Fußball in Corona-Zeiten

  • Das ist ne saublöde Idee! Letzter Spieltag im November, dann vielleicht noch Relegation im Dezember? Meisterfeier oder Klassenerhaltsparty bei minus zehn Grad? (okay, so kalt war es lange nicht, kann ja wieder werden). Ab der 3. Liga abwärts wäre das schon völlig unmöglich wegen möglicher Spielausfälle. Übrigens sind sogar die Russen bei völlig anderen klimatischen Bedingungen vor wenigen Jahren vom Jahresrhythmus weggekommen.

    Volle Zustimmung, zumal man bekanntlich gerade im Osten negative Erfahrungen mit der Angleichung eines Spieljahres an das Kalenderjahr sammeln mußte!


    Bekanntlich wurde von der damaligen Sektion des Deutschen Sportausschusses (DTSB und DFV entstanden erst später) nach der Saison 1954/55 im 2. Halbjahr 1955 eine Halbserie ohne Auf- und Absteiger ausgespielt (Meister der in Aue spielende SC Karl-Marx-Stadt, Vizemeister SC Empor Rostock, Dritter SC Dynamo Berlin) und danach bis 1960 im Kalenderjahrrythmus nach sowjetischen Vorbild gespielt.


    P.S.: Ab 1961 wurde durch Einfügung einer 3. Halbserie , deren Partien auf neutralen Platz auszurichten waren, mit dem Spieljahr 196/19621 wieder zum bewährten Spieljahrrythmus Herbst/Frühjahr zurückgekehrt (lustigerweise mit den gleichen Vizemeister und Tabellendritten, nur das diesmal der SC Vorwärts Berlin Meister wurde)

  • macht aus meiner sich immer noch totalen sinn, ansonsten fängst im bereich ab liga 4 doch gleich mit spielausfällen an - tolles szenario oder ;)

    zudem muss man bedenken, dass auch das schuljahr im sommer/herbst beginnt und gerade im nachwuchs die ferienzeiten im spielkalender berücksichtigung finden.

    Journalisten sind Leute, die ein Leben lang nachdenken, welchen Beruf sie eigentlich verfehlt haben. (M. Twain)

  • Mit dem Verbot für Großveranstaltungen bis Ende August ist zumindest für Stadiongänger die Saison definitiv vorbei. Und auch in der neuen wird es erhebliche Einschnitte diesbezüglich geben.


    Also in den ersten 4 Ligen geht für Fans erst mal lange nix mehr...


    Interessant wird sein, wie es weiter unten aussieht. Auf einem "Dorfsportplatz" kann man ja theroretisch 200 Zuschauer auch einzeln mit 2 m Abstand verteilen...

    Dies ist nicht für RTL, ZDF und Premiere, ist nicht für die Sponsoren oder die Funktionäre, nicht für Medienmogule und Ölmilliardäre!

  • Aber auch Spiele der DFL machen ob mit oder ohne Zuschauer gegenwärtig keinen Sinn. Der europäische Fußball ist ineinander verzahnt. Was würde es da bringen, allein die Saison zu Ende zu bringen? Dann schafft Mönchengladbach vielleicht die direkte Qualifikation zur Champions League Saison 2020/21, ohne dass die aktuelle CL-Saison überhaupt beendet wurde und gar nicht klar ist, ob und wann es eine Champions League 2020/21 geben wird.



    Gegenwärtig ist es irgendwie schwer vorstellbar, dass es alsbald in Italien oder Spanien weitergehen wird. Vielleicht wäre es das Beste, einfach genau ein Jahr Pause einzulegen und dann im kommenden März die Saison fortzusetzen. Ist dann halt die Spielzeit 2019-21.

  • Gegenwärtig ist es irgendwie schwer vorstellbar, dass es alsbald in Italien oder Spanien weitergehen wird. Vielleicht wäre es das Beste, einfach genau ein Jahr Pause einzulegen und dann im kommenden März die Saison fortzusetzen. Ist dann halt die Spielzeit 2019-21.

    Darauf hab ich aber schon das Patent...8)


    Ist momentan aber wirklich die scheinbar einzige Möglichkeit !

