Hi Oscar,
dass ich nicht unkritisch bin, weißt du glaube ich noch - der Boxclub ist im Wesentlichen raus beim BFC, die Verquickung, die manche sehen und hier kritisieren, entsteht durch die private Webseite des Fanbeauftragten (es wäre besser gewesen, der hätte das korrigiert), auf der Offiziellen Webseite findet man die Dynamo Sportmarketing GmbH nicht mehr und sie hat auch keine Machtanteile mehr im Verein.
Da sie weiterhin im Besitz des Traditionslogos ist, vertreibt sie Artikel mit dem Logo im Internet - offizielle Verträge mit dem Verein gibt es m. E. nicht mehr. Der Verein hat nur nicht dafür gesorgt, dass die Behauptung der Partnerschaft auch von der Webseite des ehemaligen Geschäftspartners verschwindet - natürlich ein Fehler.
Du siehst also – die erwähnten müssen nicht einmal Sponsoren sein und profitieren natürlich trotzdem – denn der Mist wird ja gekauft und getragen, besonders, weil man sich mit den Klamotten ja auch cool vorkommen darf – egal ob man wirklich „Fan“ ist oder nur „Disco-Fan“.
Richtig ist, dass man den Blocksturm damals nicht in der gleichen Stärke beklagt hat - und viele damals (und vielleicht bis heute) nicht begriffen haben, was an diesem Tag mit Sponsoren geschah (Folgen für die Verschuldung des Vereins) und was dieser Tag den Verein an Ansehen gekostet hat -und vielleicht immer noch nicht wahrhaben wollen, dass sie mit der damaligen Freude über eine "Staubwolke" die Ereignisse am Sonnabend mit provoziert haben.
Der Verein ist - und das wird hier vermutlich wieder einen Aufschrei hervorrufen - in "Privatbesitz" - und auch wenn Mitglieder und Fans ihren Chef/König/Kaiser lieben - eine solche Abhängigkeit von einer oder zwei Personen ist immer fatal. Wenn es um irgendetwas geht, dann entscheidet P.M. - so auch zu erklären, dass die Entschuldigung seine Unterschrift trägt und nicht zuerst die des Präsidenten. (Der ist so eine Art Bundespräsident - der Kanzler ist der Wirtschaftsratsvorsitzende)
Wenn P. Meyer nicht mehr „weitermacht“ – ist der BFC eben vermutlich tatsächlich am Ende (weil bankrott) – das ist schon schlimm für einen Verein.
Aber des Volkes/Mitglieds Wille ist ja seine Herrschaft ohnehin und dass der BFC immer noch da unten hockt, daran sind aus BFC-Sicht immer eher die anderen Schuld - z. B. der DFB, weil er bei TEBE nicht genau genug guckt usw.
Kürzlich erschien in der TAZ ein Artikel, die Reaktionen des Vereins darauf machen die Problematik deutlich: Nicht erreichbar sein, nicht Stellung nehmen und sagen: "der hat ja nur nach etwas gesucht..." Meine Meinung: So lange nicht offen und offensiv mit so einem Ereignis umgegangen wird - und da muss man dann auf einen Trainer auch verzichten können oder nachweisen, dass die aufgestellte Behauptung falsch ist - ruft bei vielen Leuten der Satz aus der Entschuldigung, „der BFC positioniert sich klar gegen Rassismus“ leider nur ein müdes Lächeln hervor. Zumal die Sarrazin-Verherrlichung durch einen Hauptsponsor auch auffällt – ebenso wie dessen krude politische Ansichten.
Der BFC hat Fans, die für ihren Verein das letzte Hemd geben würden, gegeben haben und geben werden – die Verbundenheit zum Verein ist stärker als anderswo und er nimmt einen bedeutenderen Platz im Leben ein – das alles gesagt über den „Durchschnittsfan“ im Vergleich zum „Durchschnittsfan“ anderer Vereine.
Ausschließlich dadurch hat der Verein überlebt.
Auf der anderen Seite ist die Verquickung zwischen Fan und Verein auch oft Grund für mangelnde Professionalität und dieAngst vor allem und allen was FREMD ist und von AUSSEN kommt.
Und trotz alledem besteht die Hoffnung, dass sich etwas bewegt, weil Menschen (und Fans) sich eben verändern…
Vielleicht wächst zum Beispiel die Einsicht, dass Klamottenverbote durch Vereine nicht nur „Freiheitsbeschränkung“ sondern auch Auswahl willkommener Leute sind und eben auch ein deutliches Zeichen – auch wenn jeder weiß, dass man natürlich auch sein Hemd wechseln kann, ohne seine Anschauung an den Nagel zu hängen.
Dass jetzt das BFC-Fanforum so lange geschlossen bleibt, ist eher ein Armutszeugnis für die Fans – es beweist die durchaus berechtigte Angst vor ihrer Meinung – vor Fans, die verharmlosen, die Schuld bei anderen suchen, die Aktion geil finden etc. Und es ist garantiert auch wieder keine richtige Entscheidung –und vermutlich die eines „starken Mannes“…
Nachdem mir ich vermutlich bis hierher schon die Wut vieler „echter“ BFCer zugezogen habe noch einige kleine Hinweise an gitarrist87:
1. Man muss die Forderungen, die von Preußmane da ins Netz gesetzt wurden weder gut noch richtig finden – aber von jemandem deshalb zu behaupten, er habe nicht genügend „Grips in der Birne“ verbietet sich besonders immer, aber besonders dann, wenn man zu dem Verein gehört, der die Verantwortung für die Vorkommnisse am Sonnabend trägt.
2. „Vor der eigenen Türe kehren“ – mir ist kein Ereignis bekannt, bei dem die Dachorganisation Interkultureller Sportvereine Verantwortung für einen Platzsturm oder ähnliche Ereignisse trägt – dir?
3. „Beileid mit Opfern“ ist eine absurde Formulierung – Beileid spricht man Hinterbliebenen aus – die es Gott sei Dank nicht gibt – und Opfern kann man kein Beileid aussprechen, die sind in der Regel tot.
Preußmane: Dachorganisation interkultureller Sportvereine, die eine Nationalität im Namen trägt, ist vermutlich auch nicht die beste Idee – jedenfalls werden das vermutlich Kroaten, Russen, Polen usw. finden .
Wieso soll Rainer Lüdtke zurücktreten?