Zitat
Original von lilly
Gibts noch einen Bericht von den Blau-Weißen ehe ihr nach Torgelow aufbrecht?
Serie gerissen
Ausgerechnet an einem Freitag dem 13. riss die bisherige Serie der Nulldreier von sieben Siegen in Folge und das auch noch gegen den selbsternannten Aufstiegsfavoriten Tennis Borussia. Dass die Blauen an diesem Tag ohne Punkte blieben, lag aber nicht an dem Datum und auch nicht daran, dass den Veilchen - wie Gäste-Trainer Raickovic in einem Interview mit dem Nulldrei-Stadionmagazin vor dem Spiel bemerkte - der Spieltermin Freitag, der 13. bisher immer Glück gebracht hätte. Nulldrei-Trainer Rasticlav Hodul nannte die Gründe für die Niederlage seiner Mannschaft nach dem Spiel jenseits jeglichen Aberglaubens beim Namen: "Die Mannschaft hat nicht gut gespielt und nicht gebracht, was sie kann. Die Spieler waren zu langsam und nicht aggressiv genug und haben dem Gegner zu viel Platz gelassen. In der zweiten Halbzeit wurde mit einem Mann weniger gekämpft, es sind aber zu viele individuelle Fehler gemacht worden."
Die gut 2.000 Babelsberger Fans der insgesamt 2.393 Zuschauer im Karli sahen leider ihre Mannschaft nur in der zweiten Halbzeit mit dem nötigen Engagement zu Werke gehen, zu einem Zeitpunkt als das Team bereits mit 0:2 zurücklag und wegen eines Platzverweises von Jan Mutschler nur noch zu zehnt war.
Doch der Reihe nach: Bei den Hausherren war Matthias Rudolph nach seiner Schlüsselbein-Verletzung wieder im Kader, so dass die Viererkette in ihrer bislang bewährten Form aufgestellt werden konnte. Slavomir Lukac musste dafür zunächst auf der Bank Platz nehmen. Im Angriff ersetzte Jack Grubert den wegen eines Trauerfalls in der Familie fehlenden Yaw Donkor-Oppong. Bei den Gästen saß Fuß überraschend nur auf der Bank.
Die Gäste begannen aggressiv und selbstbewusst und setzten die Babelsberger Abwehr durch konsequentes Forechecking von Anfang an unter Druck. Bereits in der 3. Minute wurden die Nulldreier kalt erwischt. Halil Savran verstolperte zunächst im SVB-Strafraum, doch im Nachsetzen war Nenad Vuckovic aus Nahdistanz zum 0:1 zur Stelle.
Die Nulldreier versuchten nach dem frühen Rückstand das Spiel unter Kontrolle zu bringen, was aber wegen des andauernden aggressiven und konsequenten Spiels der Gäste nach vorn nicht gelang. Hinzu kamen zahlreiche individuelle Fehler, insbesondere Ballverluste in der eigenen Hälfte, die das kontrollierte Spiel nach vorn hemmten und den Gästen das Spiel leicht machten. Zwingende Torgelegenheiten der Blauen waren so in der gesamten ersten Hälfte selten anzuschauen. Die erste gute Gelegenheit hatte Aymen Ben-Hatira mit einem Kopfball in der 5. Minute nach Freistoß von Patrick Moritz von der linken Strafraumgrenze – Gäste-Keeper Grell konnte jedoch per Faustabwehr klären. Die beste Gelegenheit in Halbzeit eins hatte Grubert in der 33. Minute aus 5 Metern per Kopf nach Freistoß von Mutschler von rechts auf den langen Pfosten. Gäste-Keeper Grell stand jedoch goldrichtig und konnte den Kopfball abwehren.
Das 0:1 der Gäste war zu diesem Zeitpunkt hochverdient und schmeichelte den Blauen sogar, denn zwischenzeitlich hatte Halil Savran eine Einschussgelegenheit, frei vor Carsten Busch, der jedoch abwehren konnte (21. Min.) und das Glück war auf Babelsberger Seite, als ein Vuckovic-Kopfball durch die Lattenunterkante gestoppt wurde (30. Min.).
In der 37. Minute stand dann das Glück nicht mehr Pate. Savran nutzte einen katastrophalen Abstimmungsfehler zwischen Maik Neumann und Carsten Busch zum 0:2 und alles sah nach einem Déjà-vu-Erlebnis der unangenehmsten Art aus. Die Erinnerungen an den April dieses Jahres wurden wach... Da stand es auch 0:2 allerdings erst nach 89 Minuten...
Diesmal hatten sich die Gäste diese Führung schon zur Pause verdient.
