Laubegaster Neuanfang „wie vor fünf Jahren“
Von Jürgen Schwarz
„Die beiden ersten Testspiele waren doch recht ansehnlich“, sagt Bernd Fröhlich. Der Trainer des FV Dresden 06 Laubegast zieht nach den Vergleichen mit den Bezirksligisten BSC Freiberg (3:3) und SG Weixdorf (6:0) eine positive Bilanz. „Wir haben 14 Abgänge zu verkraften, bauen also eine nahezu neue Mannschaft auf. Unter diesem Aspekt waren die ersten 180 Minuten schon ein ordentlicher Anfang.“
Fröhlich hat es offensichtlich nicht bereut, wieder auf die Trainerbank zurückgekehrt zu sein, obwohl seine Mannschaft in der Rückrunde der Oberliga-Saison 2004/05 kein einziges Punktspiel gewonnen hatte. „Ich wusste, was auf mich zukommt. Entscheidend waren aber die Strukturveränderungen im Verein, die ich immer eingefordert habe.“ Fröhlich weiter: „Die Verantwortlichkeiten sind jetzt klar abgesteckt. Auch der finanzielle Rahmen steht. Wenn der Etat auch nicht sehr hoch ist, man weiß jetzt, womit geplant werden kann.“
Reizvolle Duelle in Dresden
Der Laubegaster Trainer vergleicht die aktuelle Situation mit der vor fünf Jahren. „Damals habe ich die Mannschaft als Trainer übernommen und es stand auch ein Neuaufbau an.“ Der endete bekanntlich in einem rasanten sportlichen Aufschwung: Mit dem Durchmarsch bis in die Oberliga. „Die drei Jahre in der vierten Liga waren sicher schön, aber wenn die wirtschaftlichen Grundlagen nicht vorhanden sind, macht es auf Dauer keinen Sinn.“
Bernd Fröhlich freut sich auf das Jahr in der Sachsenliga. Allein die Duelle mit den Dresdner Stadtrivalen Dresdner SC, FV Nord II und Dynamo II versprechen Spannung und Brisanz. An den sofortigen Wiederaufstieg denken Fröhlich und Co. dabei nicht. „Wenn wir keine weiteren Neuverpflichtungen tätigen können, spielen wir gegen den Abstieg. Kommen noch ein paar gute Leute, sollte ein Mittelfeldplatz möglich sein.“ Die Oberliga hat der 46-Jährige dennoch nicht aus den Augen verloren: „Natürlich werden wir uns auch wieder höhere sportliche Ziele stellen. Wichtig aber ist, dass das Umfeld gleichermaßen mitwächst.“ Über die Vereinsphilosophie sagt Fröhlich: „Das große Geld kann hier keiner verdienen. Wir versuchen jetzt, den Spielern beruflich etwas zu bieten oder beispielsweise einen Ausbildungsplatz zu stellen.“
So soll es auch mit Christoph Ballaschk (FSV Zwickau) und Marco Hausdörfer geschehen, die beim Probetraining ebenso überzeugt haben wie drei Tschechen. „Nehmen würde ich sie alle“, gibt Fröhlich unumwunden zu. Nun ist es an der sportlichen Leitung um Gerrit Beckert und Bernd Kießling, das zu ermöglichen. „Bisher haben sie hier ganz tolle Arbeit geleistet“, sagt Fröhlich, der auch Hoffnung hat, dass Stürmer Ronny Kreher bleibt. „Er hat mit seinen drei Toren gegen Weixdorf bewiesen, wie wichtig er für uns ist.“ Fröhlich beziffert die Wahrscheinlichkeit, dass Kreher bleibt „auf 90 Prozent“. Sogar zu „99,9 Prozent“ soll sicher sein, dass Fröhlichs Lieblingsschüler Alexander Eißrich bleibt. Nun muss der ehemalige Goalgetter in der Sachsenliga nur noch zu alter Torgefährlichkeit zurückfinden – und der Verein zu alten Tugenden.
Quelle:http://www.sz-online.de/nachrichten/artikel.asp?id=901541