wollte ja meinen bericht noch ergänzen:
Das Auswärtsspiel bei Chemie Leipzig versprach von vornherein, interessant zu werden. Dazu trug zum einen die Vorgeschichte von Markranstädt bei, zum anderen die Tatsache, dass nach einigen Streitereien in der Woche zuvor, mal wieder ein Fanbus rollen soll. In jenem fanden sich am Ende 34 Leute ein, die sich um 12.30 Uhr aufmachten, um drei Punkte aus Leipzig wieder mit nach Hause zu nehmen. Sportlich sollte es ein richtungsweisendes Spiel werden und deswegen fanden sich gute 43 Gäste im Alfred-Kunze-Sportpark ein.
Situationsbedingt allemal akzeptabel. Die Fanbusinsassen waren größtenteils gut gelaunt und auch nicht mehr ganz trocken. Was so eine kurze Anfahrt so alles bewirken kann? Wie war das nur vor nicht allzu langer Zeit, als man noch 10 Stunden Anfahrt genoss??? Und mit diversen Singeinlagen, Sauerampfer-Witzen und zwei Boxenstopps kam ein die ohnehin schon kurze Fahrt noch viel kürzer vor.
Im Kunze-Sportpark tummelten sich zu Beginn kaum Leute, außer den Schwarz-Roten mögen es 50 Zuschauer gewesen sein, was aber niemanden verwunderte, da der Rest ja wie erwartet noch kommen sollte. Der Zaun wurde beflaggt und zu Spielbeginn präsentierte man eine kleine Fähnchen-Choreo samt einer einzelnen großen Schwenkfahne. Sofort begann dann auch der lautstarke Support, der vor allem in der ersten Viertelstunde überzeugt haben dürfte und anscheinend auch das eigene Team nach vorne trieb. Völlig eingeschüchtert besorgte dann auch gleich ein Chemiker die Dresdner Führung- wie nett, haben wir doch kaum noch gelernte Stürmer. Danach war es auch schon soweit und die Grün-Weiße Anhängerschar, die per Busshuttle vom A-Jugend-Derby gegen die alte Lok nach Leutzsch transportiert wurde kam am AKS an, wie der plötzlich mutige Handyman verriet. Sekunden später sprangen die ersten Leutzscher gegen den Zaun zum Gästeblock bzw. kletterten an ihm hoch. Doch kein fremder enterte den Block. Bissel rumgepose mehr nicht. Die ersten Ordner verscheuchten die 75-Mann-Meute, die Ordnungshüter taten ihr übriges. Die Herrschaften fanden sich dann im Heimblock direkt neben dem Gästeblock ein. Dabei wurden im Laufe des Spieles einige Nettigkeiten ausgetauscht. Bis auf 2 "Ultras"-Rufe kam aber nix von der jugendlichen Fraktion. Schwach. Grade unter dieser Konstellation hätte man etwas zeigen können, aber da war wohl das gegen-den-Zaun-springen für manche wichtiger. Inzwischen erzielte der Sportclub das 2:0 und die 43 "Guten" hofften auf den ersten Auswärtssieg der laufenden Landesligasaison. Unser Korkenzieher sorgte noch einmal für etwas Spaß, indem er die restlichen Rudis bei den Chemikern "entsorgte". Und was sah man da? Nein, diese feuerten die guten und allseits beliebten Stücke nicht an, sondern kloppten sich um die restlichen Exemplare und hatten ihren Lesestoff für die 2.Hälfte gefunden. Vielleicht hat das Ganze ja zur Völkerverständigung beigetragen 
In Hälfte 2 dann kein berauschender Support, aber immer wieder stückchenweise mehr als gute Landesligastimmung. Teilweise war dann aber auch die Anspannung zu groß, um einen genialen Dauersingsang hinzulegen. Leipzig sorgte indes für Spannung und erzielte das 1:2, das 2:2 und kam dann durch ein Eigentor eines DSC'ers gar mit 3:2 in Führung. Auf dem Platz standen sich mittlerweile nur noch 20 Leute gegenüber, nachdem beide Truppen einen Mann eingebüßt hatten. Das 2:3 verwunderte keinen mehr groß, war doch nach dem 1:2-Anschlusstreffer vielen bereits klar, wie das Spiel weitergeht. Schließlich hat man da nun seit Jahren seine Erfahrungen. Dass dann Roberto Schiwon in der 90.Minute mit einem wunderschönen Fallrückzieher noch den Ausgleich besorgte, sorgte für kollektives Ausrasten und einem schönen Zaunssturm mit davor umfallenden Opfern (nicht wahr Udo!). Gleichzeitig setzte aber auch wieder die Vernunft ein und man erkannte, dass der eine Punkt eigentlich zu wenig ist. Naja, aber immer noch besser als gar keiner, die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Nach dem Spiel wurden die Chemiker im Block festgehalten und die Gästeschar in den Bus getrieben, so dass es zu keinen weiteren Problemen kam. Irgendwo umher irrende Lokis wurden nicht gesichtet, hektisch umherlaufende Ordner und Grüne (in der 2.Hälfte) deuteten aber ihre Existenz an.
Die Busfahrt wurde nun wieder ausgelassen genossen, an jeder Raststätte wurde ein Stopp eingelegt und rund 3 Stunden später erreichte die Besatzung zum Teil arg angeschlagen Friedrichstädter Boden. Trotz des vergebenen Sieges war's ein lustiger Tag.