Seh´ ich genauso....aber die Jungs aus Fred-Town sind halt ganz "speziell" 
Hier ein interessanter Artikel aus der MOZ:
Härteste Strafe seit Bestehen des Fußballkreises MOL verhängt
Von Mandy Timm
Seelow/Strausberg (MOZ) 40 Verfahren landeten in der zurückliegenden Saison vor dem Fußballsportgericht. Am häufigsten verhandelten die Richter, weil Mannschaften nicht zum Spiel antraten. Allerdings waren auch Tätlichkeiten darunter. Die erschreckende Tendenz: Es werden immer mehr. Gegen einen Spieler wurde jetzt das härteste Urteil seit 1993 verhängt.
Beim Fußball sind die Hände selten im Spiel. Wenn die Fäuste aber doch fliegen und das Duell auf dem Rasen Nebensache wird, ist Konsequenz gefragt. Für Tätlichkeiten und Unfairness auf dem Rasen ist das Sportgericht des Fußballkreises Märkisch-Oderland zuständig. Am vergangenen Donnerstag fällte das Gremium das härteste Urteil seit Bestehen des Fußballkreises - seit mehr als 15 Jahren also.
Schauplatz ist Alt Tucheband: Einige Zuschauer erwarten das letzte Spiel der Kreisliga. Die Tuchebander empfangen Petershagen-Eggersdorf II. Für beide Mannschaften geht es um nichts mehr an diesem Junitag. Das Spiel läuft ruhig, keine besonderen Vorkommnisse, sagt Schiedsrichter Mike Schwarz später. In der 35. Minute steht es 2:0 für Tucheband. Dann: ein Foulspiel an einen Spieler aus Tucheband. Der Unparteiische pfeift Elfmeter. Eine normale Entscheidung. Was sich dann abspielt, ist allerdings alles andere als normal. Mehr noch: So etwas hat es noch nie in Märkisch-Oderland gegeben, sagen die Richter des Sportgerichts. Ein Spieler aus Petershagen-Eggersdorf, dem der Schiri kurz zuvor wegen Unsportlichkeit erst die gelbe dann die rote Karte zeigte, beleidigt Schiedsrichter Schwarz für seine Entscheidung. "Was entscheidest du denn da, du Arsch", soll er gesagt haben. Dann streckt er ihn mit einem Faustschlag ins Gesicht nieder. Spielabbruch.
"Die Brutalität auf dem Fußballplatz hat damit in der Region eine neue Dimension erreicht", sagt Hans-Georg Vogel, Vorsitzender des Sportgerichts, als das Gremium jetzt den Vorfall verhandelte. Ein ärztliches Attest bescheinigte dem Schiedsrichter aus Lebus Prellungen, lockere Zähne, ein Schleudertrauma. Richter Vogel hat nun zwar das sportgerichtliche Urteil gesprochen, den Fall aber noch nicht zu den Akten gelegt. Das Ausmaß der Gewalt hat ihn schockiert.
Auch Spieler zeigten sich betroffen, der Schiedsrichterverband des Kreises ebenso wie Zuschauer. Der Fußball-Vertreter des SV Blau-Weiß Petershagen-Eggersdorf entschuldigte sich unterdessen erst während der Verhandlung bei Mike Schwarz. Und das auch erst, nachdem der Schiedsrichter sein Unverständnis über die ausbleibende Entschuldigung äußerte.
Am häufigsten geht es bei den Verhandlungen des Sportgerichts darum, dass Mannschaften nicht zum Spiel angetreten sind. Dicht gefolgt von Verfahren, bei denen Spieler unberechtigt zum Einsatz kommen. Mitunter treten Fußballer sogar unter einem falschen Namen an. Es gibt Beleidigungen und Tätlichkeiten. Letzteres mit steigender Tendenz. Drei Vorfälle, bei denen es zu körperlicher Gewalt kam, gab es in der vorigen Saison. "Das sind so viele wie noch nie. Meistens sind Schiedsrichter die Opfer", sagt Hans-Georg Vogel. Auffällig sei auch, dass sich die Tätlichkeiten fast immer im Oderbruch abspielen würden.
Entsprechend konsequent war das Sportgericht jetzt in seinem Urteil: Der Spieler aus Petershagen-Eggersdorf darf zweieinhalb Jahre lang für seinen Verein nicht mehr auflaufen. Außerdem erhielt er eine Geldstrafe. Der Verein hat seinem Spieler, der auch Kinder und Jugendliche trainiert, ein Anti-Aggressionstraining verordnet. Ein halbes Jahr lang darf er die Jugend nicht trainieren.
Warum Fälle von körperlicher Gewalt keine Ausnahme mehr auf den Fußballplätzen in der Region sind, kann Hans-Georg Vogel nicht sagen. "Das hat sicher auch mit dem Umfeld zu tun", vermutet der 65-Jährige. "Es gibt in der Kreisliga mitunter unzureichende Sicherheitsvorkehrungen. Die Ordner sind häufig nicht gekennzeichnet und werden von den Spielern und Zuschauern in ihrer Funktion kaum wahrgenommen", ergänzt er. Von einer generellen Verrohung möchte Vogel aber nicht sprechen. "Die meisten Leute betreiben friedlich ihren Wochenendsport." Nicht zuletzt seien die Vereine auf ihre Spieler angewiesen.
So wird das Sportgericht wohl auch künftig harte Urteile fällen, damit der Fußballplatz nicht zum Schlachtfeld wird.
Zum Sportgericht des Fußballkreises gehören sieben Mitglieder, die ehrenamtlich arbeiten. Es sind Hans-Georg Vogel, Dr. Günther Schachler, Erhard Breitag, Manfred Finger, Sven Jahn, Dirk Schilling und Reinhardt Klatte, der allerdings zurzeit sein Amt wegen einer schweren Erkrankung ruhen lassen muss. Die Wahlen finden alle vier Jahre statt. Neuwahl ist im Frühjahr 2010. Das Sportgericht beschäftigt sich mit Regelverstößen und sanktioniert sie. Die Urteile sind rechtskräftig, sofern die Vereine keine Rechtsmittel einlegen. Das Gericht spricht vereins- oder personenbezogene Strafen aus. Diese reichen von Ermahnungen bis hin zu Geldstrafen, Spielersperren, Aberkennung von Toren und Punkten sowie Versetzung in andere Spielklassen. Urteilsgrundlage sind Regeln, Satzungen und Ordnungen des Fußballkreises, an die sich jeder als Mitglied gemeldete Verein halten muss. Urteile und Infos gibt es im Internet unter www.fussball-mol.de