischen 20 und 40 Jahre alt sind und auf einige Jahre Erfahrung in der Bundesliga verweisen können?


    Gruß, Uwius :wink:

    @ SC Einheit


    Sicher kommt der von Dir geschilderte Fall nicht oft vor, dennoch müssen meiner Ansicht nach gerade diese Fragen Inhalt von Wissenstests sein. Erst dann merkt man, ob sich die Schiedsrichter mit dem Regelwerk intensiv beschäftigen, denn es kommt bei den Antworten auch immer auf die richtigen Spielfortsetzungen an (also indirekter oder direkter Freistoß oder SR-Ball).


    Aus diesem Grunde werden auch gern Fragen zu dem Thema "Kontakt- und Wurfvergehen" gestellt, da hier höchst unterschiedliche Spielfortsetzungen möglich sind, je nachdem, wer sich eines Vergehens schuldig macht. Nehmen wir doch einmal nachfolgendes Beispiel:


    Ballwurf durch den Torwart während des laufenden Spiels:


    • Richtet sich das Vergehen gegen einen auf dem Spielfeld befindlichen "spielberechtigten Gegenspieler", wird auf direkten Freistoß bzw. Strafstoß entschieden, je nachdem wo getroffen wurde.


    • Richtet sich das Vergehen gegen einen außerhalb des Spielfeldes befindlichen "spielberechtigten Gegenspieler", wird wie folgt entschieden:


    - wenn der Ball über die eigene Torauslinie geworfen wird, auf Eckstoß
    - wenn der Ball über die Seitenlinie geworfen wird, auf Einwurf
    - wenn der Ball ins eigene Tor geworfen wird, auf Tor.


    • Richtet sich das Vergehen gegen einen außerhalb des Spielfeldes befindlichen "Dritten", (Mitspieler, Zuschauer, Trainer etc.) wird wie folgt entschieden:


    - wenn der Ball über die eigene Torauslinie geworfen wird, auf ind. Freistoß
    - wenn der Ball über die Seitenlinie geworfen wird, auf ind. Freistoß
    und zwar dort, wo geworfen wurde. (Sonderregelung Torraum).
    - wenn der Ball ins eigene Tor geworfen wird, auf Tor.


    Beachte: In allen Fällen gibt es als persönliche Strafe den Feldverweis!


    Schon hieraus kann man "schöne" Fragen für einen Test entwerfen. Das ist doch anspruchsvoller, als wenn z. B. nach der Grundausrüstung eines Spielers gefragt wird, oder?


    Gruß, Uwius :wink:

    Sachsen-Anhalt:


    Verbandsliga: 26,00 € (SR); 21,00 € (SRA)
    Landesliga: 21,00 € (SR); 18,00 € (SRA)
    Landesklasse: 18,00 € (SR); 16,00 € (SRA)


    Fahrtkosten (ligaunabhängig): 0,30 € je km (zzgl. 0,02 € je Mitfahrer)


    Gruß, Uwius :wink:

    Zitat

    Original von Tony
    So wei die Spieler nicht jeden Ball perfekt annehmen, den Pass gut getimed und genau spielen und jede 100% Torchance auch nutzen, genauso wird niemals ein SchiRi fehlerfrei sein. Wir sollten hier nicht mit zweierlei Maß messen.


    Auch wenn nicht jede Aktion glückte sprechen wir doch im Nachhinein oft von Super- oder guten Spielen. Auch wenn ein SchiRi ein paarmal (nicht Spielentscheidend) daneben liegt sollte man seine i.Allg. gute Leistung auch anerkennen.
    greetz T.


    Was soll ich da nur noch hinzufügen ??? :gruebel:


    An alle, die uns Schiedsrichter kritisieren:


    Niemand von uns streitet ab, Fehler zu machen. Mit diesen Fehlern haben wir uns auseinanderzusetzen und aus ihnen zu lernen. Bitte seid sicher, dass dies auch getan wird. Insbesondere ab der Oberliga (aufwärts) werden die Schiedsrichter (nahezu ständig) beobachtet und ihre Leistungen beurteilt. Die Beobachtungen werden von zumeist ehemaligen Schiedsrichtern (die mindestens in der gleichen Spielklasse Spiele geleitet haben) durchgeführt und unmittelbar nach dem Spiel mündlich sowie danach auch schriftlich ausgewertet. Die Beobachtungsbögen bekommt sowohl der NOFV, der jeweilige Landesverband und der Schiedsrichter selbst und stellen in der Summe eines der Einstufungskriterien dar.


    Lest hierzu bitte auch im "Schiedsrichter-Forum" das Thema "Selbstkritik Schiedsrichter".


    Zu den Ansetzungen:


    Wer Oberliga pfeifen möchte, hat nun einmal weite Fahrten in Kauf zu nehmen (meine weiteste Fahrt war bisher von Quedlinburg nach Schönberg - in Neuruppin waren wir übrigens auch schon :wink:). Im TEAM macht so etwas schon Spaß. Und dass landesneutral angesetzt wird, dürfte im Interesse aller Beteiligten liegen, oder????


    Viele Grüße, Uwius :wink: