10.09.2005 VfB 09 Pößneck – VfB Germania Halberstadt 3:4 (1:1)
VfB Germania Halberstadt:
Kischel – Heckeroth, Thiele, Gottwald, Pölzing – Gerlach (ab 90. Lorenz), Alex Kopp, Vandreike, Stefke (ab 88. Reitzig) – Schlitte, Banser
VfB Pößneck:
Okrucky – Hurt, Busse, Wiegand, Walther – Förster, Müller (ab 61. Mußler), Krause, Schimmelpfennig – Zimmermann, Kühne (ab 78. Woitha)
Schiedsrichter: Harald Sather (Grimma)
Tore:
1:0, Walther (19.),
Unnötiger Ballverlust (schlechter Pass) von Gerlach im Mittelfeld, Pößneck kann schnell und ungehindert kombinieren, Walther taucht alleine vor Kischel auf und trifft zur überraschenden Führung.
1:1, Banser (37.),
Abschlag Kischel, Kopfballverlängerung Alex Kopp auf Schlitte, Flanke in den Strafraum und Banser trifft per Direktabnahme!
2:1, Förster (59.),
Freistoss von Hurt nach Pölzing-Foul und Förster kann völlig freistehend (!) per Kopfball die erneute Führung erzielen.
2:2, Schlitte (63.),
Heckeroth zieht von der Strafraumgrenze ab, abgewehrt, aber Pößneck bekommt den Ball nicht aus der Gefahrenzone und Schlitte verwandelt eiskalt, auch wenn etwas Glück dabei war.
2:3, Schlitte (66.),
Ecke Stefke, Kopfball Schlitte in Dreiangel.
2:4, Stefke (71.),
Konter über Gerlach nach Pößnecker Abwehrschnitzer (Hurt tritt über Ball), und Gerlach legt frei vor Pößneck-Keeper Okrucky uneigennützig auf Stefke ab, der nur noch ins leere Tor einzuschieben braucht!
3:4, Zimmermann (76.),
Nach einer Pößnecker Eckenserie bekommen wir den Ball nicht aus der Gefahrenzone und Zimmermann zieht aus 18 Metern ab und trifft ins lange Eck!
Torchancen: 5:13 (2:6),
Torschüsse: 10:21 (4:12),
Ecken: 7:6 (4:4).
Gelbe Karten: Alex Kopp (15.), Banser (80.), Pölzing (83.), alle Foulspiel.
Zuschauer: 231, 34 Germaniafans!
Äußere Bedingungen: herrliches Fußballwetter, 26 Grad, viel Sonne, schlechte Platzverhältnisse, sehr holpriger Rasen, kein guter Oberligastandard.
Zum Spiel
Nach den Auswärtspartien in Völpke (0:4 Sieg) und in Halle (1:1) ging es am Samstag zum heimstarken VfB 09 Pößneck, jene Mannschaft, die wir bisher in der Oberliga noch nie besiegen konnten. Bei uns fehlte in der Startformation Felix Binsker, der mit der U-20 Landesauswahl unterwegs war. Für ihn spielte Alex Kopp im Mittelfeld, zum ersten Mal von Beginn an. Ladislav Stefke rückte entsprechend weiter in die Offensive und mimte einen hängenden Linksaußen. Taktisch gab es ein 4-4-2, manchmal, je nach Spielsituation, auch das gewohnte 4-3-3.
Verheißungsvoll begann die Partie. Schon kurz nach Anpfiff hatten wir die erste Möglichkeit, nach Vandreike-Ecke köpfte Banser knapp neben das Tor (2.). Pößneck spielte, wie Plauen zuletzt, anfangs ein starkes Pressing, wollte uns unter Druck setzen und zu Fouls in Strafraumnähe zwingen. Dies gelang ihnen im Laufe der Partie auch mehrmals, aber Kischel war vorerst auf dem Posten, nach Freistoss von Hurt (9.). Eine Minute später hätte Stefke fast eine Unaufmerksamkeit von Okrucky genutzt. Dann eine Ecke für Pößneck, die aber Alex Kopp zur erneuten Ecke abgewehrt hatte. Aus der zweiten Ecke resultierte nach langem Kopfball von Thiele ein klasse Konter, aber Stefke konnte leider seinen Alleingang nicht erfolgreich abschließen (14.). In derselben Minute glänzte Alex Kopp mit einem „Zuckerpass“ auf Schlitte, der den Ball aber knapp verpasste. Beim folgenden Pößneck-Angriff holte sich Alex Kopp völlig unnötig die gelbe Karte (15.).
