Geldmaschine Bundesliga – Woher und wohin fließen die Millionen der beliebtesten Fußballliga Deutschlands?

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Starke Kontraste bei den Vereinseinnahmen


Natürlich gibt es in der deutschen Bundesliga Differenzen bei den Einnahmen – schließlich wäre es unlogisch, wenn Tabellenerster und -letzter gleich viel einnehmen würden. Dennoch sind die Einträge besonders in den letzten Jahren immer weiter auseinander gegangen. Das zeigt sich zum Beispiel, wenn man den Absteiger SV Darmstadt '98 und den Tabellenersten FC Bayern München vergleicht. Während Darmstadt mit circa 40 Millionen Euro Umsatz pro Jahr auskommen muss, steigerte der FC Bayern seine Einkünfte in den vergangenen Jahren auf mehr als 580 Millionen Euro. Damit verdient der SV Darmstadt '98 nur etwa 7 Prozent der Einnahmen, auf die der Konkurrent Bayern München kommt.


Hier spielt sicherlich das Stichwort Internationalität eine große Rolle. Während der heimische Markt begrenzt ist und allgemein als gesättigt gilt, konnten die Top-Vereine Europas besonders außerhalb der eigenen Landesgrenzen massive Profite erzielen. Natürlich spielt insbesondere die Champions League hierfür eine wichtige Rolle. Sie bringt nicht nur durch Ausschüttungen bei Qualifikationen, Aufstiegen und Siegen große Summen ein, sondern bringt auch durch den Verkauf der TV-Rechte an die Rechteinhaber der Sender der jeweiligen Nationen massiv Geld ein. Weil im Falle Deutschland nur drei deutsche Mannschaften an der Champions League teilnahmen, sind die Ausschüttungen an die einzelnen Teams dementsprechend groß. Das Geld der begehrten Liga insgesamt wird über verschiedene Verteilungsschlüssel ausgeschüttet, bei denen etwa der FC Bayern München durch seine Anzahl an Siegen, Aufstiegen, Zusehern sowie der Bevölkerung in Deutschland und auch durch die Anzahl der teilgenommenen Spiele sehr gut profitiert.


Management und Moderne: Für Top-Leistungen im Jahr 2018 unabdingbar


Die spielerische Leistung ist essentiell, im modernen Fußball Deutschlands im Jahr 2018 ist jedoch das Management hinter den Spielern langfristig wohl mindestens ebenso wichtig. Das liegt hauptsächlich daran, dass nur durch moderne Strategien, Vermarktung, Public Relations und Repräsentation der Mannschaft und des Vereins im Allgemeinen maximaler wirtschaftlicher Erfolg möglich ist. Der größtmögliche wirtschaftliche Erfolg wird notwendig, besonders dann, wenn es einmal einige Saisonen lang nicht besonders gut für die Mannschaft läuft. Sieht man sich die Spitzenvereine der deutschen Bundesliga an, fällt das besonders auf.


Als Paradebeispiel ist hier etwa der FC Bayern München zu nennen. Während sich andere Mannschaften in den Siebzigern noch unbekümmert über neue Konzepte in der Vermarktung des Vereins und von Fanartikeln zeigten, strebte hier der Manager der Bayern neue Innovationen an. Dafür suchte er nach neuen Ideen in der Vermarktung von Merchandise in den USA, die sich später für den FC Bayern München als visionär herausstellten. Gerade diese Pionierarbeit und die rechtzeitige Umstellung auf neue, moderne Konzepte machten den FC Bayern wirtschaftlich in den kommenden Jahrzehnten so stark. Die spielerische und wirtschaftliche Leistung des Vereins im Jahr 2018 als Mannschaft mit dem viertbesten Einkommen weltweit ist also nicht ohne die Managementqualitäten und -vorstöße der vergangenen Jahrzehnte vorzustellen. Dazu gehört etwa die Markenbildung des Vereins. Das Logo und Design der Mannschaft brachte es nicht zuletzt dank kluger Vermarktung zu weltweiter Aufmerksamkeit und der Etablierung als Marke, die man gerne trägt und mit der man sich identifiziert.



