Angstgegner gegen Angsthasen

  • Fußball kann so schön sein,


    jedenfalls wenn man an diesem Tage Fan der Düsseldorfer Fortuna war. Bekanntlicherweise bekenne ich mich aber nicht zu Düsseldorf, sondern zu Erfurt. Da Spielergebnisse aber nicht vorhersehbar sind, war die Vorfreude dementsprechend gut. Es war ja auch ein Spitzenspiel. Der Vierte empfängt den Zweiten.
    Pünktlich Samstagfrüh um 4 klingelte der Wecker. Anziehen, das heilige Trikot drüber und ab zum Bahnhof. Dort traf man dann einige bekannte Gesichter und gemeinsam machte man sich in den bereitstehenden Sonderzug. Bereit waren wir auch. Nämlich für die Tortur Zugfahrt. 7 Stunden und 30 Minuten sollte das Abenteuer dauern. Etliche merkwürdige Gestalten wurden dabei entdeckt und ein paar Bier wurden auch vernichtet. Angenehm wurde es erst im Zug als die Letzte der 6 Toiletten den Dienst versagte. Nur wurde eine neue Sportart entwickelt. Zwischenwagenpinkeln. Nur hier hat man noch das ursprüngliche Reichsbahnfeeling. Klappernde Wagen, das Rattern der Schienen und einen Abfluss direkt auf das Gleisbett. Aber all diese Qualen hatten ein Ende. Der Düsseldorfer Hauptbahnhof wurde erreicht und es ging direkt in die U-Bahn. Was für ein Erlebnis, wenn 300 (der 500) in der U-Bahn stehen und einfach nur hüpfen. Dementsprechend langsam ging es ins Rheinstadion. Diese kribbelbunte Etwas was nun LTU-Arena heißt. Der Eingangsbereich ist ja eine Mischung aus Bahnhofsimbiss und Theaterfoyer. Drinnen dann das erste große HALLO. Wo kamen die ganzen Erfurter her? Bei unserem ersten Besuch hier vor 2 Jahrem waren gerademal 400 Hanseln im Gästeblock (ohne Zaun, was sich damals rächen sollte). Am Ende fanden sich 1500 Gästefans und den 9500 ein. Der Support war auch dementsprechend gut. Alle standen zusammen und es wurde meist sehr einheitlich gesungen. Es muss herrlich rüber gekommen sein. Vor allem als sich alle hinsetzten, einklatschten und gemeinsam zum "HIER REGIERT DER RWE" aufstanden. Wahnsinn dieses Szenario. Zum Spiel selber will ich nicht viel sagen. Schließlich war Fortuna immer einen Tick besser als wir und damit auch der verdiente Sieger. Klar habe ich im Hinterkopf noch dieses "Wenn Kumbela in der 2. Minute die 100%ige versenkt, gewinnt man dort", aber Düsseldorf und Oberhausen sind Angstgegner. Und allein deshalb kann ich mit der Niederlage leben. Warum? Nächste Woche gehts nach Ahlen und die sind kein Angstgegner, im Gegenteil. Nach dem Spiel sollte es eigentlich wieder zum Zug gehen, aber Pustekuchen. Ein Kumpel von mir war mit seinem LKW da (was Kleineres war nicht verfügbar *g*) und nahm mich mit. Also 7,5h Zug gegen 5h LKW getauscht. Ich finde es war ein guter Tausch.


    In diesem Sinne


    Sport Frei

    man kann die schönsten Siege nur feiern, wenn man auch die schmerzlichsten Niederlagen verkraften kann!