Man kann wirklich sagen dass einem der Sumpf der Politik am Ar*** vorbei geht solange es einem gut ergeht.
Aka ist der Meinung dass es allen blendend ergeht, nur ist das nicht auf alle anwendbar.
Selbstständige haben es schwer heute noch zahlungskräftige Kunden zu finden, zudem macht der Behördenwahnsinn auch jede Motivation zunichte. Das Steuerrecht sorgt dann für den Todesstoß.
Aber da muß angesetzt werden. Ich weigere mich für meinen Steuerberater zu arbeiten. Ok, ich kann das inzwischen alles selbst regeln und bei Fragen habe ich meinen Onkel mit seiner Kanzlei, aber wenn ich das bezahlen müßte würde sich das kaum rentieren.
Derzeit habe ich auch genug Zeit für meinen Kram. 
Ich gehöre zu den Hartz IV Empfängern. Ich habe bis 98 gearbeitet als Selbstständiger bis das Ladenschlußgesetz den Umsatz meiner Kunden fast komplett ausgelöscht hat. Da ich an einer Immunschwächeerkrankung leide habe ich eine Reha umschulung gemacht und danach auch gleich gearbeitet. Ich brauchte das, bin dann aber zu krank geworden.
Danach mußte ich alles verbrauchen was die Jahre angesammelt wurde und heute habe ich mit Hartz IV zumindest soviel dass ich davon leben kann. Sobald ich wieder halbwegs krauchen kann such ich mir nen Job, was mir zugegebenerweise noch nie Probleme bereitete. Selbst jetzt bekomme ich Angebote, muß sie aber nicht annehmen, auch wenn ich unbedingt wollen würde.
Meine private Situation kotzt mich an, aber ich habe keine Chance sie zu ändern. Ich bin also abhängig von Hartz IV und bekomme ehrlich gesagt mehr heraus wie bei meinem ersten Job 88. 345€ sind halt auch immerhin fast 700 DM für die ich dankbar bin. Aber unangenehm ist das schon und sobald es irgendwie geht werde ich arbeiten.
Was ich nicht raffe ist die Tatsache dass so viele keinen Bock haben zu arbeiten. 345€ ist zwar ausreichend, aber um gesellschaftlich am Leben zeilzunehmen reicht es vorne und hinten nicht aus. s gibt auch kaum Vergünstigungen z.B. weder bei Hertha noch in Musicals oder Theaterveranstaltungen. Man ist einfach aussen vor und das sehe ich als unangenehm an.
Warum haben Unternehmen in Deutschland so viele Probleme Jobs zu besetzen? Ich habe in der Umschulung gesehen dass 50% der 23 Teilnehmer relativ wenig Bock hatten. Mit 30 im Durchschnitt bekommt man selten eine Staatsfinanzierte Umschulung geboten, aber all das war kaum Anreiz. Die sind um 13-14.00 Uhr einfach nach Hause während der Rest gar nicht genug lernen konnte. 6 Leute haben dann als erste der neuen Berufe überhaupt bestanden.
Argumjente wie "Ich muß mich um meine Kinder kümmern!" waren der Hammer, zumal die Frau auch zu Hause war. Wie will so jemand jemals einen Job ausüben, wenn bereits die Zeit von 8 bis 15.00 Uhr eine zu große Belastung ist.
Im ZDF lief neulich ein Bericht über einige Fallmanager und wie unterschiedlich sie arbeiten. Einer hat tatsächlich sämtliche Leute in Arbeit gebracht, nur dass die das überhaupt nicht wollten. Da bekommt man doch auch ziemliche Wut! Der Eine hat widerwillig den Job angenommen und kam prompt 2 Tage zu spät. Dann erstmal vorab die Kohle für ein Auto rausgehauen, was er gar nicht brauchte. Nach 2 Monate kam das ZDF vorbei und futsch war der Job. Er meinte "Was bildet sich so ein Arbeitgeber eigentlich ein? Ich war schlißlich von 60 Tagen 29 Tage bei der Arbeit? Was verlangen die denn heutzutage von Arbeitnehmern?"
Tja, selbst als betroffener Arbeitsloser sehe ich Hartz IV als eine viel zu spät gekommene Reform an. Die müssen die Möglichkeiten besser ausschöpfen und Jobs vermitteln. Das Hartz IV Geld bekommt man sowieso, also kann man auch erwarten dass man derlei Leute in Jobs zum Beispiel in Behörden einfach vermittelt. In einigen Behörden gibt es reichlich zu tuen und ich wette dass nach den Arbeitsangeboten 50% der Arbeitslosen freiwillig auf Jobs verzichtet wird.
Ich bin froh wenn ich da endlich wieder raus bin, aber ich kann mir das eben leider nicht aussuchen. Ich kann jeden der Hartz IV verurteilt einen Besuch beim Arbeitsamt empfehlen. Praktikum beim Fallmanager und euer Bild vom armen geschundenen Arbeitslosen wandelt sich in kürzester Zeit. Der der Hilfe braucht muß sie auch bekommen.
Da gehe ich mit aka und Co absolut konform, aber es muß Aufgabe sein Menschen zu vermitteln und nicht zu verwalten.
Hier in der Siedlung sind sämtliche Hartz IV Empfänger rausgeflogen. Die Miete hat das Amt bezahlt, nur beim Vermieter kam es nie an. Was ich hier erlebt habe ist der Hammer. Die haben das nach kürzester Zeit versoffen und ehrlich gesagt hat das nichts mehr mit einem Sozialstaat zu tuen wenn kräftige gesunde Männer um die 25 bis 40 Jahre den ganzen Tag mit saufen verbringen können, aber ihrer Verantwortung nicht nachkommen.
Mich kotzt das an, vor allem weil mein komplettes Geld schon zur Genesung aufgebraucht werden muß. Ich sehe die Verteilung sehr kritisch und hadere nicht mit den großen Unternehmen des Landes. Es gibt genug zu tuen!