Ich werde die ganzen Artikel noch einmal in diesen Fred posten, denn wie es aussieht, wird uns dieses Thema wohl doch noch eine ganze Weile beschäftigen. Wie gesagt, im Jugendbereich wird es schon in der kommenden Saison "Spielgemeinschaften" geben. Und da die Zeiten der großen Rivalitäten schon lange vorbei sind und auch die Spieler für einen Zusammenschluss sind, wird dies im Männerbereich nicht mehr lange auf sich warten lassen. Nur über das "Wie" muss noch diskutiert werden.
Küper macht Vereinen Druck
Naumburgs Oberbürgermeister mahnt: „Wir werden in Zukunft höchstens eine Sportstätte auf gutem Niveau halten können.“ Sportbund-Mitarbeiter besichtigen Schäden am Anger.
Naumburger-Tageblatt: Wenn es wahr ist, dass die Menschen in Notsituationen enger zusammenrücken, dann müssten der Naumburger BC 1920 und die Naumburger SV 05 derzeit kräftig miteinander kuscheln. Denn während die 05er hart vom Hochwasser getroffen wurden (wir berichteten), hatten die NBCer diese Woche einen Einbruch ins Vereinsheim samt 20 000 Euro Schaden zu verzeichnen. Doch von kräftigem Kuscheln oder gar ernsten Vereinigungs-Versuchen ist nichts zu spüren. „Das ist in unserem Verein derzeit kein Thema“, sagt NBC-Präsident Uwe Droese, während Ulrich Klose, Chef der 05er, meint: „Es gibt keine offiziellen Gespräche, aber eine Fusion wäre grundsätzlich wichtig für Naumburg, schon allein wegen der demografischen Entwicklung.“
Eine Uneinigkeit, die verwundert, hatte es vor wenigen Monaten doch in puncto Zusammenarbeit von beiden Seiten leichte Frühlingsgefühle gegeben. Wie lange der NBC seine Blockadehaltung aufrechterhalten kann, ist jedoch fraglich. Vor drei Jahren, als die Fusion bereits ausverhandelt war, dann aber an der Zustimmung der Mitglieder scheiterte, hatte sich Naumburgs Oberbürgermeister Bernward Küper weitgehend herausgehalten. Dies wird sich aufgrund der aktuellen Hochwasser-Geschehnisse jedoch ändern. „Der Schaden am Halleschen Anger wird auf 1,1 Millionen Euro geschätzt. Diesen zu beheben, wäre nur mit hohen Fördersummen möglich. Wobei man sich dann fragen muss, ob man in ein Hochwassergebiet investiert“, so das Stadtoberhaupt. Küper betont, dass dies eine Entscheidung des Gemeinderates sei. Er macht aber auch seine eigene Meinung deutlich: „Ich will den Anger nicht aufgeben und könnte mir dort ein Gelände für den Nachwuchs mit einfachen, aber ordentlichen Bedingungen vorstellen. Eine richtige Investition hat jedoch aus meiner Sicht nur im Stadion an der Saalestraße Sinn.“ Seitens der Stadt werde man sich in Zukunft nur noch eine ordentliche größere Spielstätte leisten können. Sollte es also Fördermittel aus der Fluthilfe geben, will Küper den NBC und die 05er an einen Tisch bitten. „Ich werde keinen zwingen, sich selbst aufzugeben, werde aber klarmachen, dass es städtische Hilfe nur bei einer Zusammenarbeit, zum Beispiel einer Spielgemeinschaft oder einer gemeinsamen Sportstättennutzung, gibt.“
Mit dem derzeitigen Pflegezustand des Stadions an der Saalestraße, das von einem NBC-nahen Trägerverein gepachtet wird, ist Küper zufrieden. „Dass dort jedoch nicht, wie vereinbart, investiert wird, ist allerdings nicht in Ordnung und wird von uns nun ernsthaft angesprochen.“ Der städtische Zuschuss sei seiner Kenntnis nach jedoch in eine Rücklage geflossen „und könnte somit vielleicht als Eigenmittel für Fördergelder verwendet werden“.
