Tja, mit ihren Urteilssprüchen während, bzw. kurz nach der WM hat die FIFA wenig Souveränität bewiesen (milde ausgedrückt)
Man braucht nur einige ähnlich gelagerte Beispiele nennen und die als Vergleich heranziehen:
Figos Kopfstoß im Holland-Spiel wurde z.B. auch nicht geahndet, es sei ja Tatsachenentscheidung gewesen, da es der Schiri und die Assistenten nichts gesehen hätten. Den Ausraster von Zidane haben die Verantwortlichen auch nicht gesehen, da musste erst der 4. Schiri eingreifen (und ich wette, der hat die ganze Geschichte auch erst per Videoaufzeichnung gesehen, ansonsten hätte das Ganze nicht so lange gedauert). Der Niederländer wird den Figo höchstwahrscheinlich auch verbal provoziert haben, kommt aber ebenso ungeschoren davon. Materazzi hingegen wird dafür bestraft.
Anderes Bsp.: Nach dem Spiel D-Arg. sagt die Fifa in aller Öffentlichkeit, gegen die Deutschen wird nicht ermittelt, sie wären die Leidtragenden der Tumulte gewesen. Dann kommen von irgendwelchen Fernsehsender (aus welchem Land is jetzt auch egal :wink:) einige bewegte BIlder, daraufhin werden doch Ermittlungen aufgenommen und Frings wird gesperrt. Und das, obwohl der argentinische Spieler klar und deutlich in Interviews geagt hatte, das er keinen Schlag von Frings (oder einem anderen) gespürrt hätte.
Bei der Sache Zidane vs. Materazzi wurde die Aussage von "Zizou", der Italiener hätte keine rassisitischen Beleidigungen vom Stapel gelassen, hingegen berücksichtigt. Man stelle sich vor, der Franzmann hätte darauf bestanden, Materazzi hätte ihn rassistisch beleidigt. Wäre dann die Fifa so weit gegangen und hätte Italien den Weltmeistertitel aberkannt, oder wie??
Lange "Rede" kurzer Sinn: Vielleicht sollte die Fifa gewisse einheitliche Richtlinien aufstellen, ansonsten gibt es auch in der Zukunft Urteile die je nach Tagesform und Popularität in der Öfffentlichkeit entschieden werden.
Ansonsten finde ich die Urteilsentscheidung lächerlich, denn es wird kein großer Unterschied zwischen der Schwere des Vergehens gemacht.