    Aber auch nur, wenn bis dahin Medikament oder Impfung erfunden wurden sind !!!!

    Jedes Team kann mal ein schlechtes Jahrhundert haben !

  • Weil man ohne Geld nun mal keine Spieler oder Angestellte bezahlen kann und deren Familien ohne Einkommen dastehen. Kannst gern mal bei den Selbständigen und Mindestlohnverdienern nachfragen.

    Nun sind Profifußballer nicht gerade arme Schweine, aber ist ein Verein erst mal pleite, sind sämtliche Arbeitsplätze weg, Lieferanten werden nicht mehr bezahlt und das Fangeschrei groß, da es ja meist "Traditionsvereine" erwischt.

  • Nur bringt es eben nichts, eine Saison mit aller Macht zu Ende zu spielen, ohne zu wissen, wie es dann überhaupt weitergehen soll. Bringen denn die Champions League-Plätze überhaupt was, wenn es in der nächsten Saison keine Champions League geben wird. Dazu die trostlosen Aufnahmen aus den leeren Stadien. Das schaut sich doch niemand über mehrere Spieltage an. Dazu kommen noch die Sonderrechte für die Bundesliga, die in der Bevölkerung schwer vermittelbar sind. Das Bild, das die Bundesliga abgibt, war schon vor der Corona-Krise nicht sonderlich gut, so langsam wird es aber desaströs bis widerlich. Vielleicht wären eine Massen-Insolvenz und eine darauffolgende Zäsur bitter nötig, um den Kontakt zur Basis wiederherzustellen.

  • Vielleicht wären eine Massen-Insolvenz und eine darauffolgende Zäsur bitter nötig, um den Kontakt zur Basis wiederherzustellen.

    Eine derartige Marktbereinigung wäre aber sehr kurz gedacht!


    Denn das würde für einen Großteil der über 56.000 im Lizenzfussball Beschäftigten zunächst erstmal Arbeitslosigkeit bedeuten, ohne die Chance zu haben, wie Lizenzspieler und Vertragsspieler und auch Teile des Trainerstabes woanders eine annähernd vergleichbar entlohnte Beschäftigung zu finden.


    Für die davon betroffenen Kommunen würde dies jeweils Steuerausfälle in teilweise zweistelliger Millionenhöhe (wie bei Orten mit Bundesligisten) bedeuten.

    Auch vor dem Hintergrund, das nicht wenige Kommunen in Deutschland aufgrund ihrer eigenen Verschuldung aber bereits jetzt schon nur noch mittels Kassenkredite (eine Art Überziehungskredite in nichtlimitierter Höhe) überhaupt noch existieren können:

    Da den betroffenen Kommunen eine weitere Anhebung der Hebesätze der Gewerbesteuer faktisch nicht mehr möglich wäre, bliebe ihnen dann nichts mehr anderes übrig, entweder wie Berlin Anfang der 2000er Jahre massenhaft Wohnimmobilien zur Freude von Heuschrecken zu verkaufen.

    Oder wo ihnen dies auch nicht (mehr) möglich wäre, müßten sie alternativ die Hebesätze der Grundsteuer für ihre Kommune massiv erhöhen. Folglich würden dann die monatlichen Wohnkosten für alle in diesen Kommunen lebende Haushalte sich schlagartig erheblich steigen, egal ob die nun zur Miete oder im selbstgenutzen Wohneigentum (egal ob Eigenheimer oder in eigener Eigentumswohnung) wohnen.

  • Das gilt doch aber für viele Branchen. Und z.B. Firmen die im Messebau tätig sind, werden deutlich stärker getroffen, als es bei den Fußball-Konzernen der Fall ist.


    Und wo kommen eigentlich die Kapazitäten her, um die Spieler und den Betreuerstab regelmäßig zu testen, wenn es noch nicht einmal die Möglichkeit gibt, Pflegekräfte auch nur einem Test zu unterziehen? Wir sollten als Gesellschaft erst einmal dafür sorgen, dass es denen gut geht, die für andere sorgen.


