Die Statistik zum Match ist ja bereits vorhanden, deshalb beschränke ich mich auf einen reinen Reisebericht....
Am Samstag ging es pünktlich um 15:40 Uhr von Tegel aus los. Die von Germania gecharterte Maschine vom Typ Fokker 100 brachte uns nach Russland. Neben der Mannschaft waren noch etwa 25 Fans sowie eine Handvoll Journalisten an Bord.
Die Verpflegung an Bord in Form von Lunchpaketen konnte sich durchaus sehen lassen und so landeten wir gesättigt in der Baustadt der MIG. A propos Landung: Den Titel Landebahn hatte die Piste nicht wirklich verdient: Der Blick aus dem Fenster in die dunkle russische Nacht offenbarte, was viele vermuteten: Tiefe Risse und Schlaglöcher säumten den Beton - an der maroden Piste wurde offenbar seit vielen Jahren, wenn nicht sogar Jahrzehnten nicht mehr wirklich etwas getan. Auch die Nutzung der Beleuchtung hatte etwas: Denn kaum waren wir gelandet, wurde die Beleuchtung an der Bahn auch wieder ausgeschaltet - das Rollen zum Endstellplatz am Terminal erfolgte im Fastdunkeln. Aber gut - andere Länder andere Sitten.
Kaum kamen wir zum Stillstand, gab es auch schon das nächste Problem: Es gab keine passende Treppe für unseren Flugzeugtyp. Weder die Treppe für die in Russland oft eingesetzte Yak 42 noch die Treppe für die Tupolew 134 passte an unsere schöne westeuropäische Germania und so mussten wir noch ein ganzes Weilchen in der Maschine ausharren, ehe eine passende Treppe für unser Flugzeug gefunden war.
Kaum ausgestiegen der nächste zeitaufwendige Akt: die Passkontrolle. Immerhin immer 2 Personen zeitgleich: trotzdem nahm das ganze Procedere gleich 70 Minuten in Anspruch. Immerhin: Danach gings dann zügig per Bus und Polizei-Eskorte zu den Hotels.
Während es einige dann ins woronezher Nachtleben trieb, schonten andere ihre Kräfte für den folgenden Tag.
So verbrachte jeder seinen Tag vor dem Spiel, bevor es schließlich wieder gemeinsam zum Stadion ging. Dieses war durchaus beeiendruckend: Ein großes Rund mit einem Fassungsvermögen von 25.000 Zuschauern (hier variieren die Angaben je nach Quelle - realistisch würde ich sagen etwa 22.000). Eine funktionierende Anzeigetafel und die typischen Flutlichtmasten der leninschen Baukultur sorgten für das typisch osteuropäische Flair, was diese Touren immer wieder zu den ganz besonderen macht.
Arg enttäuschend die Zuschauerzahlen: Der bisherige Rekord bei der Frauenmannschaft lag bei 7.500 und man rechnete in Voronezh durchaus mit 10.000. Das Ergebnis war ernüchternd: Die offizielle Zahl lag bei 3.600, doch da waren nicht nur alle Spielerinnen und Soldaten mitgerechnet, sondern wohl auch noch alle im Vorverkauf abgesetzten Karten. Nun regnete es den Vormittag über recht ordentlich und es verliefen sich im weiten Rund am Ende etwa 1.300 Zuschauer.
Nach Spielschluss hatte ich noch Gelegenheit, mit Sabrina Rastetter zu sprechen und erfuhr, dass sie in erster Linie wegen des Trainers nach Voronezh gewechselt ist. In der vergangenen Saison spielte sie ja noch beim FFC Frankfurt; großgeworden ist sie beim KSC. Un dort wird die Verbindung sichtbar - denn ihr jetziger Trainer ist der Vater von KSC-Stürmer Saenko, der uns ja aus der 2.Liga bekannt ist.
Nach der PK ging es dann wieder zum Bus durch eine kleine Horde autogrammsuchender russischer Mädels, die auch T-Shirts und Schals von uns bekamen.
Am Flughafen wieder die übliche Passkontrolle, sodass wir um 19:10 Uhr in der Maschine saßen. Leider machte uns das russische Flugrecht einen Strich durch die Rechnung, früher abzuheben und so mussten wir bis zur offiziellen Startzeit um 20 Uhr warten. 2 Stunden Zeitunterschied wurden gemeistert und so landeten wir wieder in heimischen Gefilden um 20:50 Uhr in Berlin-Tegel.
So sollte im Normalfall am Sonntag im Rückspiel der Einzug ins Halbfinale sichergemacht werden, sodass es im April wieder auf Reisen gehen kann. Gegner dann ist der Sieger der Begegnung Trondheim vs. Bobruitschanka (Weissrussland). Ich hoffe auf eine erneute Tour gen Ostblock.
Sodele
Und niemals vergessen:
Von der Küste bis zum Allgäu
Bleibt dem Frauenfussball treu