Lichterfelder FC vs. Babelsberg 03 1:3

  • Sonntagnachmittag – nichts zu tun? Oh doch. Babelsbergs Erste hatte dieses Wochenende noch nicht gespielt und eine Auswärtsfahrt ins nahe gelegene Bln. Lichterfelde stand auf dem Programm. Die Mannschaft, die im bisherigen Oberligasaisonverlauf die wohl größte Überraschung darstellt. Aufsteiger, kleiner Etat, mehr geschossene Tore als Babelsberg und mit 11 Punkten auf dem dritten Tabellenplatz. Zudem haben sie mit M. Kindt einen ehemaligen Nulldreier in ihren Reihen, der letztes Jahr seine Töppen noch im KarLi schnürte.
    Wo Babelsberg derzeit aufläuft scheint die Sonne. So auch auf den Platz des, an das zur Berliner Charité gehörenden, Universitätsklinikum Benjamin Franklin grenzenden, Lichterfelder FC. Bevor es also losging war wohl die größte Attraktion der immer wieder startende und landende Hubschrauber des ADAC. Dieser Zustand sollte sich aber 14:09 Uhr ändern, denn so lange dauerte es wohl wegen „unerwartet hohem Zuschaueraufkommen“ bis der Schiedsrichter das erste Mal pfiff.
    Nulldrei hatte wegen dem Ausfall von M. Rudolph umgestellt und statt 4er-Kette spielte man heute mit einer Art 3-5-2. Laars links, Neubert zentral und Neumann auf rechts. Zenk und Tretschok bildeten das defensive Mittelfeld und Moritz rückte leicht vor, direkt hinter die Spitzen. Der Rest des Teams wie gehabt.
    Eine neue Überlegenheit im Mittelfeld, dafür aber größere Räume in der Abwehr. Wie würde sich das bemerkbar machen, würde es sich überhaupt bemerkbar machen? Machte es sich, aber dazu im Spielverlauf mehr.
    Die ersten Minuten tasteten sich beide Teams ab, wobei man gleich merkte, dass Lichterfelde nicht im Traum daran dachte, sich hinten rein zu stellen. Ganz im Gegenteil, sie legten engagiert los und hatten den ersten Torschuss für ihr Konto zu verzeichnen. Er brachte zwar nichts zählbares, aber ein erstes Achtungszeichen war gesetzt.
    Babelsberg hingegen ging mit seiner ersten Chance etwas professioneller um, und so klingelte es bereits nach gut 200 Sekunden. Kein Rekord, aber schön, wenn man blau-weiße Schals und dergleichen sein Eigen nennt. Ben-Hatira ackerte in der Spitze, verlor unglücklich den Ball, doch dieser fand sein Weg zurück an einen Babelsberger Schuh. Es war der von Bastian Zenk. Ein Blick, ein Zauberpass in den freien Raum, Ben-Hatira startet durch, zieht direkt, cross ab und der Ball schlägt unhaltbar links oben ein. Yeah, der Babelsberger „Hinrundenfußballgott“;) war also wieder vor Ort.
    Lichterfelde zeigte sich davon wenig geschockt und war in der Folgezeit sehr bemüht das Ergebnis zu egalisieren. Besonders wenn sie über die Außenbahnen kamen, wurden sie dabei immer wieder gefährlich. Eine klare Folge der Umstellung auf die Dreierkette. Selbst wenn sie aber zu dem Zeitpunkt bis zum Tor durchkamen, in Keeper Busch fanden sie ihren Meister.
    Die Steglitzer kämpften leidenschaftlich und zeigten, warum sie auf Platz drei standen, der Fußballgott hielt es aber weiter mit den Babelsbergern. Manchmal gewann man auch den Eindruck, der eine oder andere Nulldreier wäre nicht ganz hundertprozentig konzentriert. Ist einem das Glück hold, gelingt einem selbst in so einer Phase ein Tor. Und was für eins. Lehrbuchmäßig möchte man sagen. Neubert schickt Mutschler und der marschiert an der linken Außenbahn, wo auch sonst, an allem, was sich ihm in den Weg stellt, vorbei bis auf Höhe des 5-Meterraums und passt in den Rücken der Abwehr. Donkor-Oppong war mitgelaufen und sein Schuss von der Strafraumgrenze, flach und hart getreten, geht wie an der Schnur gezogen ins Tor. Keeper Piezka schaute dabei nur regungs- wie chancenlos dem Ball hinterher. Nulldreierherz, was willst du mehr?!
    Na, klar – das 0 ( : ) 3. Kurz vorm Pausentee(Bier) wär’s beinah so weit gewesen. Bei einer Ecke von Mutschler auf den zweiten Pfosten steigt Neumann am höchsten und sein mustergültiger Kopfball kracht an die Latte. Schade das. Denn dann wären wohl alle Messen gesungen, so ging es nur in die Pause.