Gestern haben sich Vertreter von Landes- (LSB) und Kreissportbund (KSB) ein Bild von den Ausmaßen der Hochwasserschäden auf dem Anger gemacht. LSB-Sportvorstand Eberhard Bunzel und Edgar Miethe, Koordinator des Vereinsservicecenters das Landessportbundes - bei ihm gehen die Schadensmeldungen der Vereine ein - wurden von 05-Vorstandsmitglied Stefan Rupp durch das Vereinsheim und über das Sportplatzgelände geführt. Wie bei der finanziellen Hilfe für die von der Flut betroffenen Sportvereine verfahren wird, soll am Montag beim Innenministerium in Magdeburg mit den Geschäftsführern der Kreis- und Stadtsportbünde erörtert werden.
Zwar nicht finanzielle, aber zumindest körperliche Hilfe wird den 05ern ab 1. Juli zuteil. Sie erhalten dann für zunächst drei Monate die Unterstützung von zwei Ein-Euro-Jobbern. Insgesamt 14 werden über den KSB als Träger für diesen Zeitraum eingestellt; die meisten werden in Zeitzer Vereinen, die - neben den 05ern - am meisten unter den Folgen des Hochwassers zu leiden haben, eingesetzt.
Am Anger in Naumburg gehen indes die Aufräumarbeiten weiter. „Fakt ist: Wir können die bevorstehende Saison auf unserem Vereinsgelände nicht beginnen“, erklärt Ulrich Klose. Zwar könne man vielleicht, mit großem Aufwand, die beiden Fußballplätze herrichten, „aber das Vereinsheim mit den sanitären Anlagen wird auf unbestimmte Zeit nicht nutzbar sein“, so der 05-Vorsitzende. Derzeit bemühe man sich um die „Krumme Hufe“ als Ausweich-Spielstätte. Und wegen der eventuellen Nutzung des Stadions Saalestraße wolle man sich mit dem dortigen Trägerverein in Verbindung setzen.
Erklärung des Präsidenten des Naumburger BC 1920 e.V.
Um es unmißverständlich zu sagen: Ich war und bin nach wie vor für eine Fusion der beiden Naumburger Clubs.
Sie ist sinnvoll – aufgrund der Tatsache, daß beide Vereine Probleme haben, ihre Mannschaften zusammenzubekommen. Sie ist sinnvoll – weil in Naumburg langfristig nur ein Fußballverein Erfolge einfahren kann. Sie ist sinnvoll – damit endlich vernünftig in die Spielstätten investiert werden kann. Und Sie ist sinnvoll – weil sich die meisten kleinen Scharmützel untereinander schon längst erledigt haben.
Ich habe darum schon vor Wochen viele informelle Gespräche geführt, hier und da vorgefühlt. Es geht um Unterstützung von außen, es geht um Geld, es geht um Stimmungen. Übrigens tat ich dies schon vor der Flut… Die Flut mag jetzt für viele Anstoß sein, ist aber nicht der Grund.
Auch die Presse habe ich auf Nachfrage informiert, daß Gespräche laufen und daß sie zum gegebenen Zeitpunkt alle Infos bekommen. Ich halte es aber für kontraproduktiv, wenn über ungelegte Eier berichtet wird. Und für mich war und ist wichtig, daß eine mögliche Fusion auf Augenhöhe für beide Vereine stattfindet und auch wichtige Eckpunkte schon geklärt sind, bevor vieles zerredet wird. Und: Die Vereine, genauer gesagt die Mitgliederversammlungen als Souveräne bestimmen über eine Fusion – unter Berücksichtigung der nach allen Gesprächen vorliegenden Rahmenbedingungen und der Unterstützung der Akteure drumherum. Aber wir sollten uns Tempo und Zeitpunkt weder von der Presse noch von Sponsoren oder dem Oberbürgermeister diktieren lassen. Ich möchte sie gern einbinden, jedoch das Heft des Handelns in der Hand behalten. Das ist bis jetzt gelungen.
In einem Gespräch mit Verantwortlichen unseres Nachbarvereins am heutigen Nachmittag ist eines klar geworden: Im Jugendbereich wird es in der nächsten Saison nur Naumburger Spielgemeinschaften geben! Und das ist sinnvoll!!!
Ich wünsche uns allen ein tolles Kirschfest !
Uwe Droese - Präsident des Naumburger BC 1920 e.V.