Dann war wieder Banser an der Reihe, aber auch ihm wollte noch kein Tor gelingen (17.). Völlig überraschend fiel kurze Zeit später das Führungstor für Pößneck. Gerlach hatte den Ball im Mittelfeld verloren, wir sahen zu wie die Thüringer kombinierten und Walther tauchte alleine vor Kischel auf und verwandelte clever zum 1:0 (19.). Wir meldeten uns umgehend mit einem gefährlichen Torschuss von Banser zurück (22.). Bei einem Pößnecker Freistoß von Schimmelpfennig hinterließ unsere Abwehr keinen sicheren Eindruck (24.). Und nun Freistoß von Vandreike, von Banser kurz angenommen, direkt und ganz knapp übers Tor geschossen (27.). Schade!
Es folgte ein Fehlpass von Pölzing und Gottwald klärte nach Pößneck-Konter im letzten Moment zur Ecke. Diese Ecke bereinigte Banser zur abermaligen Ecke (30.) und wieder schlafen wir, da Pößneck auch diese Ecke ohne Gegenwehr kurz ausführte, aber beim Abschluss zu zaghaft agierte. Auch in der 35. Minute waren wir unaufmerksam und ließen Pößneck spielen, entsprechend kam Müller zu einer guten Tormöglichkeit. Kurz danach endlich der längst überfällige Ausgleich durch Banser zum 1:1 (37.). Dies war ein Angriff über vier Stationen, Abschlag Kischel, Kopfballverlängerung Alex Kopp, Flanke Schlitte und letztendlich Direktabnahme Banser!
Bis zur Pause drückten wir weiter aufs Tempo und drängten Pößneck in die Defensive, ohne weitere Tore zu erzielen. Eine der besten Chancen hatte dabei Gerlach mit einem Freistoss aus 18 Metern Torentfernung, aber Okrucky bewies seine Klasse und fischte den gefährlichen Schuss aus dem Dreiangel und klärte zur Ecke, die aber nichts einbrachte (42.). Auch Banser hatte mit einem druckvollen Torschuss nach Stefke-Pass noch eine gute Möglichkeit (43.). Mit dem 1:1 ging es dann vorerst in die Kabinen.
Halbzeitfazit: Pößneck hatte nur zwei Torchancen, machte ein Tor. Wir bestimmten weitgehend das Spiel, verloren aber auch zu viele einfache Bälle in der Vorwärtsbewegung, hatten aber einige gute Torchancen und waren Pößneck überlegen.
2. Halbzeit: Kaum wieder angepfiffen, hatte Banser abermals ein weiteres Tor auf dem Fuß, scheiterte aber an Okrucky (46.). Vorher hatte Vandreike herrlich auf Stefke gepasst, der den Ball für Banser durchließ. Im direkten Gegenzug war Pößneck abermalig gefährlich, weil wir Unsicherheiten in der Abwehr gezeigt hatten. Dann eine Schlitte-Flanke und Pößneck-Torwart Okrucky konnte nur mit einer Hand klären, aber der Nachschuss von Alex Kopp misslang (52.). Kurz darauf hatte Schlitte, nach Superpass von Banser, die große Möglichkeit zur Germania-Führung, aber Pößneck klärte zur Ecke. Aus dem Nichts die erneute Führung der Thüringer. Pölzing hatte mal wieder in Strafraumnähe gefoult und Hurt flankte gefährlich in Richtung Tor und Förster traf völlig freistehend und ungehindert (!) zum 2:1 (59.). Dies stellte den Spielverlauf auf den Kopf, wir machten bisher das Spiel und Pößneck die Tore!
In der Folge begannen unsere magischen acht Minuten. Wie beim letzten Spiel in Pößneck (3:3 in 2004/05) drehten wir in diesen acht Minuten die Partie und machten innerhalb kürzester Zeit aus einem 2:1-Rückstand eine 2:4-Führung! Erst nutzte Schlitte nach Distanzschuss von Heckeroth eine Unaufmerksamkeit der Thüringer Abwehr (63.). Dann krönt nochmals Schlitte seine gute Leistung mit dem zweiten Tor. Nach Stefke-Flanke hatte er mittels Kopfball in den Dreiangel getroffen (66.). Und zu guter letzt markierte Stefke nach einem Konter mit seinem ersten Ligator das vorentscheidende 2:4 (71.). Hierfür hatte Gerlach, nach Abwehrschnitzer von Hurt (trat über den Ball), hervorragende Vorarbeit geleistet, indem er den Ball auf Stefke abgelegt hatte und „Lazi“ nur noch ins leere Tor einzuschieben brauchte.