Bundesliga-Profite – Nur dank Topwerten möglich


Die Bundesligavereine der Saison 2016/2017 sind vor allem deshalb finanziell im Plus, weil die Einnahmen verhältnismäßig sehr gut sind. Einkommen von insgesamt 3,3 Milliarden Euro stehen Ausgaben von 3,225 Milliarden Euro gegenüber. Das zeigt erneut deutlich, dass die Ausgaben in der Bundesliga ebenfalls sehr hoch sind. Der Personal im Spielbetrieb ist natürlich der größte Faktor, mit mehr als 1,1 Milliarden Euro macht er das Schwergewicht aus. Aber auch im Handel und der Verwaltung fallen jährlich etwas mehr als 211 Millionen Euro Ausgaben für das Personal an. Verwaltung und Betrieb von Fangeschäften, Online-Fanshops und Vertrieb beansprucht viele Arbeitskräfte. Insgesamt zeigt sich, dass angesichts einer über alle Vereine gerechneten Gewinnmarge von "nur" 75 Millionen Euro, demnach also nur circa 2 Prozent, der Gewinn nicht besonders hoch ist.


Deshalb sind Maßnahmen wie etwa die Erhöhung der Ticketpreise nach Umbauten der Stadien sowie weitgreifende Sponsorverträge, die zum Beispiel häufig den traditionellen Namen des Heimatstadions durch Sponsornamen austauschen, finanziell durchaus zu rechtfertigen. Neben dem Verkauf von TV-Rechten an deutsche Sender ist auch das Sponsoring ein zunehmend wichtiger Faktor. Das merkt man auch angesichts finanziell immer lukrativer werdenden Sponsoring-Deals im Wettbereich. Nicht wenige Wettanbieter unterstützen Bundesliga-Vereine direkt oder beteiligen sich etwa am Bau oder Renovierung von Stadien. Dabei handelt es sich um eine Win-Win Situation, die für mehr Aufmerksamkeit auf der einen Seite, und finanzielle Entlastung auf der Seite der Vereine steht. Allerdings standen durch die Umbenennung von Stadien Mangement-Vorstände von Bundesliga-Vereinen in der Kritik, wie nicht zuletzt das Beispiel die Allianz-Arena von Bayern München zeigt. Dass das intensive Sponsoring oft eine wirtschaftliche Notwendigkeit ist, wird dabei aber oftmals übersehen.


Profite und Besitzer der Clubs – An wen fließen die Profite?

Was passiert mit den Überschüssen, nachdem alle offenen Rechnungen beglichen sind? Überschüsse und Profite fließen dann in die Valuten der Vereine. Doch wem gehören die Vereine der deutschen Bundesliga? Sie sind rechtlich zumindest im Normalfall vor Übernehmen durch primär an Profit orientierten Unternehmern interessiert. Das geschieht durch die 50+1 Regel für Bundesligavereine. Hier handelt es sich sich um eine Regelung zum Schutz der Vereine vor Spekulanten. Der Stammverein muss durch die Regelung die Mehrheit der Stimmanteile und des Vereins besitzen, selbst wenn zum Beispiel die Profi-Abteilungen im Besitz einer Kapitalgesellschaft sind. Ausnahme von der Regelung und dadurch eine komplette Übernahme des Vereins ist nur dann möglich, wenn der Übernehmer sich schon mehr als 20 Jahre lang als unterstützender Sponsor für den Verein engagiert. Das ist bei Teams wie etwa VfL Wolfsburg, Bayer Leverkusen und TSG Hoffenheim der Fall, die überwiegend oder zu 100 Prozent in Besitz einer Kapitalgesellschaft wie zum Beispiel dem Red Bull Konzern gehören.



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Diskussion um die 50+1 Regelung


Die Regelung existiert bereits seit Jahrzehnten und steht immer wieder in der Kritik. Der Grund dafür ist primär, dass sie die Handlungsfreiheit der Vereine einschränkt und somit etwa wichtige Renovierungen und andere Investitionen unmöglich macht oder verzögert. Gleichzeitig sorgt sie dafür, dass zum Teil Vereine mit hunderten Jahren deutscher Fußballtradition nur schwer in den Besitz privater Unternehmer übergehen. Wie gespalten die Vorstände des deutschen Fußballs hier sind, zeigte sich zuletzt angesichts einer Abstimmung im März. Von 34 Stimmen erteilten 18 eine klare Absage an die Abschaffung der 50+1 Regelung. Insgesamt könnte die Abschaffung der Regelung hohe Summen an Geld besonders durch ausländische Investoren bringen. Gleichzeitig schützt sie aber auch vor Risiken für traditionsreiche Vereine in der deutschen Bundesliga.
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