Am ersten wirklich sonnigen und auch warmen Herbstwochenende verschlug es mich wieder einmal zum Stadion am Zoo im Norden von Halle. Da man etwas spät dran war, musste man gegenüber von SV Rotation Halle (in der selben Straße ansässig) parken. Dann schnell zum VfL-Stadion gesprintet, Eintritt gelöhnt und noch schnell eine wirklich leckere lockergestopfte Roster verdrückt. Kaum das letzte Stück halbe Brötchen zwischen die Kauleiste geschoben, pfiff Schiri Alexander Sather aus dem sächsischen Grimma die Partie schon an. Die Partie gegen die in blau spielenden Bernburger begann schwungvoll. Schon in der vierten Minute trafen die Salzländer das Hallenser Aluminium. Nach dem kleinen Weckruf für die VfL-Abwehr ging das Spiel zwischen beiden Mannschaften zwar locker flockig weiter, aber ohne das dabei wirklich gute Chancen für eine der beiden Mannschaften heraussprangen. Schnell kristallisierte sich auch Schiri Sather's Linie heraus: Pfeifen was die Pfeife hergibt egal ob richtig oder falsch. Halt ein ehemaliger Oberliga-Schiedsrichter mit Profilierungssucht. So waren keine fünf Minuten vergangen, wie ein Bernburger derart hart einen Blau-roten wegsenste, dass es eigentlich kaum zu glauben war, dass der VfL nicht schon das erste mal verletzungsbedingt wechseln musste. Klare gelbe Karte für den Bernburger. Sah auch 96-Trainer Torsten Weber, welcher wild gestikulierend an der Wechselbank rumsprang, so. Nur der Schiri leider nicht. Weiter ging es mit fast komödiantischen Schiri-Szenen! So zum Beispiel ein Angriff der Bernburger, wo der angespielte Spieler gute 2 Meter im Abseits stand, der Linienassi aber (noch) nicht wusste, wozu er das Plastestäbchen mit dem Stofflappen dran in der Hand hielt. Zum Glück waren die Salzlandkreiser selbst aus diesem Vorteil heraus zu hastig und semmelten das Leder gen Eisenbahngleise. Wenig später wieder ein Angriff der der Bernburger, dieses mal deutlich kein Abseits, aber plötzlich meinte der Linienassi, doch mal auszuprobieren, was denn passieren würde, wenn er den lustig bunten Lappen an dem Plastestab mal hochhalten würde. Aber auch die Hallenser machten es auf der anderen Seite nicht besser. Zwar wusste da der Assistent doch ein wenig mehr über die Regeln bescheid, jedoch konnten die erarbeiteten Möglichkeiten nicht in Tore umgesetzt werden. So sah es - je näher die Halbzeit kam - doch erst einmal nach einem schnöden 0:0 aus. Aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Und das war auch gut so! Es war ein Standard, um genau zu sein eine Ecke, welche Georg Ströhl genau auf den Kopf bekam. Er lies dem Askania-Schlussmann keine Chance - 1:0 (37.). In der 42. Minute kassierte dann Mark Jonekeit für ein 08/15-allerwelts-Foul vor'm eigenen Sechzehner noch die gelbe Karte und die Salzländer bekamen einen Freistoß aus aussichtsreicher Position. Aber auch der brachte keine große Gefahr für das Gehäuse der 96er. So ging der VfL mit dem 1:0 in die Pause. Schnell noch eine Roster - diesmal eine normale - geholt und auch diese hat vorzüglich geschmeckt. Da könnte sich der ein oder andere Verein der südanhaltinischen Saalestadt mal was abgucken! Dann rauf auf die Tribüne zum "Stimmungsmobb von Trotha" und die Halbzeitergebnisse der anderen Ligen verfolgt. Da ich zum ersten mal oben auf der Tribüne war, konnte man erst mal richtig sehen, wie idyllisch eigentlich das Stadion am Zoo liegt. Man konnte bis weit in den Saalkreis blicken und - mal von den wenigen Hochhäusern in Trotha abgesehen - auch viel Grün erspähen. Aber nun wieder zurück mit den Blicken auf den Rasen. Der Schiri pfiff abermals pünktlich an, der VfL wechselte einmal. Die Hallenser gingen zunächst zu zehnt zurück ins Spiel da kurz vor dem Anpfiff noch ein Blau-roter mit 'nem kleinen Kreislaufzusammenbruch behandelt wurde. Aber auch für ihn ging es dann weiter. In der 52. Minute dann mal ein wirklich heftiges Foul von Christian Sund an einem Bernburger. Christian Sund sah gelb und Bernburg bekam wieder einmal einen Freistoß aus vielversprechender Position. Aber auch diesen konnte Bernburg nicht in ein Tor verwandeln. VfL-Keeper Daniel Richter konnte sich lang genug machen um den Ball über die Latte zu lenken. Die folgende Ecke für Askania brachte ebenfalls nichts ein. In den folgenden 20 Minuten passierte dann genau das Selbe wie in den ersten 35 Minuten der ersten Halbzeit: Ein rassiges Spielchen mit schönen Zweikämpfen aber wenigen Torraumszenen und falls doch, dann ging der Ball drüber, daneben oder wurde abgewehrt. Dies sollte sich erst in der 72. Minute wieder ändern. Nachdem der Askania-Schlussmann den Ball an der Strafraumgrenze - also weit vor seinem Gehäuse - abgewehrt hat und ihn auf einen seiner Mitspieler passen wollte, pflückte der wieselflinke Vladimir Penev jenen welchen die Pille gleich wieder vom Schlappen und zog von der Strafraumgrenze ab. Der zurückeilende Bernburger Keeper war eindeutiger langsamer wie der Ball, so konnte er nur zuschauen, wie sich der Ball im Netz versenkte - 2:0. Also wenn das mal kein Torwartbock war, dann weiß ich auch nicht! Der VfL wollte nun keineswegs das Ergebnis verwalten, spielte weiter munter mit und erarbeitete sich noch die ein oder andere Chance, scheiterten oft an dem nun sehr ordentlich stehenden Bernburger Abwehrriegel, manchmal aber auch sich selber. So blieb es bei dem 2:0, was so durchaus in Ordnung geht.
Statisik
Aufstellung
VfL Halle 1896: Richter - Jonekeit, Sund, Schammer, Waldau - Neigenfink, Ströhl, Stein, Schnerr - Döring, Penev (die Wechsel muss dann mal BengalOO nachreichen ...)
Tore
1:0 Ströhl (37.)
2:0 Penev (72.)
Schiedsrichter
Alexander Sather (Grimma) / Dirk Engelmann, Udo Fritzsch
Zuschauer
213 (5 aus Bernburg)