Dann eine Eckenserie der wütend angreifenden Pößnecker. Jedes Mal bekamen wir den Ball nicht aus dem Strafraum heraus und so erzielte Zimmermann nach einem abgewehrten Eckball mit einem Distanzschuss das erneute Anschlusstor zum 3:4 (76.). Pößneck versuchte jetzt alles, riskierte viel und wir kamen entsprechend zu weiteren Kontern. Einen von diesen schnellen Gegenangriffen hätte Stefke fast zum alles entscheidenden 3:5 genutzt, aber nachdem er schon Okrucky umspielt hatte, wurde er zu weit abgedrängt (87.). Dann eine Schrecksekunde für alle Germanen. Pölzing hatte wieder gefoult und Pößneck bekam abermals einen Freistoss, den sie auch fast zum 4:4 genutzt hätten, aber Kischel reagierte blitzschnell mit einer Glanzparade (88.). Wir spielten mehrere unserer Konter nicht konsequent genug zu Ende und Gerlach verlor kurz vor Schluss unnötig den Ball und Pößneck bekam nochmals einen Freistoss zugesprochen. Jetzt war auch Pößneck-Torhüter Okrucky mit im Germania-Strafraum, aber es nutzte nichts! 15.49 Uhr stand es fest. Unser erster Sieg gegen Pößneck war mit 3:4 Toren perfekt!
Fazit:
Nach einer spannenden Partie besiegten wir am Ende die unbequemen Thüringer aus Pößneck mit 3:4 (1:1). Aufgrund der vielen guten Torchancen war der Sieg für uns hoch verdient. Wir bestimmten am Samstagnachmittag über weite Strecken das Spiel, leisteten uns aber in der Defensive viele Unaufmerksamkeiten. Die drei Gegentreffer kamen durch solche Fehler zustande. Pößneck war in den ersten 20 Minuten ebenbürtig und konnte vor allem bei den vielen Standardsituationen eine gewisse Torgefahr entwickeln. Die Thüringer hatten kurz vor dem Abpfiff noch die Chance zum wiederholten Ausgleich, aber das wäre zuviel des Guten gewesen. So gelang uns endlich der erste Sieg gegen Pößneck und alle fuhren zufrieden nach Hause.
Das Thüringer Team um Trainer Lothar Kurbjuweit wird im Laufe der Saison aber noch den einen oder anderen Gegner im Sportpark Warte ärgern, diese Mannschaft hat das Potential der enormen Heimstärke mehrfach angedeutet, nur wir waren an diesem Tag einfach besser und abgezockter. Davon konnte sich auch Thomas Köhler, Trainer der Cottbusser Bundesligareserve (nächster Gegner) überzeugen. Aus einer geschlossenen guten Teamleistung ragten der doppelte Torschütze Kevin Schlitte und Ladislav Stefke ein wenig heraus!
Die Fußballanlage in Pößneck ist zwar nur bedingt oberligareif, dafür die Bratwürstchen umso mehr, die beste Wurst der Oberliga. Auch die sehr hübsche und aufgrund der Hitze spärlich bekleidete Servicekraft des Bierstandes entschädigte für die nicht immer oberligataugliche Stimmung auf der kleinen Anlage des VfB 09 Pößneck. Nach einem zehnstündigen Ausflug war ich geschafft, aber zufrieden, um 19.30 Uhr wieder zu Hause.
Stimmen:
Trainer Pfannkuch (Germania):
"Wir sind glückliche Sieger und haben dennoch nicht unverdient gewonnen. Wir hatten die größere Anzahl von Chancen, aber hinten erhebliche Schwächen. Das Hauptziel waren drei Punkte. Wir fahren zufrieden nach Hause."
Trainer Kurbjuweit (Pößneck):
"Wir haben an die guten Heimspiele angeknüpft. Wir haben gekämpft, sind gelaufen und haben Moral bis zum Schlusspfiff bewiesen."