    Und das mit den ausbleibenden Steuereinnahmen ist auch nur so ein Tränendrüsen-Argument. Es gibt genug Untersuchungen darüber, dass wenn eine Möglichkeit des Konsums wegfällt, die Menschen für andere Dinge ihr Geld ausgeben. Steuern werden aber auch dort fällig und dann entstehen in anderen Branchen Arbeitsplätze. Vielleicht in anderen Regionen und vielleicht nicht so überbezahlt. Dafür eventuell mehr und nachhaltiger.

  • Weil man ohne Geld nun mal keine Spieler oder Angestellte bezahlen kann und deren Familien ohne Einkommen dastehen. Kannst gern mal bei den Selbständigen und Mindestlohnverdienern nachfragen.

    Nun sind Profifußballer nicht gerade arme Schweine, aber ist ein Verein erst mal pleite, sind sämtliche Arbeitsplätze weg, Lieferanten werden nicht mehr bezahlt und das Fangeschrei groß, da es ja meist "Traditionsvereine" erwischt.

    Du willst mir doch nicht sagen das jetzt corona dran schuld ist das die vereine und betriebe rum jammern. Es gab schon vor coruna Zeiten das vereine und betriebe ins gras gebissen haben. Der grund ist weil viele vereine über ihre Verhältnisse leben. Das schlimme ist ja das jetzt mit aller macht fussball gespielt werden soll und das auf kosten der Gesundheit... Ich höre schon da Geschrei wenn dann einige fussballer den Virus sich wieder eingefangen haben. Und ausserdem jeder normale mensch spart sich was in guten Zeiten an für schlechtere Zeiten...

  • Gegenwärtig ist es irgendwie schwer vorstellbar, dass es alsbald in Italien oder Spanien weitergehen wird. Vielleicht wäre es das Beste, einfach genau ein Jahr Pause einzulegen und dann im kommenden März die Saison fortzusetzen. Ist dann halt die Spielzeit 2019-21.

    Hab mich mal an den Kalender gesetzt:

    Der 26. Spieltag der Saison der Bundesliga findet dann vom 12.-15.III.21 statt.

    Die dritte Liga geht an diesem WE in den 28.ST.

    Da wäre das Spiel des HFC in Münster interessant. Ins dortige Preußenstadion will ich schon lange mal.


    Wahrscheinlich werde ich aber am 14.März das KOL-Erfurt-Spiel TSG Stotternheim-SF Marburg besuchen ! :)

    Jedes Team kann mal ein schlechtes Jahrhundert haben !

  • Das gilt doch aber für viele Branchen. Und z.B. Firmen die im Messebau tätig sind, werden deutlich stärker getroffen, als es bei den Fußball-Konzernen der Fall ist.


    Und wo kommen eigentlich die Kapazitäten her, um die Spieler und den Betreuerstab regelmäßig zu testen, wenn es noch nicht einmal die Möglichkeit gibt, Pflegekräfte auch nur einem Test zu unterziehen? Wir sollten als Gesellschaft erst einmal dafür sorgen, dass es denen gut geht, die für andere sorgen.


    Und das mit den ausbleibenden Steuereinnahmen ist auch nur so ein Tränendrüsen-Argument. Es gibt genug Untersuchungen darüber, dass wenn eine Möglichkeit des Konsums wegfällt, die Menschen für andere Dinge ihr Geld ausgeben. Steuern werden aber auch dort fällig und dann entstehen in anderen Branchen Arbeitsplätze. Vielleicht in anderen Regionen und vielleicht nicht so überbezahlt. Dafür eventuell mehr und nachhaltiger.

    Der Messebau ist genauso wie der Lizenzfussball vom Verbot von Großveranstaltungen betroffen.

    Nur haben deren Mitarbeiter, angesichts der veränderten Auftragslage wie manch andere auch , darunter Solo-Selbstständige ( denen die staatlichen Hilfen alleine nicht ausreichen) inzwischen die Möglichkeit nutzen können, in Aufgabenbereiche wie Regelauffüllung/Inventurhilfe in Supermärkten auszuweichen.

    Was Überbezahlung betrifft, welche Mitarbeiter der Bundesligisten und Zweitligisten außerhalb der von mir beschriebenen Gruppen sind denn Deiner Meinung nach überbezahlt?