Für die zweite Hälfte wünschte sich der Babelsberger Anhang vor allem ein Aufbäumen und eine Aufholjagd. Bei engagiertem Spiel schien noch nichts verloren, schließlich hatte die Mannschaft gegen den BAK auch einen Rückstand wettgemacht, wenn auch mit viel Glück. Vielleicht könnte es ja auch diesmal mit dem Glück des Tüchtigen klappen. Die Kabinenpredigt von Rastislav Hodul dauerte dann auch etwas länger – die Gäste standen lange vor den Unsrigen wieder auf dem Platz. Sie sollte ihre Wirkung auch nicht verfehlt haben, denn die Mannschaft kämpfte aufopferungsvoll, konnte aber nicht mehr ausgleichen, was in der ersten Hälfte versäumt wurde.
Ein erstes Achtungszeichen in Hälfte zwei setzte Moritz in der 47. Minute, wiederum mit einem Freistoß von links, der knapp am Tor vorbeistrich. In der 48. Minute gab es dann aber einen weiteren herben Rückschlag. Schieri Melms zeigte Jan Mutschler nach einem Foul an Jonas Weidner den roten Karton. Das war’s dann wohl, hörte man von dem ein oder anderen auf den Rängen.
Mitnichten! Zu zehnt stand die Mannschaft auf und kämpfte sich nach vorn. In der 57. Minute führten die Bemühungen zum Erfolg. René Tretschok, der unermüdlich rackerte, brachte einen Eckball von rechts punktgenau auf Aymen Ben-Hatira am langen Pfosten, der sich die Gelegenheit nicht entgehen ließ und zum 1:2 einköpfte. Was nun folgte, war die beste Phase im Spiel der Babelsberger. Der Ausgleichstreffer lag in der Luft. Schon drei Minuten nach dem Anschlusstreffer hatte wieder Ben-Hatira nach einem Freistoß von Moritz von der linken Seite die Gelegenheit, auszugleichen – er traf jedoch nur den Pfosten.
In der 64. Minute verstärkte Trainer Hodul die Angriffsbemühungen und brachte für Maik Neumann Slavomir Lukac. Es folgten zwei weitere Chancen im Minutentakt (guter Freistoß Moritz aus 30m, der von Grell zur Ecke abgewehrt wurde in Minute 65; Kopfball des aufgerückten Neubert knapp über das Tor nach Ecke von Moritz in Minute 66).
In der 78. Minute machten die Blauen dann durch eine Verkettung individueller Fehler ihre Bemühungen selbst zunichte. Zunächst spielte Neubert, der bis zum gegnerischen 16er aufgerückt war, einen Fehlpass in die Mitte. Den aus der Abwehr heraus gespielten langen Ball konnte Björn Laars nicht unter Kontrolle bringen. Savran eilte davon, ließ Busch bei seinem Flachschuss in die linke Ecke keine Abwehrchance und machte mit dem 1:3 alles klar. Die Nulldreier gaben zwar ihre Bemühungen nicht auf. Sie hatten aber nur noch eine gute Einschussmöglichkeit durch Moritz, der das Tor freistehend von links knapp verfehlte (79.). Die Gäste brachten den Sieg letztlich sicher und auch verdient nach Hause.
Der geneigte Nulldrei-Fan fragte sich nach dem Spiel, warum die Mannschaft nur in der zweiten Hälfte mutigen und engagierten Fußball zeigte, was für ein Spitzenteam – und den Anspruch muss die Mannschaft an sich stellen, wenn sie das Saisonziel Aufstieg erreichen will – gegen einen Mitkonkurrenten auf eigenem Platz zu wenig war.
Trainer Hodul sagte nach der Partie, die Saison sei noch lang und die Mannschaft werde wieder in die Spur kommen.
Dem Team ist von dieser Stelle zu wünschen, dass die richtigen Schlussfolgerungen aus dem Spiel gezogen werden und im nächsten Spiel von Anfang an konzentriert zu Werke gegangen wird. Die Fans haben nach dem Spiel gezeigt, dass sie hinter der Mannschaft stehen und ihr den Rücken stärken.
Allez les bleu! Jetzt seid ihr wieder dran. Und immer im Auge behalten: Der nächste Gegner heißt Torgelower SV Greif – nicht Verein für Bewegungsspiele von 1893...
Statistik:
SV Babelsberg 03:
Busch; Neumann (63. Lukac), Neubert, Laars, Rudolph; Zenk, Tretschok, Moritz, Mutschler; Ben-Hatira, Grubert (70. Hartwig)
Trainer: Rastislav Hodul
Tennis Borussia Berlin:
Grell; Schalle, Thiam, Petrowsky, Galic (17. Eckl), Griesert, Lemcke, Weidner, Below, Savran; Vuckovic (60. Schmidt)
Trainer: Dejan Raickovic
Schiedsrichter:
Gunnar Melms (Osterburg)
Zuschauer: 2.393 (davon ca. 300 Gäste-Fans)
Tore: 0:1 Vuckovic (3.), 0:2 Savran (38.), 1:2 Ben-Hatira (57.), 1:3 Savran (78.)
Rote Karte: Mutschler
Gelbe Karten: Tretschok, Neubert, Zenk, Ben-Hatira; Weidner, Thiam, Vuckovic, Schmidt ?
Quelle:03.de