    Wideranpfiff 15:09 Uhr, die Hausherren legten erneut los. „Aufgeben“ sucht man in Lichterfelder Wörterbüchern vergebens. Einige der Babelsberger schienen das aber nicht so richtig zu realisieren, befanden sich noch im Pausenschlaf, mangelnde Konzentration, wohin man sah. Ein Ball flog über Busch an die Latte, Mutschler klärte einmal auf der Linie. Zu diesen beiden erfolgreichen Klärungen meinte der Vizeherbstmeister dann, Keeper Busch hätte seine Leute „munkeresk“ auf der Linie postiert. So weit so gut danach aber schlecht, denn folgerichtig schlug der Ball nun auch hinter Busch ein. Analog zum Tor von Donkor-Oppong war es für die Steglitzer Gebell in der 52. Minute, der halblinks von der Strafraumgrenze einen Ball unhaltbar, flach verwandelte. Babelsberg schlief noch und Lichterfelde war zurück im Spiel. Hallo wach! Nun waren sie es, „die Guten“ und nur eine Minute nach dem Gegentreffer fasst sich Donkor-Oppong ein Herz und hält aus gut 20 Metern drauf. Na, ja – eher daneben. Dafür ein Hammerschuss und endlich wieder in die „richtige Richtung“. Kurz darauf eine Schrecksekunde, die aufgrund der Sanitäter zur Schreckminute wurde. Neumann blieb nach einem Zusammenstoß/Foul? bewegungslos liegen, so dass vom Physiotherapeuten die Sanitäter auf den Plan gerufen wurden. Diese trabten gemächlich über den Platz und während dieser Zeit hätte man Neumann gut und gerne ins Universitätsklinikum rüber bringen, ihn operieren und anschließend eine Rehamaßnahme mit ihm durchführen können. Er stand fast schon wieder bis sie eintrafen. Wäre es was Ernstes gewesen, wär er vermutlich an Ort und Stelle verstorben. Sollten die Sanis, deren Kleidung sience-fiction-artige Züge aufwies, in dem nahe liegenden Uni-Klinikum arbeiten – gute Nacht. Dann werden vermutlich die meisten Arbeitskosten dort auf dem Weg zum Patienten verbraten;).
    Als endlich wieder Fußball gespielt wurde, war die erste Folgechance wieder einem unserer Stürmer zuzuschreiben. Schade nur, dass sie – kurios, kurios - durch den anderen zunichte gemacht wurde. Yaw D.-O, nachdem er einen Gegenspieler abzockte, den Torwart ausspielte. zog aus 6 Metern ab und Ben-Hatira klärt auf der Linie. Man, Mann, man!
    Es folgten weitere Chancen im Verhältnis 1:3 aus Lichterfelder Sicht. Wieder Yaw D.-O., Patrick M. mit einem Freistoß und Gebell für die Gastgeber. Alles nur für die Galerie. Besonders galeriös wurde es, als Mutsche bemerkte, dass Keeper Piezka zu weit vor seinem Gehäuse steht und von der Seitenlinie einfach draufhält. Über 30m, 45° zum Tor und der Schlussmann kann ihn gerade so, mit ach und krach, selbiges machte es auch, an die Latte lenken. Boah, wär das ein Ding gewesen! Hammmmmer!
    El Capitano Moritz verzog danach hauchdünn und in der 87. Minute endlich die Erlösung. Yaw bedient Mutsche, der lässt noch einen Steglitzer aussteigen und flankt dann auf den in der 60. Minute eingewechselten „Jimmy“ Hartwig. Jimmy zeigt, dass Fußball auch mit dem Kopf gespielt wird, denn von seinem findet der Ball den direkten Weg ins Tor. Glückwunsch!
    Die letzte Möglichkeit hatte wieder unser Kapitän, doch es blieb beim 1:3.


    Aufgrund der klareren Chancen geht dieser Sieg völlig in Ordnung, die größeren Spielanteile hatten jedoch die Hausherren. An fehlender Laufbereitschaft lag es sicher nicht, aber bei dem einen oder anderen scheint mir manchmal die Konzentration etwas zu schwinden. Die Umstellung der Hintermannschaft offenbarte ebenso einige Probleme, was aber, denke ich, nach so kurzer Zeit total normal ist. Aber, und das will ich besonders betonen, bisher wurde alles relativ souverän gewonnen und für den Rest ist das Trainergespann zuständig. Für die bisher geäußerten Kritiken, gerade bei uns im Forum(SVB-Forum), habe ich wenig bis gar kein Verständnis! Wir sind mehr als im Soll und so soll/darf es auch bleiben!
    So lange Rostock, Stuttgart, ???Bayern???;) mit ihrer Bedeutung klar da bleiben, wo sie hingehören, nämlich als wunderschöner, genialer Beigeschmack neben der Meisterschaft, sehe ich mit dieser Mannschaft Null Probleme. Die Probleme haben derzeit die anderen und wie es der Bürgermeister unserer lieben kleinen Vorstadt so schön sagte: „Das ist auch gut so!“










    Lichterfelder FC: Piezka; Kindt, Gebell, Felsenberg T., Senol, Türkkul, Prevoteau, Leitgeb, Felsenberg J.(67.Gessler), Lensinger, Kara


    SV Babelsberg 03: Busch; Neumann, Neubert, Laars; Lukac (60. Hartwig), Zenk, Tretschok, Mutschler; Moritz; Ben-Hatira (78. Littmann), Donkor-Oppong (89. D. Arsovic).



    Tore: 0:1 (4. Ben-Hatira), 0:2 (35. Donkor-Oppong), 1:2 (52. Gebell), 1:3 (87. Hartwig)



    Gelbe Karten: Felsenberg T. – Lukac


    Zuschauer: 863 (ca. 500 Babelsberger)

  • auch ein sehr lesenswerter und witzig geschriebener Spielbericht...


    Hut ab und weiter so...


    Mal sehen ob TeBe euch als erstes kippen kann :oops:


    "Schaun mer mal"


    Gibt es Bilder vom Spiel :?: :?: :?: