FC Oberlausitz Neugersdorf – FSV Zwickau 2:3 (0:2)
Tore: 0:1 C. Göbel (18.), 0:2 Frick (37.), 0:3 Frick (54.), 1:3 Němec (65.), 2:3 Loučka (90./Foulelfmeter)
Rot: Wachsmuth (FSV/90.)
FC Oberlausitz Neugersdorf
Flückiger - Kunze, Wolf, Kusič, Merkel (64. Berg) - Petrick , Loučka - Pekdemir (46. Němec), De Freitas, Banaskiewicz (60. Sobe) - da Silva
FSV Zwickau
Unger - Berger, Mai , Paul - Lange, Wachsmuth - P. Göbel, Frick (73. Schlicht), C. Göbel - Öztürk (58. Zimmermann), Nietfeld (46. Genausch)
Zuschauer: 897 SR: Eugen Ostrin (Eisenach) SRA: Oliver Lossius, Jan Kanzler
Konnte arbeitsbedingt leider nicht selbst dabei sein - daher hier der Bericht von der offiziellen Webseite des FCO:
Der FC Oberlausitz Neugersdorf hat dem Spitzenreiter FSV Zwickau kein Bein stellen können. Nach den zwei Niederlagen im Hinspiel und im Sachsenpokal (jeweils in Zwickau) setzte sich der FSV auch in Neugersdorf durch, gewann mit 3:2, machte es aber nach einer 3:0-Führung noch einmal spannend.
Diesmal war die erste Halbzeit die schwache der Neugersdorfer. Trainer Vragel da Silva hatte sich für die Jugend entschieden, im Vergleich zum Auswärtsunentschieden in Babelsberg neben dem Krautschick die Routiniers Šisler, Nezmar und Nemec draußen gelassen, dafür die jungen Brasilianer de Freitas Costa und da Silva sowie Pekdemir und den nach seiner Rotsperre wieder einsatzfähigen Kapitän Petrick gebracht. Das zahlte sich nicht aus. Die Neugersdorfer hatten keine Struktur im Spiel, nicht eine einzige Torchance war vor der Pause zu verzeichnen. Und die Gastgeber hatten da noch Glück, dass es nur 0:2 stand. Bereits in der fünften Minute hätte der Spitzenreiter aus Zwickau in Führung gehen können, ja müssen. Nach einer Unsicherheit von Torwart Flückiger, der mit dem Fuß an eine Flanke ging und auch insgesamt nervös wirkte, hatte Christoph Göbel die Riesenchance, aber Flückiger bügelte seinen Fehler noch aus (5.). Nur eine Minute später beging der Neugersdorfer an der Strafraumgrenze ein Foul und konnte froh sein, dass es nur Gelb gab. Der Freistoß der Gäste landete in der Mauer. Bei einem Schrägschuss aus 13 Metern des sehr agilen Patrick Göbel war Flückiger dann auf dem Posten (16.) Zwei Minuten später war er aber machtlos. Nach einer Flanke von Wachsmuth köpfte Christoph Göbel unhaltbar ein. Neugersdorf blieb danach schwach, die spielerisch besseren Zwickauer aber konnten mit ihrer Überlegenheit nur wenig anfangen, erspielten sich kaum noch Tormöglichkeiten. Etwas überraschend fiel dann das 0:2. Ein Eckball segelte durch den Neugersdorfer Strafraum, am langen Pfosten stand Frick völlig frei und hatte keine Mühe, den Ball zu verwandeln. Kurz vor der Pause hatten die Zwickauer noch die Chance zum 0:3, diesmal aber war Flückiger bei einem Nietfeld-Schuss aus 17 Metern zur Stelle.
Nach der Pause schien der FCO, bei dem jetzt Němec für Pekdemir ins Spiel kam, etwas besser ins Spiel zu kommen, auch wenn es keine großen Torchancen gab. Nach und nach übernahm wieder Zwickau das Kommando. Und als erneut Frick nach einer Kopfballablage von Öztürk leichtes Spiel hatte, den dritten Zwickauer Treffer zu erzielen, war die Partie entschieden - dachten alle. Aber wie aus dem Nichts gelang Sturmroutinier Němec nach einem langen Ball aus dem Mittelfeld und Kopfballverlängerung da Silva der Treffer zum 1:3 (65.). De Freitas Costa startete wenig später einen Sturmlauf, setzte sich gegen die starken Zwickauer Innenverteidiger Paul und Berger durch, scheiterte aber an Torwart Unger. Auf der anderen Seite hatte Zimmermann, der überragende Patrick Göbel und der eingewechselte Genausch binnen einer Minute drei Riesenchancen, den Sack zuzumachen, scheiterten aber allesamt an Flückiger. Danach schien der Spitzenreiter den Sieg locker über die Zeit zu schaukeln, brachte sich aber kurz vor Schluss noch einmal selbst in Bedrängnis.
Neugersdorfs willensstarker Abräumer Berg war im Zwickauer Strafraum von Zimmermann am Trikot gehalten worden. Es gab aber keinen Pfiff. Berg schubste daraufhin Zimmermann weg, der Zwickauer Wachsmuth kam dazu und stieß Berg zu Boden. Das hatte der Schiedsrichter gesehen. Er entschied auf Rot für Wachsmuth und weil der Ball im Spiel war und die Tätlichkeit im Strafraum passierte, auf Elfmeter. Den verwandelte Routinier Loučka sicher (8S.). Plötzlich bestand also doch noch einmal die Chance auf einen Punkt für die Neugersdorfer, die in der Schlussphase alles nach vorn warfen. Flückiger, der wirklich keinen guten Tag erwischt hatte, hatte in der Nachspielzeit nach einem Freistoß aus dem Mittelfeld tatsächlich den Ausgleich auf dem Kopf, aber der Ball verfehlte das Tor knapp. Daran, dass der Zwickauer Sieg verdient war, gab es keinen Zweifel. FCO-Trainer Vragel da Silva schimpfte auch nach dem Spiel noch über die erste Halbzeit: ,,Ohne Leidenschaft, ohne Kampfgeist hat man gegen diese Spitzenmannschaft keine Chance. Das war die miserabelste erste Halbzeit der Saison."
Frank Thümmler (SZ)/Jens Kölz