    Im Übrigen schrieb aber von adäquater Entlohnung!

    Wer aus diesen Personenkreis dann erst im Sommer wegen Insolvenz seinen Job verliert bekommt maximal 3 Monate Insolvenzgeld, danach ALG I und muß sich dann im verschlechterten Arbeitsmarkt überwiegend im Niedriglohnsektor um einen neuen Job bemühen.

    Also keine Perspektive, die man jemanden wünscht!


    Was ausreichend Testkapazitäten betrifft, die sollten bis dahin auch vorhanden sein.

    Um Ansteckungen während der Geisterspielrunde zu vermeiden, kann man die Spieler auch mal für knapp 2 Monate kasernieren. (Die bundesdeutsche Mannschaft war vor der WM-Beginn 1974 auch 4 Wochen in der Sportschule Malente untergebracht.)


    Die Hoffnung, das sich wegen massenhafte Insolvenzen nun ausgerechnet vorrangig sich in bislang bundesligafreien Regionen Lizenzfussball etabliert sehe ich zumindestens was die Bundesliga selbst betrifft auch nicht. Da wird man eher zur normalen Spielgruppenstärke von 16 Teilnehmern (wie 1963 bis 1965) zurückkehren (verbunden mit einem Wegfall der Montagsspiele als Entgegenkommen an die Fans).

  • Grossenhainer Du hast aber schon bemerkt das es ein Unterschied ist, ob du schlecht wirtschaftest oder ob dir von heute auf morgen die kompletten Einnahmen fehlen.


    Und zum Thema Fangruppen: Hohn gegenüber der Gesellschaft sind sie ja wohl eher selbst, mit Verstößen gegen das Vermummungsverbot etc., den Sachbeschädigungskosten jede Woche und als größten Posten, den Kosten für die Einsätze der Bereitschaftspolizei an jedem Spieltag!


    Gerade übrigens ein guter Zeitpunkt um die aufgelaufenen Überstunden der Polizisten abzubauen, statt sie bezahlen zu müssen. Aber das is ne andere Verschwörungstheorie! :happy::lach::happy:

  • Grossenhainer Und zum Thema Fangruppen: Hohn gegenüber der Gesellschaft sind sie ja wohl eher selbst, mit Verstößen gegen das Vermummungsverbot etc., :happy::lach::happy:

    Sie machen sogar in der aktuellen Lage weiter. Nähen fleißig Mundschutze für die passende Vermummung und verteilen diese an Pflegedienste. Allein die Szene Köpenick hat schon über 500 Stück zusammen bekommen. Da staunen die Couchpotatos, die ihren Blick auf die Fanszenen nur aus den Medien haben. 8)

    Was ausreichend Testkapazitäten betrifft, die sollten bis dahin auch vorhanden sein.

    Um Ansteckungen während der Geisterspielrunde zu vermeiden, kann man die Spieler auch mal für knapp 2 Monate kasernieren. (Die bundesdeutsche Mannschaft war vor der WM-Beginn 1974 auch 4 Wochen in der Sportschule Malente untergebracht.)

    Ich kann es nur aus meiner Region sagen, dass die Pflegekräfte aufgrund mangelnder Kapazitäten noch nicht einmal getestet wurden. Auch werden aktuell die Krankenhäuser frei gemacht, um Notfall-Betten aufzubauen, und die Pflegebedürftigen werden ungetestet in die Pflegeheime verlegt. Auch bei Sterbefällen wird nicht getestet. Rein statistisch sind wir hier daher sauber. Bleibt nur die Frage, wo plötzlich die Testkapazitäten für die regelmäßigen Tests der Fußballer herkommen sollen. Scheinbar wird das über das Geld geregelt und die Pflegebedürftigen und das für sie notwendige Personal fallen dabei wie immer unter den Tisch. Und es bleibt auch die Frage offen, was passiert, wenn plötzlich Spieler positiv getestet werden und eine Mannschaft unter Quarantäne gestellt wird. Wird diese dann disqualifiziert?

Betway Online Fussball-Wetten banner